Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Sonntag, 30. Mai 2010

Zwei Hochzeiten und kein Todesfall

"Auf der anderen Seite" zu sein, ist schon was ganz Spezielles.

Als Gast empfinde ich viele Serviceleistungen als Selbstverständlichkeiten, nehme sie gerne an - aber ohne das Gefühl, das das etwas Besonderes sei.
Als Service Frau gebe ich mir ganz viel Mühe, versuche, dem Gast alles recht zu machen und erfahre, wie schwer das ist. Bei offenen Gästen spüre ich gleich, was ihnen gut tut und wie ich mich darauf einstellen kann. Bei eher "zu-en", verklemmten, gehemmten, arroganten bemühe ich mich ( und das ist wie Beziehungsarbeit) und spüre überhaupt keine Resonanz. Boaaaaa, ganz schön anstrengend. Denn ließe ich nach, wird es als schlechter Service gewertet. Wirklich??? Vielleicht wollen sie ja tatsächlich in Ruhe gelassen werden, nicht gefragt und nicht bemüht... Und fühlen sich in ihrem Cocon am wohlsten (was ich natürlich nicht oder nur sehr schwer nachvollziehen kann).
Nun, zwei harte Service Tage liegen hinter mir:

Eine Hochzeit mit 25 Gästen, fröhlich, trinkfest und beredt. Mein Debüt als Servicekraft schien wie eine Taufe: eine 0,25 ltr. Cola Flasche flog in hohem Bogen vom Tablett.. zum Glück wie gezielt an den Gästen vorbei in den Raum. Gut gezielt und nichts passiert, ausser dass der Chef persönlich den Boden putzte. Danach ging alles glatt, das 5-Gänge-Menue ohne Kleckern serviert, die diversen Weine ausgeschenkt, ohne einen Tropfen zu verschütten...
Eine zweite Hochzeit mit 10 Gästen, dreisprachig und eher schwierig. Die Leute spießig und bieder, rechtschaffen und sparsam ...leider auch mit Worten. Es zog sich dahin wie Kaugummi. Die schöne Braut wollte die Feier durch Pausen zwischen den Gängen noch strecken... "meine" Küche spielte nach 22.30 Uhr Gott sei Dank nicht mehr mit.
Ab 1/2 12, die Dessertvariationen waren vertilgt, der letzte Rotwein verteilt, die Espressi getrunken... spielte man Mikado: wer als erster aufsteht vom Tisch, hat verloren....

Es ist wie im richtigen Leben und Beruf: wenn's fließt und sich was rührt und bewegt, macht es mehr Spaß. Wenn das Herz mitspielt, wenn die Beziehungen stimmen, wenn es einfach Freude macht, mit denen zu sein, denen Du gerade "dienst", dann fühlt es sich richtig richtig gut an.

Und so präsentiert sich das Service Dream Team des Weltenbummler in Steenodde auf Amrum:



Etwas ganz Eigenartiges ist passiert: das Telefonat mit meinem allerbesten Freund (ja, er ist es!!!) spiegelte mir, dass ich hier auf der Insel auf einem eigenen Cocon lebe - weit weg vom "richtigen Leben". Ich habe das Gefühl für Zeit, Raum, Stress und das Berufsleben(anderer) verloren und (schmerzlich) erfahren, dass mir die (liebevolle) Verbundenheit an meine Freunde auf dem südlichen Festland sehr wichtig ist...

Sollte ich im Rentnerleben angekommen sein?

Donnerstag, 27. Mai 2010

Der Sommer ...

hat heute mal ausprobiert, ob es sich lohnt, auf Amrum zu sein.
Grad gefällt es ihm... er ist noch da. Azurblauer Himmel scheuchte mich heute morgen aus dem Bett. Kein Wind zu hören - und so musste ich an die Nordspitze, die Odde.
Mit dem Rad am Watt lang, und dann...



... barfuß im auflaufenden max. 9 Grad warmen Nordseewasser. Erfrischend, Kneipp pur und so gut für die Füße.


Heute ist vor einem langen arbeitsreichen Wochenende mein letzter freier Tag.
Morgen und am Samstag wird in unserem Inselhotel geheiratet...

