Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Freitag, 21. Mai 2010

Allein allein, allein allein....


Die Amrumer Autowaschanlage... hier reicht das ;-)


Vom Sande befreit... sieht er nicht schnieke aus - der Paul aus München?...


Die Sonne lässt das frische Birkengrün so zart erscheinen....


Meine Lieblingslichtung zwischen Leuchtturm und Süddorf...


Nach „VieleMenschenTagen“ genieße ich Sigrid-Tage sehr.

Blauer Himmel und zart wie Zuckerwatte auseinandergezogenen weißen Wolken begrüßten mich am Morgen (nach zwei freien Tagen wache ich ohne Wecker erst gegen ½ 7 auf). Durch mein weit geöffnetes Veluxfenster hörte ich außer gurrenden Tauben und kreischenden Möwen, die im Sturzflug auf das Haus zu flogen, schnatternden Eiderenten, die es ihnen nachahmten, nichts. KEINEN sturmen Wind, nein, nur ein flaues Lüftchen traf mich... noch wohlig im Bett liegend. Frühstück in demselben, nebenbei die ersten Nachrichten hören, wunderbar.
Die erste Idee des Tages: ich will mein Auto waschen. Ihm, er heißt Paul, wünsche ich nicht das Schicksal seines Paul-Vorgängers. Der stand vier Monate auf dem großen Parkplatz in Norddorf, Wind und Sandstürmen und der salzhaltigen Luft ausgesetzt. Ich denke, dass in dieser Zeit die Elektronik lange geplant hatte, sich im November zu verabschieden. Ungestraft, dachte Paul wohl, stehe ich hier nicht in jedem Nordseewetter rum. Sono Italiano (womit er Recht hatte, denn er war seinerzeit ein Re-Import diretamente di Milano). Was also bot sich besser an als eine Dusche mit einem Hochdruckreiniger.... Ich wollte schon immer mal in einer Autowaschanlage den Vor-Wäscher mimen. In die „Duschkabine“ eingefahren, musste ich mich erst einmal am Automaten orientieren – mit wenig Erfolg. Neben mir, jenseits der Kabine, parkte der alte Herr Harksen mit seinem Taxibus, guckte griesgrämig und dachte wohl: na, wann die wohl fertig ist? Seine Ungeduld ließ mich als gute Frau erscheinen. Ich bot ihm an, da er ja mit seinem Auto Geld verdienen muss, vor mir zu waschen... dann könnte ich ihm auch zuschauen. Strahlen in seinen Augen und ich hatte einen wunderbaren Lehrmeister.

Und, sieht er nicht wunderbar aus, der Paul aus München?
Den Rest des Tages genoss ich in der Natur... mit Kaffee und Zeitung im Strandkorb – barfußWetter. Mit Rad und zu Fuß in Wittdün – an der Südspitze. „Schau Dir die Columbus an“, hatte André von der Post empfohlen. Er ist Hamburger und hat eine sehr enge Beziehungen zu Schiffen – Kreuzfahrtschiffen.
Da stand sie und konnte mein Herz nicht berühren. Stellvertretend für meinen Vater stand ich da und guckte. Vati hätte seine helle Freude gehabt . Ein Bild muss reichen. Für ne schöne Münchnerin ist das schon ganz schön gut.
Weiter in meinem Lieblingswald, auf meiner Lieblingsbank in der Sonne am Rande einer wunderbaren Lichtung, die in drei Monaten Heide-glühen wird. Ein Buch hatte ich gefunden... Mit Blick auf’s Meer, das ich mir für eben diese Lichtung wünschte.... zwei Stunden Sonne, Lesen und nur Gucken. Und ich konnte nicht genug bekommen. Es gab in diesem Moment nichts Wichtigeres, nichts Schöneres, nichts Anderes.
Sie waren wieder da, die heiligen Momente des GLÜCKS, der Dankbarkeit, hier sein zu können, so ganz selbstverständlich mein Leben hier und in München leben zu können.
Die Abendfeier in der St. Clemenskirche behandelte die Liebe. Wieder Gänsehaut. Sie begann mit meinem Konfirmationsspruch ...
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheusbrief, 1,7)
Mit den Jahren konnte ich ihn annehmen als MEINEN Spruch.
Tief beeindruckt hat mich auch das:
Ohne Liebe Ist Alles Nichts!
• Pflicht ohne Liebe macht den Menschen reizbar;
• Verantwortung ohne Liebe macht den Menschen rücksichtslos;
• Gerechtigkeit ohne Liebe macht den Menschen hart;
• Wahrheit ohne Liebe macht den Menschen zum Nörgler;
• Erziehung ohne Liebe macht den Menschen falsch;
• Verstand ohne Liebe macht den Menschen listig;
• Freundlichkeit ohne Liebe macht den Menschen heuchlerisch;
• Kompetenz ohne Liebe macht dem Menschen unnachgiebig;
• Macht ohne Liebe macht den Menschen gewalttätig;
• Ehre ohne Liebe macht den Menschen hochmütig;
• Reichtum ohne Liebe macht den Menschen geizig;
• Glaube ohne Liebe macht den Menschen zum Fanatiker;
• Es gibt nur eine Macht auf Erden und im Himmel- die Liebe!


Im Einklang mit mir, meinem Leben, meinen Lieben und meinem Blutdruck
(126 : 73, bei 54 Ruhepuls) verabschiede ich mich heute.