Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Donnerstag, 30. November 2017

Gewahr sein und bewusst

Heute morgen schreckte ich durch den Wecker aus einem Traum auf... ich fühlte mich wie aus einem Film herausgerissen.

In einer Sequenz achtete ich ständig darauf, ob  ein bestimmter Mann mich beachtet. Ich wollte gesehen werden, um jeden Preis, fühlte es sich an.
Aber... da passierte nix.
Der Mann schien ein Künstler, Schauspieler zu sein. Nach anfänglich eher holprigen "Auftritten" sah ich ihn dann in Vollendung und Harmonie mit anderen agieren... es floss und machte einfach nur Freude, ihm zuzuschauen. Das bunte Geschehen wirkte fast so, als blickte ich durch ein Kaleidoskop... faszinierend.

In einer anderen Sequenz entdeckte ich etwas auf einem fremden Schreibtisch... es fiel mir runter und ich nahm es einfach mit (keine Ahnung was es war) Mir war im Traum bewusst, dass das nicht okay ist.
Kollegen saßen in einem anderen Raum (drei oder vier), hörten einem Philosophen zu (über den Bildschirm) und begannen dann,  es wirkte zunächst wie Satire, unisono Völkisches  fas"Hitler-resk" zu zitieren... und sie lachten dabei. Ich dachte, upps, hier bist Du falsch. Verstand kein Wort, fühlte mich als dummes PraktikantenMädchen, das einfach mit lachte, ohne zu verstehen, worum es geht.
Strange.

In einer dritten Sequenz in eben diesem Büro kam ein Mann mit Mirko auf mich zu und fragte: was haben Sie da gemacht?  Ich fühlte mich ertappt... hatte das Gefühl von Kilroy is watching you und merkte, dass er mein Mitlachen ohne Verstand meinte....

Dann klingelte der Wecker.

Herzrasen hatte ich, beklommen fühlte ich mich.

Meine Erkenntnis:  Bin ich bewusst und achtsam, ganz bei mir, dann muss ich nicht um Beachtung buhlen und gröle nicht unbewusst jeden Mist mit... heule nicht mit den Wölfen.

Welch kraftvoller Traum zur Adventszeit.

Samstag, 25. November 2017

Veränderung aktiv gestalten

Eine Vita ist zu schreiben... mit einem Statement von mir....
Vita und Wie ich für mich Veränderungen gestaltet habe....

Ich finde es schwer, denn eigentlich ist beständig Veränderung im Leben...


Wie war das damals in der Bank?

Love it,  change it or leave it.

"Leave it" war in meinem Alter  und als Alleinerziehende Mutter einer studierenden Tochter
keine Option.
"Change it" ... hieß für mich immer, die Situation erst einmal so annehmen und dann für
mich das Beste daraus machen. In das Neue hineinwachsen, es zu meinem machen.
"Love it"  ... es war ganz selten Liebe auf den ersten Blick, sie schlich sich dann ein mit der Zeit...  mit dem persönlichen Motto: was ich machen muss, mache ich lieber gern.

So  ging ich, in der Retrospektive, mit den vielen Veränderungen in meinem Berufsalltag um.


Ganz anders, als ich auch im "ganzen" Leben meine eigene Chefin wurde...
Mit dem Zeitpunkt meiner Entscheidung, ganz aktiv mit der Altersteilzeit auszusteigen, begann ich,
mich viel mehr mit mir selber zu beschäftigen, mich besser kennenzulernen.
Die Bankfrau und Mutter kannte ich gut, mich ganz innen überhaupt nicht.
Was macht mich aus? Wer bin ich, wenn es die Bank nicht mehr gibt? Wie fühle ich mich mit dem
Abschied? Was soll darf kann dann kommen?

Den Sigrid-Prozess schob ich ca. 4 Jahre vor dem eigentlichen (gewünschten) Aufstiegstermin an.
mit einer spirituellen Ausbildung, deren Ziel es war, meiner Seele auf die Spur zu kommen, mir
ganz anders zu begegnen als in selbstreflektorischen  FührungsSeminaren oder Therapien.

