Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Freitag, 24. August 2012

Wie im Film...



Gestern morgen um 9.00 Uhr.
An der Wasserkante.
Schmid mit guter Laune, holte brav immer den Schleuderball zurück, den ich für ihn, auf meinen Sandalen im Sand sitzend, mal mit dem Wind, mal gegen den Wind, warf.

Rings um uns rauschendes Wasser, über uns Himmel, manchmal Sonne, um uns 5 Windstärken mit Kraft und Gebrüll.

Und auf einmal war da das Gefühl, in einem Film zu sein. Der Augenblick schien so unwirklich... so schön, so vollkommen. Nur einen kurzen Moment dauerte das Gefühl, dann fing das Denken wieder an... Mir fielen Bilder und Geschichten ein, Filme, die ich gesehen hatte...

Welch ein gelungener Tagesanfang!!


Freitag, 17. August 2012

Du lebst den Traum vieler....

Und ob ich das weiß!
Jetzt zum Beispiel sitze ich völlig entspannt nach zwei anstrengenden schönen Tagen auf der Insel der Schönen und der Reichen hier bei mir... ein Glas Rotwein und eine Zigarette zum Abschluss des Tages und zur Anregung des Schreibflusses, Stille mit Grillengezirpe, alle Veluxfenster geöffnet, um die Frische der Sommernacht zu spüren. Herr Schmid schläft wie ein Baby in seinem Haus.
In mir und um mich ist Frieden.

Heute abend vor 8 spielten Schmid und ich noch auf dem Kniep. Der kleine Mann war während der Sylt-Tage so tapfer und brav, dass er sich die Tobestunde wirklich verdient hatte. Zum Glück besitzen wir einen Gummiball an einer Gummischnur, den auch ich weit werfen kann, schleudern, um es genauer zu sagen. Hätte ich die heutige Technik des Schleuderns schon zu Schulzeiten heraus gehabt...wäre ich auch bei den Sommer-Bundesjugendspielen mit einer Urkunde belohnt worden. Nun, alles hat seine Zeit. Schmid hatte einen Heidenspaß. Auf dem Nachhauseweg holte er sich noch Streicheleinheiten von Robby, dem Strandbar-Wirt, ab und trottete dann total zufrieden mit mir. Das ist Leben im Hier und Jetzt. Der Hund zeigt mir wirklich, wie es geht.

Westerland auf Sylt... Da kamen mir heute Fluchtgedanken. Es fühlte sich an, wie wenn ich mitten in der Kaufingerstraße in München sitze... tausende von Menschen, Hunden, Geschnatter und Gezeter. Dankbar nahm ich den Bus nach Hörnum, um wieder auf die ruhige Insel zu fahren. Auch Schmid war froh, wieder hier zu sein.
Dennoch: einmal Sylt pro Monat ist die Inselkoller-Vermeidungsstrategie.
Und... eine Amrumer Freundin empfahl mich zu ihren "Hair-Stylisten"... so schöne Strähnen bekam ich bisher nur in München... Dafür zahlte ich dann auch gerne Münchner Preise.

Ich lebe den Traum vieler... stimmt bestimmt. Ich lebe meinen Traum? Eigentlich hatte ich nie den Traum, auf einer Nordseeinsel zu leben... es war die Sehnsucht nach einem Zuhause, nach einem Ort, an dem ich mich wohl fühle, richtig fühle. Meistens jedenfalls. Ja, es war immer eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer. Der folgte ich und landete hier.

Das konnte ich erst, als ich frei war von beruflichen Verpflichtungen, gesichert durch Rente und Altervorsorge. Es macht mich traurig, wenn ich denke, zu welch niedrigen Löhnen sich die Menschen hier verdingen, im Gastro-Bereich. So können sie nie auf eine gute Rente rechnen. Ich bin dankbar für meine finanzielle Sicherheit, die sich wie eine Hängematte anfühlt.
Andererseits könnten weniger Besitzstände auch wieder größere Freiheit bedeuten, denn ich muss nicht festhalten, ausharren. Und könnte viel früher meiner Sehnsucht folgen?