Ich werde überall einspringen und bin schon sehr gespannt, wie sich so ein Fest auf der anderen Seite anfühlt. Im März war ich Auftraggeber, jetzt bin ich Erfüller. Zumindest weiß ich, wie ich es haben und wie ich bedient werden wollte... Gute Voraussetzungen, die Gäste zufrieden zu stellen. Hoffen wir mal, dass alles gut wird.

Wiltrud bewundere ich: sie ist den ganzen Tag da, immer freundlich, scherzt mit den Gästen, deckt abends noch das Frühstück ein und... hat die letzten drei Tage statt meiner das Frühstück gemacht. A la Bonheur. Schon allein deshalb möchte ich die nächsten Tage fit und gut sein - um sie zu entlasten.

Gott sei Dank probt das Wetter gerade Sommer, Wetter online behauptet, dass es das auch morgen und am Samstag tun wird. Danach sind die Hochzeiten vorbei. Und es kann wieder kalt regnen.. Wehe!!!!

Mittwoch, 26. Mai 2010

Harmonie und Schönheit



Die schönsten Skulpturen gestaltet die Natur selber. Die sind nicht von Menschenhand gemacht. Ein Sandböppel aus verschiedenen Perspektiven - nicht größer als meine Schuhspitze...




Für mich ist dieser Böppel Sinnbild der Natur hier auf der Insel. Die harmonische Form finde ich überall - in den Dünen, auf den Bohlenwegen, im Kniepsand, am Watt.
Das Schnörkellose ist der Insel zu Hause. Kein Pomp und Circumstance... nein, Natürlichkeit und Einfachheit bestimmen das Inselleben. Wie erholsam, nicht vor jedem Essengehen überlegen zu müssen, welche Klamotte ich jetzt über den Catwalk führe.

Und überall kann ich verweilen und einfach nur schauen - einfach - nur - schauen.

Dienstag, 25. Mai 2010

Ein unzufriedener Kunde...

sagt es mindestens 6 anderen...Leider! Und im Urlaub hat man viel Zeit zum Ratschen und Austauschen von Erfahrungen. Habt Ihr da schon gegessen. Ach? Die sind noch nicht so weit. Interessant. Dann brauchen wir da nicht hin?

Ihre Erfahrungen geben sie als einzige Wahrheit anderen, wenn sie vor der Post ihren Wein trinken. Das Urteil von Inselgästen, die seit 30 Jahren kommen, hat Gewicht.
6 sagen es 6, die 36 sagen es wieder jeweils 6, die 216 sagen es wieder 6, dann weiß es schon die halbe Insel... 1.296 Gäste und Insulaner nach nur 4 verschiedenen Kontakten. Wie sollen wir da die Füße auf den Boden kriegen, wenn das Urteil lautet: die sind noch nicht so weit... Als „gewarnter Gast“ gehe ich nicht hin.

Neue Konzepte brauchen Zeit. Und Menschen, die ihre guten Erfahrungen streuen. Und Mitarbeiter, die sich nicht beirren lassen. Stimmt. Geduld ist schwer zu haben, wenn ich als Gastgeber meinen Laden lieber voll als leer habe... bares Geld kostet das und tut weh!



Dieser Salat sieht doch lecker aus, oder???? Geschmeckt hat er wirklich sehr sehr gut. Der allerbeste Salat, den ich je auf der Insel aß.
Gut Ding will eben auch und besonders auf der Insel Weile haben. Es wäre doch gelacht, wenn wir den Weltenbummler nicht bis Saisonende da haben, wo er hingehört: an die Spitze.



Die Insel ist ziemlich voll. Überall bayerische und schwäbische Klangfärbung. Pfingstferien. Ein Glück, dass den geübten Amrum-Urlauber kaltes Wetter nicht schocken kann. Bei 10 Grad ins Wasser, 50 Schwimmstöße und wieder raus.
Meine geliebten Inselfarben entwickeln sind langsam... Grün auf den Salzwiesen, die Getreidehalme wiegen sich schon sattgrün im Wind, das Watt-Wasser ist dunkelblau, der Himmel mit seinen Sahnebaiser-Wolken zumeist azurblau. Ein paar meiner iphone Bilder hänge ich heute hier an... vom Morgenlauf am Kniepsand. Allein auf weiter Flur, nur Sand, Wolken und Weite. Wunderbar.