"Ich will gut aus meinem Beruf aussteigen in die nächste Lebensphase". Dieser Wunsch entstand in dieser Zeit...

Es kam das genau passenden Ehrenamt auf mich zu... flog fast vom Himmel.

Ich lernte, meiner inneren Stimme zu vertrauen, dem Lebensfluss zu folgen, eher als verkopft und gegen Widerstände zu kämpfen. Ich wurde immer mehr eins mit mir...klar und wach.
Damit wurde auch das Leben in der Bank leichter... Ich ging einfach achtsamer mit mir um.

Meine Tage begannen um 6.00 mit einer Stunde Joggen durch den englischen Garten, dann 30 min Mediation, Frühstück, mit dem Fahrrad entlang der Isar zur Arbeit oder zu Fuß. Ich hatte mir dann in den ersten drei Stunden des Tages schon so viel Gutes getan, dass ich gewappnet war für den Tag.

Es gab Impulse, ganz neue Dinge zu tun... Ich begab mich allein auf den Jakobsweg von München nach Kempten, erfuhr Grenzen und spürte, dass sie mich nicht hindern. Das machte mich stärker und mutiger. Offener für Neues.

Da waren die Existenzängste, die mich an den Rand meines Mutes brachten...Schaff ich das mit dem wenigen Geld hier in München? will ich nicht lieber alles zurück rechnen lassen und bis 65 arbeiten?
Wie paralysiert saß ich drei Tage zu Hause, mit hohem Blutdruck und nicht in der Lage, irgendetwas Positives zu denken... Schaff ich das? Nach drei Tagen Agonie  und die laute der Antwort der inneren Stimme auf die Fragen: Zurück und wieder voll arbeiten? NEIN, niemals. Erst als ich durch die Angst geschritten war, kamen die Ideen.... NA gut, dann suchst Du Dir halt 450 Euro Jobs dort, wo andere Urlaub machen. DAS ist dann fast wie urlaub. War ich also wieder einen  Schritt weiter.

Da gab es Gespräche mit Menschen... immer die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt.  Eine Kollegin schwärmte von Schleswig-Holstein und ihrem Traum, nach der Bank irgendwo auf dem Land zu leben, in einem Hofladen zum arbeiten und einfach mit der Natur verbunden zu sein.

Die spontan mit Tochter Helen vereinbarte Woche an der Nordsee verbrachten wir auf Amrum. Hier kam er wieder der Spleen, die FlitzIdee einmal einen Sommer auf der Insel zu jobben... da wo andere Urlaub machen...


KOMPASS war ein Web-Seminar, sich selber besser kennen zu lernen...ging über drei Monate und arbeitete mit Visionen: was willst Du in 5 Jahren tun, wer willst Du sein. Da stellte ich mir die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt.

"Schreib Dir Dein Leben" war eine Aufgabe.. ich denke ich schrieb mich mit den Visionen auch ein bisschen nach Amrum.
Es durften Sehnsucht nach Meer und Weite ihren Raum haben, der Wunsch nach einem Hund haben, und die Angst vor der Isolation in der großen Stadt, die ich später so beschrieb: "da hüpfe ich von VHSKurs zu VHSKurs, um meinem Tag eine Struktur zu geben und wenn es ganz schlimm wird, laufe ich mit einem Klappkissen unter dem Arm mit dem Alpenverein mit. "


Und heute sollte ich eine Vita schreiben, weil ich alte liebe Kollegin mich als Gast einbauen möchte in eine Seminarreihe: Nature& Soul.

Da geht es um:
Sich selbst bewusst werden, Werte Stärken und Energie
Selbstregulative Kräfte fördern
Bereichernde Beziehungen leben
Veränderungen leben, Wirklichkeit bestalten
Selbstreflexion der persönlichen Entwicklung

Stelle fest: genau das war mein eigener Prozess...  hab ich also alles richtig gemacht?

Das ganze Leben ist Veränderung... die Wirklichkeiten ändern sich immer wieder.

Achtsam sein, Ängste spüren, durch die hindurch gehen, Chancen erkennen, Impulse richtig  verstehen, dem Lebensfluss vertrauensvoll folgen.

