... Du nicht arbeitest?“ fragte meine Mutter. Sie erinnert sich an das Bild des Wohnclos: Pittoresk, ein wenig wie des Armen Poeten Behausung von Spitzweg... ein Dach über dem Kopf, aber nichts für wenn das Wetter inselgemäß gruuusig ist.
Nun, auch in 10 qm kann ich mich trefflich aufhalten, kann schreiben, denken, kochen schlafen, träumen und warten, bis sich die Sonne wieder in meinem Velux-Fenster zeigt.
Denn dann ist es Zeit, die warme Jacke, Handschuhe, Mütze und Schal zu schnappen und raus in die Natur zu eilen. Das kann mit dem Fahrrad sein, mit den Stöcken oder ganz einfach beim „altersgemäßen“ Spaziergang. Zu sehen, entdecken und genießen gibt es immer was... den weiten Himmel mit den skurrilsten Wolkenbildern, das zarte Grün der Birken, Buchen und anderer Laubbäume, die in den vergangenen Jahren im Kiefernwald neu aufgeforstet wurden. Kleine, nein Mini-Häschen gibt es schon, die noch keine böse Welt kennen und einfach den Fahrradweg überqueren. Eichhörnchen, die eh keine Scheu vor nix haben und Fasane, die ein Gezeter veranstalten, bis die Frau Gemahlin endlich an ihrer Seite ist.
Es gibt immer eine Bank, ein windgeschütztes Plätzchen, von dem aus ich einfach nur gucken und genießen kann. Meine Augenweide ist die Heide – noch dunkel vom Winter – dahinter Felder (grad mal frisch besät) und dann, dann das blaue, tiefblaue Watt, wenn das Wasser da ist, mit der Insel Föhr am Horizont. ... dunkelbraun, hellbraun, bisschen grün, dunkel-wasser-blau und hell-himmelblau bis gelbgold von Föhr.
Jeden Tag ein Highlight zu beschreiben, nahm ich mir vor für diesen Blog. Heute?
Holte ich André von der Fähre ab. André von der Post war 10 Tage auf Gran Canaria und ich spielte Taxi. Das war wie Helen vom Bahnhof abholen oder Mutti... es fühlte sich wie zuhause an und jemand Vertrautes kommt heim. Schön!