Die Heckenrosen konnten aufholen, Zeit gut machen und schon machen Knospe lauert auf eine längere Wärme- und Sonnenphase. Der Rhododendron ist reif. Aber... die Kälte steckt ihm in den Blüten. Saft-, kraft-, farblos. Noch warten wir auf das satte Rot bei der Hebamme in Norddorf, auf die vielen verschiedenen Rosetönen in Nebel am Watt.



DIESE ROSE
schenke ich Euch allen... die letzte Rose aus dem großen Strauß, den Helen mir zum St. Mütterleins-Tag auf die Insel schickte.

Freitag, 21. Mai 2010

Allein allein, allein allein....


Die Amrumer Autowaschanlage... hier reicht das ;-)


Vom Sande befreit... sieht er nicht schnieke aus - der Paul aus München?...


Die Sonne lässt das frische Birkengrün so zart erscheinen....


Meine Lieblingslichtung zwischen Leuchtturm und Süddorf...


Nach „VieleMenschenTagen“ genieße ich Sigrid-Tage sehr.

Blauer Himmel und zart wie Zuckerwatte auseinandergezogenen weißen Wolken begrüßten mich am Morgen (nach zwei freien Tagen wache ich ohne Wecker erst gegen ½ 7 auf). Durch mein weit geöffnetes Veluxfenster hörte ich außer gurrenden Tauben und kreischenden Möwen, die im Sturzflug auf das Haus zu flogen, schnatternden Eiderenten, die es ihnen nachahmten, nichts. KEINEN sturmen Wind, nein, nur ein flaues Lüftchen traf mich... noch wohlig im Bett liegend. Frühstück in demselben, nebenbei die ersten Nachrichten hören, wunderbar.
Die erste Idee des Tages: ich will mein Auto waschen. Ihm, er heißt Paul, wünsche ich nicht das Schicksal seines Paul-Vorgängers. Der stand vier Monate auf dem großen Parkplatz in Norddorf, Wind und Sandstürmen und der salzhaltigen Luft ausgesetzt. Ich denke, dass in dieser Zeit die Elektronik lange geplant hatte, sich im November zu verabschieden. Ungestraft, dachte Paul wohl, stehe ich hier nicht in jedem Nordseewetter rum. Sono Italiano (womit er Recht hatte, denn er war seinerzeit ein Re-Import diretamente di Milano). Was also bot sich besser an als eine Dusche mit einem Hochdruckreiniger.... Ich wollte schon immer mal in einer Autowaschanlage den Vor-Wäscher mimen. In die „Duschkabine“ eingefahren, musste ich mich erst einmal am Automaten orientieren – mit wenig Erfolg. Neben mir, jenseits der Kabine, parkte der alte Herr Harksen mit seinem Taxibus, guckte griesgrämig und dachte wohl: na, wann die wohl fertig ist? Seine Ungeduld ließ mich als gute Frau erscheinen. Ich bot ihm an, da er ja mit seinem Auto Geld verdienen muss, vor mir zu waschen... dann könnte ich ihm auch zuschauen. Strahlen in seinen Augen und ich hatte einen wunderbaren Lehrmeister.