Ein bisschen wie Hinfallen, aufstehen, Krönchen rücken und weiterlaufen.

























Mittwoch, 22. November 2017

Neues vom InselLeben

Christine, eine alte liebe Kollegin erinnerte mich gestern an meinen Blog.
Ach, den gibt's noch? Musste richtig suchen, um mich wieder zu finden.

Wie gut, dachte ich, dann kann ich mal Revue passieren lassen, wie die Anfänge auf der Insel waren.
Darauf werde ich sicher zurückkommen.

Inzwischen sind 5 weitere Jahre InselLeben vergangen...

2013... endete mit einem Gefühl der Heimatlosigkeit, dem ich sehr intensiv, auch mit professioneller Hilfe, nachging.  Ein Kindheits Trauma, von dem ich nie gedacht hätte, dass es eines ist... war... ist.
Nun ist es gut. Gott sei Dank.


"Ich wünsche mir, dass ich gesund bleibe, arbeiten kann und Freunde habe. Und wenn dies auf diesem wunderbaren Fleckchen Erde gelingt,  ja, dann leb ich meinen Traum "

5 Jahre.... und ich bin hier  auf der Insel zuhause... immer noch. Ja  - immer noch.  Und lebe meinen Traum... ganz still und wenig unaufgeregt.

Was ist passiert?
Viel und wieder nicht viel... der Zahn der Zeit nagt an mir... Es kneift hier und zwickt dort... Die Wanderungen mit Schmid werden kürzer... Wenn es früher locker 15 km am Tag waren, bin ich heute schon für 12 km dankbar und finde mich gut.... 3 km in fünf Jahren... Apps, das wären in den kommenden 10 Jahren 6 weniger... Aber dann, dann bin ich ja schon 77....

Schmid ist ruhiger geworden, erwachsen und manchmal, wetterabhängig auch eine richtig faule Socke. Nix mehr Personal Trainer...  Mit den Jahren haben wir uns, wie ein altes Ehepaar, einander angeglichen.  Bei Regen, wie heute, rümpft er die Nase und sagt: lass mich meiner Geschäfte nachgehen und dann wieder ab ins KuschelKörbchen.

Frühstücksfee ist nicht mehr... ich hatte keine Lust mehr, morgens um halb sechs aufzustehen.
Jetzt bin ich KinoFrau... helfe dem InselKino Team... Popcorn machen, Tickets verkaufen, Popcorn wegsaugen, mit den Gästen scherzen und Filme gucken. Das ist eine feine Aufgabe für eine Rentnerin... Erinnere mich an die vielen Kinos in München. An der Kasse (da gab es noch das Kassenhäuschen) saßen immer nur alte Frauen. Nun bin ich auch so alt. Fühle mich aber noch ziemlich jung!


Es gibt Freundinnen in meinem Alter... wohnen um die Ecke und im Nebenhaus. Dafür bin ich nicht mehr so oft in der Post.

Da ist der GesangsVerein, der mich zur 2. Vorsitzenden wählte (in Ermangelung einer anderen).

Ganz neue Kontakte sind entstanden, Arbeit mit Flüchtlingen und Freundschaft mit ihnen.

Viel gesehen habe ich: London und Lissabon mit Helen, Lanzarote mit den Amrumern,  Orlando/Fl. mit Angelika (UpwithPeople), Barcelona mit Helen und Otto (ihrem Freund), Baltikum mit der VHS Amrum....

Helen trennte sich und fand die große Liebe... Otto wurde in unserer Familie mit großer Freude begrüßt..

Zwillinge hat die  MalichFamilie bekommen: Pina und Oscar kamen im August 2015. Süße Kinder, ganz entzückend. Cathy  und Moritz sind wunderbare Eltern. Leider ist Frankfurt so weit weg.

Martha kam, Tochter eines Neffen in Neuss, sie ist schon fast drei. Und Erik, der jüngere Neffe, heiratete im vergangenen Jahr.

Ich freu mich auf eine lange Fahrt in den Süden...