Und: Finanzielle Sicherheit - ist das nicht eine Illusion, eine Riesenillusion?
Was ist denn, wenn der Euro nichts mehr taugt? Wenn ihn keiner will? Dann haste was und kannst damit gar nichts anfangen. Er gibt keine Sicherheit und kein Brot.
Dann besinnst Du Dich auf Deiner Hände Arbeit und erarbeitest Dir, was Du brauchst.

Ich wünsche mir, dass ich gesund bleibe, arbeiten kann und Freunde habe. Und wenn dies auf diesem wunderbaren Fleckchen Erde gelingt, ja, dann leb ich meinen Traum - und den vieler?



Dienstag, 14. August 2012

Du schreibst nicht mehr?

Doch, meinte ich...und will es nun auch wieder in Angriff nehmen.

Mein "Insel L(l)eben" zieht grad immer den Kürzeren, wenn es ums Schreiben geht.
Es gibt da ein Forum mit tollen Frauen, die alle kunterbunt glücklich sein wollen und sich auf dem Weg dorthin gut unterstützen. Dort gelesen und geschrieben... und schon ist die Luft für den Blog draußen.

Was nicht ins Hintertreffen kommt, ist Gott sei Dank mein Leben auf der Insel. Es wird eigentlich immer schöner. Die Beziehungen und Bekanntschaften werden herzlicher und näher. Beim Autofahren komme ich aus dem Winken nicht raus. Helen meinte schon im Frühjahr hier: vor lauter Finger strecken (so begrüßen sich die Amrumer Autofahrer) könne sie sich gar nicht richtig auf den Verkehr konzentrieren.

Die Insel ist voll. Die Radfahrer kommen von vorne und hinten, rasen an Dir vorbei, sind entsetzt, wenn sie wegen Herrn Schmid langsamer tun müssen (wenn der mal nicht an der Leine ist). Gott sei Dank kann ich mich am Sommer mehr freuen als über die vielen Menschen ärgern. Geht auch gar nicht, denn die Insulaner leben von ihnen - die meisten nicht schlecht.
Die Nachmittage, wenn die größte Hitze vorbei ist, verbringen wir viel am Strand. Im Wasser war ich bisher einmal...und das war toll, ist aber schon 3 Wochen her. Grad vergesse ich mein Handtuch einzustecken und bedauere das dann auf dem Weg. Irgendwann werde ich es begriffen haben.
Es gibt einen Traum - aber noch nicht den richtigen Platz. Einen Strandkorb möchte ich haben, einen ganz für mich alleine. Einen, der mir das ganze Jahr (= den ganzen Sommer) über zur Verfügung steht und den ich platzieren kann, wo ich möchte. Dann einfach hinlaufen, mit Buch, Tuch und Getränken...

Gestern hatte ich einen Vorgeschmack: schönen Platz in den Wittdüner Vordünen gesucht, und nur genossen: die Sonne, den Wind, das Rauschen des Meeres, die Farben und die Stille. Buch gelesen - manchmal, geschlafen - meistens. Dank teurer Lotion keinen nennenswerten Sonnenbrand mitgebracht. Das ist Urlaub at it's best.


Inzwischen hatte auch meine Schwester den Weg auf die Insel gefunden. Sie radelte mal eben von Hamburg Altona durch das Alte Land nach Husum/Nordstrand, kam mit dem ADLER EXPRESS rüber und blieb 5 Tage. Rückwärts nahm sie die große Fähren, ließ sich von der DB bis Kiel fahren und radelte an der Ostsee längs bis Lübeck. Grad eben erfuhr ich, dass ihre neuerliche Diagnose zur Makula Degeneration erstmalig die einer trockenen sei, die nicht gespritzt werden muss. Große Freude und erste Reaktion: ich werde jetzt nur noch hunterte von km radeln.
Wir hatten eine schöne entspannte Zeit miteinander. Fühlte sich ringsrum gut an - und ist nun auch schon wieder 4 Wochen her.

Alles ist gut auf der Insel.