Und, sieht er nicht wunderbar aus, der Paul aus München?
Den Rest des Tages genoss ich in der Natur... mit Kaffee und Zeitung im Strandkorb – barfußWetter. Mit Rad und zu Fuß in Wittdün – an der Südspitze. „Schau Dir die Columbus an“, hatte André von der Post empfohlen. Er ist Hamburger und hat eine sehr enge Beziehungen zu Schiffen – Kreuzfahrtschiffen.
Da stand sie und konnte mein Herz nicht berühren. Stellvertretend für meinen Vater stand ich da und guckte. Vati hätte seine helle Freude gehabt . Ein Bild muss reichen. Für ne schöne Münchnerin ist das schon ganz schön gut.
Weiter in meinem Lieblingswald, auf meiner Lieblingsbank in der Sonne am Rande einer wunderbaren Lichtung, die in drei Monaten Heide-glühen wird. Ein Buch hatte ich gefunden... Mit Blick auf’s Meer, das ich mir für eben diese Lichtung wünschte.... zwei Stunden Sonne, Lesen und nur Gucken. Und ich konnte nicht genug bekommen. Es gab in diesem Moment nichts Wichtigeres, nichts Schöneres, nichts Anderes.
Sie waren wieder da, die heiligen Momente des GLÜCKS, der Dankbarkeit, hier sein zu können, so ganz selbstverständlich mein Leben hier und in München leben zu können.
Die Abendfeier in der St. Clemenskirche behandelte die Liebe. Wieder Gänsehaut. Sie begann mit meinem Konfirmationsspruch ...
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheusbrief, 1,7)
Mit den Jahren konnte ich ihn annehmen als MEINEN Spruch.
Tief beeindruckt hat mich auch das:
Ohne Liebe Ist Alles Nichts!
• Pflicht ohne Liebe macht den Menschen reizbar;
• Verantwortung ohne Liebe macht den Menschen rücksichtslos;
• Gerechtigkeit ohne Liebe macht den Menschen hart;
• Wahrheit ohne Liebe macht den Menschen zum Nörgler;
• Erziehung ohne Liebe macht den Menschen falsch;
• Verstand ohne Liebe macht den Menschen listig;
• Freundlichkeit ohne Liebe macht den Menschen heuchlerisch;
• Kompetenz ohne Liebe macht dem Menschen unnachgiebig;
• Macht ohne Liebe macht den Menschen gewalttätig;
• Ehre ohne Liebe macht den Menschen hochmütig;
• Reichtum ohne Liebe macht den Menschen geizig;
• Glaube ohne Liebe macht den Menschen zum Fanatiker;
• Es gibt nur eine Macht auf Erden und im Himmel- die Liebe!


Im Einklang mit mir, meinem Leben, meinen Lieben und meinem Blutdruck
(126 : 73, bei 54 Ruhepuls) verabschiede ich mich heute.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Friesentorte und noch meehr....am 19. Mai 2010


... das Innenleben der Friesentorte


... unsere Hochzeiter Mechthild und Gernot aus Frankfurt



... die Torte in ihrer GANZEN Pracht

Gestern war auf der Insel Hochzeitstag
Mechthild und Gernot hatten sich vor 16 Jahren auf der Insel kennengelernt, sind seitdem ein Paar. "Als Partner bin ich sehr geübt und versiert und gut," meinte Gernot gestern beim Verabschieden, "als Ehemann jedoch völlig ungeübt". Nun, im nächsten Jahr kommen sie wahrscheinlich als altes Ehepaar daher, immer noch vergnügt und glücklich. Ich wünsche es ihnen von Herzen.

Ja, ein Tag der "vielen Menschen" um mich. Ein schöner reicher bunter aufregender Tag. Im vergangenen Jahr war ich zu dieser Clique gestoßen, per Zufall, bei den Jungs von der Post, die auch Wein verkaufen und zum Probieren ausschenken.

Und heuer wurde ich begrüßt, als gehörte ich wie selbstverständlich dazu.
Das macht dankbar. Wirklich. Ich fühle mich wohl in dem Kreis, und aufgenommen.

Gott sei Dank hatte ich meinen fotografischen Apparat mit und konnte ein wenig beitragen, fotografierte die ganze Feierei ... den Sektempfang nach der Trauung im gegenüberliegenden "Amt" und nachmittags das Vertilgen der obligaten Friesentorte.
Wie gut auch, dass ich meinen 2. freien Tag in Folge hatte... kein Zeitdruck, kein auf die Uhr schauen, keine Hetzerei. Wunderbar.

Meine Fanatasie ist, dass die Friesentorte die Torte für besondere Gelegenheiten ist... aus luftigleichtem Blätterteig, Pflaumenmus und schierer geschlagener Sahne.
Sahne gibt es immer auf der Insel, Plaumenmus auch und Blätterteig machten sie früher auch... diese Zutaten gibt und gab es Wetter-und Seegang-unabhängig. Und feiern tun sie hier auch gerne.

Diese weiße fluffige Pracht steht dann als Torte vor Dir.... mit viel Geschick wurde sie aufgeschnitten... mit scharfem Küchenmesser, immer in heißes Wasser getaucht... und dennoch: mit jedem Stück wurde sie platter und im Durchmesser größer, die wunderbare Friesentorte.

Im Friesencafé oder bei Café Schult haben sie bestimmt eine Friesentortenschneidemaschine, denn sooo platt wie unsere habe ich dort nie ein Stück gesehen.
Lecker und nährend und reich.... wie der ganze Tag!!

Heiraten auf der Insel ist in. Mechthild und Gernot waren das Paar No. 52, nach ihnen das Paar No. 53 war eine "Lebensgemeinschaft". Die Jungs reisten aus Passau an und waren ziemlich schamig, dem Vernehmen nach. Schade, sie hätten mit uns trinken und essen können. Nun...

Am Nachmittag lernte ich dann noch eine Düsseldorferin kennen, die seit 6 Jahren auf der Insel lebt... "Wie das kommt? Nun, ich saß an der Wandelbahn, las ein Buch und "mein Mann" setzte sich neben mich... So blieb ich auf der Insel". Darauf meinte André gleich, ich solle nun zur Wandelbahn (Strandpromenade in Wittdün) gehen und dort meine Bücher lesen. LOL, ich denke, es gibt andere Möglichkeiten, auf der Insel zu bleiben. Und: Gut Ding will eben Weile haben.

Der Donnerstag war nun erst einmal wieder ein Sigrid Tag, davon morgen mehr.

Montag, 17. Mai 2010

Gästechor probt am Montagabend

Endlich einmal wollte ich an der Gästechor-Probe teilnehmen, um am Donnerstag abend in St. Clemens die musikalische Abendfeier mitzugestalten...
Freimuth Stümpke, der Insel Kantor, Organist und leitende Kirchenmusiker, hatte wie immer zwei 4-stimmige Stücke ausgewählt.
Genug Tenöre hatte es, an denen ich mich hätte orientieren können...
Aber bei Sigrid fehlt es ja an den Basics.... da bekommt sie ein Notenblatt ausgehändigt mit einem komplizierten Stück von Mendelsohn-Bartholdy, soll gleich ihre Stimme vom Blatt singen... Sigrid und vom Blatt....Karl-Heinz und Astrid (meine liebsten Tenöre bei den Munich Sould of Gospel) ich dachte soooo sehr an Euch heute abend und sehnte mich nach der gemeinsamen Probe.

Ein wenig bemühte ich mich, quälte und grämte mich ein wenig... bis ich entschied, dass ich mich mit 60 nicht mehr ärgern muss, weil ich was nicht kann, singen zum Beispiel vom Blatt - Mendelsohn. Und so bleibe ich zufriedene Zuhörerin am Donnerstagabend in der Kirche. Und ich bin stolz, dass ich mich bei Freimuth St. entschuldigte und offen zugab, dass diese Werke meine musikalischen Fähigkeiten bei weitem übersteigt.

Freie Tage, Urlaubstage




Im vergangenen Jahr saßen Helen, meine Besucher-Freunde und ich hier... Flasche Wein im Rucksack - mit Gläsern - und warteten auf den Sonnenuntergang.
Heute feierte ich dort meinen ersten freien Tag seit... 10 Tagen. Ein schönes Gefühl, morgen nicht schon um 1/2 6 Uhr wach werden zu müssen, sondern zu können mit der Option: einfach weiter schlafen.
Eine Freude zu spüren, dass das Wetter wärmer wird.... der Himmel ist blau, der Wind noch kalt aber... der Frühling lässt sich schon riechen.
Heute, auf dem Weg zur Aussichtsdüne am Norddorfer Strand, fiel mir wahrlich auf, dass die Natur, verglichen mit dem letzten Jahr, mindestens drei Wochen aufholen darf.
Im letzten Jahr trauten sich schon die Rhododendren raus... welche Pracht war das bei der "Hebamme ihrem Haus", erinnert Ihr Euch an die Bilder. Die Heckenrosen waren schon dicht... Die Dünen waren grüner, sowohl mit den Heidesträuchern als auch mit dem Dünengras, das jetzt noch ziemlich gelb und winterlich steht.
Aber - es wird.

Jetzt habe ich also drei Tage frei... "Langweilst Du Dich nicht?", Nöööö. Morgen ist Minihaushalt und Wäsche dran (das allein ist schon ein ganzer Vormittag), nachmittags Radlfahren wohin es mich treibt - wahrscheinlich einmal um die Odde. Und am Abend werde ich einmal ganz in Ruhe und mit viel Genuss die Küche meines Chefs ausprobieren.
Und mir mal den "Weltenbummler" zu Gemüte führen. Auf der Insel hat der "Weltenbummler" schon einen beachtlichen Ruf, die Gäste sind begeistert und erzählen das auch weiter.... Mund zu Mund Propaganda. Wunderbar. Besser kann es nicht sein.
Ich werde berichten und Euch den Mund wässrig machen.

Jetzt gehe ich erst einmal zum Singen. Heute ist die erste Gästeprobe für das Singen im Rahmen der Donnerstagabendfeiern in der St Clemens Kirche. Schaun wir mal, ob die einen Tenor brauchen.

Das war's von heute

Samstag, 15. Mai 2010

Du wirkst irgendwie gehetzt...

... meinte neulich Helmut, als ich um 15.00 Uhr in die Post kam – von der Arbeit.
Und über den Satz habe ich nun nachgedacht und nachgespürt. Ja, es stimmt. Ich war ein wenig genervt, weil ich so lang im Hotel war, wollte noch meine Wäsche aushäusig waschen und war ein wenig unter Zeitdruck.

In diesem Insel-noch nicht-Sommer ist vieles anders: Ich wohne selbst, das heißt: unabhängig , nicht im Hotel. Das führt dazu, dass ich Hausarbeiten, wie Wäsche waschen, zu bestimmten Zeiten im einzigen Insel-Waschsalon erledige. Und dazu brauche ich Zeit. Ich bin grad länger im Hotel als ich eigentlich wollte, da das Büro organisiert werden möchte. Das geht nur nach dem Frühstück und vor dem Abendessen. Und macht Spaß. Außerdem ist es eine willkommene Alternative zum schlechten Wetter. Immer im Wind die Insel auf dem Rad umfahren, ist auf Dauer auch nicht der Hit. Und - für den Strandkorb ist es wahrlich noch zu kalt.
Aber zu sehen, wie aus einem gelinden Chaos eine gewisse Ordnung erwächst, und darüber hinaus immer mehr die Zusammenhänge einer Hotelwirtschaft verstehen lernen, das hat was....
Und so habe ich meine Münchener Geschäftigkeit grad mal mit auf die Insel genommen... und wirke für den eingemeindeten Berliner (der wahrlich nicht zu den Ruhigsten gehört) gehetzt.
Dieser Mai ist vielleicht nicht der Monat meiner Kontemplation. Zugegeben. Damit ich aber im wahren Sommer (also: Jetzt-Wetter plus mindestens 13 Grad) die Ruhe und Gelassenheit für meine Lieblingsplätze habe, investiere ich jetzt sehr gerne meine Zeit da, wo sie grad gebraucht wird.
Auch das ist Freiheit, die ich meine.

Dienstag, 11. Mai 2010

... und führet mich zum frischen Wasser.







Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines namens Willen.


Welch eine Freude! Er führte mich zum frischen Wasser, durch grünende Dünen, an einem Kaffee mit Pflaumenkuchen vorbei... und ich dankte der inneren Stimme, die einfach sagte: los jetzt.

Die Kälte war einer wohligen Bestrahlung gewichen, der Himmel blau, der Wind lau. Also ideal für einen langen ausgiebigen Spaziergang, der mich ans große weite Meer führte, 1 Stunde am Kniepsand, über das Quermarkenfeuer zurück zur Vogelkoje und dann nach Nebel. Drei Stunden war ich draußen.

Faszinierend meine Pause auf einer Sonnenbank. Meine Augen hielt ich geschlossen, die Sonne lud mich – ähnlich einem Akku – auf, ganz langsam, aber nachhaltig. Ich lauschte der Stille: kein Auto, kein Flugzeug, keine Rasenmäher, keine Stimmen. Nur der Wind in den Bäumen und ganz hinten im Hintergrund vermischte sich mit diesem Rauschen das Rauschen des Meeres (fast schemenhaft, ganz weit hinten und doch wahrnehmbar). Zwischendurch das Kreischen einer Möwe, das böse Zischen eines Graugänserichs, der seine Familie gegen eine große schwarze Krähe verteidigt, ein paar Enten und wieder ne Möwe.... Der Hahn der Vogelkoje meldete sich zu Wort, dann wieder nichts, gar nichts, kein Auto, kein Mensch, kein Flugzeug, kein Rasenmäher... dann – meine Augen waren immer noch zu – Fahrräder, die an meiner Bank vorbeifahren und entfernte Stimmen.

Als ich meine Augen öffnete, sah ich in die Äste einer sehr alten hohen Kiefer und in einen strahlend azurblauen Himmel und wusste, ich habe auch Urlaub.

Diese Nachmittage sind es, die meinen Inselsommer bereichern. Sie entschleunigen, zentrieren und machen dankbar und zufrieden.



Da sitz ich in meinem Wohnclo ... so sieht das grad aus, nicht besonders aufgeräumt aber gemütlich mit den herrlichen Rosen von Helen ....
und kriege heute mal meinen Hintern nicht hoch.
Draußen scheint die Sonne, aber der Wind ist bitterkalt. Es will nicht Frühling werden, mutet eher an wie ein warmer Wintertag und es verdrießt mich immer mehr.... Schade eigentlich, denn unsere Gäste erzählen immer, dass es kein kaltes und schlechtes Wetter gibt, nur die falsche Kleidung. Wie schon weiland mein Großvati sagte.

Ich finde, es muss auch mal Tage geben dürfen, an denen ich einfach nur "abhänge", chille in Neudeutsch....Soll ich jetzt nicht doch die Stöcke nehmen und zum Strand laufen?... aber da ist der Wind noch kälter. Oder mit dem Rad nach Nebel und Norddorf... Ja und dann? Oder aber ich jogge, dann wird mir von selber warm und ich bin anschließend noch stolz auf mich.

Diese Überlegungen kenne ich von München, Mrs. Innere Schweinehündin lässt grüßen.
Und wo ich sie jetzt formuliere, finde ich sie schon wieder ziemlich witzig... so offensichtlich und es braucht doch nur einen winzig kleinen Tritt in den Allerwertesten, oderrrrr?

Hier im Hotel läuft alles nach Plan. Der Chef hatte uns für drei Tage das Haus anvertraut und ist aufs Festland gefahren. Zwei alte Frauen (Wiltrud,56 und ich) und zwei Jung(e)Köche schmissen den Laden - und - es - hat - Spaß - gemacht.
Was wäre, wenn wir gemeinsam eine Pension / ein kleines Hotel hätten? Hier können wir üben und schauen, was alles dazu gehört... Funktioniert die Mangel.... warum steht sie jetzt. In welcher Reihenfolge sollte sinnvollerweise die Wäsche gewaschen werden, wie feucht muss sie zum Mangeln sein? Wie ist das beste System für ein effizientes Wäsche-management? Und... warum kamen die Gäste für die FeWo nicht?... Der Wellnessbereich wurde einmal benutzt, klar: Wischen und Spritzer weg, neue Handtücher rein. Haben wir an die Bestellungen gedacht? .... ich glaube, nach der Saison könnten wir das Haus alleine managen. Und bräuchten nur noch die halbe Zeit.

Es ist toll festzustellen, dass es auch im hohen Rentenalter noch einen Heidenspaß macht, Lösungen zu finden, die besten Wege und Prozesse zu definieren und zufrieden mit getaner Arbeit zu sein.... auch wenn wir nicht im 5*** Haus sind, sondern unseres auf 3-4 bringen wollen. Das ist schwerer als die 5 zu halten.

Dann werde ich mal joggen gehen. Tschüß denn

Montag, 10. Mai 2010

Und dann fahr ich...





...mit dem Rad durch meinen Lieblingswald – von Nebel über die Vogelkoje nach Norddorf. Jeden Huckel kennt mein Hintern, manche Wellen er-fahre, ich als säße ich auf dem Rücken eines Pferdes (Helen möge mir verzeihen, das fühlt sich wahrscheinlich gaaaanz anders an), ich fließe und fliege dahin, durch einen Wald, der aussieht wie ein Dom mit einer lindgrünen Kuppel. Minihäschen kreuzen meinen Weg. An der Vogelkoje begegne ich endlich den Graugansfamilien mit ihrem Nachwuchs (nicht älter als 5 Tage), stolz warten an jeder Ecke Fasane, die ihren Hintern nicht mal vom Weg nehmen, wenn ich klingele (Helen mit Deiner wunderbar lauten Klingel, die keiner überhören kann).
Verbunden mit allem und allen, die dort sind, mit den Tieren, der Natur, den „Frauen auf dem Grill“, alte Damen, die in der Sonne sitzen und mich bitten, dass ich ein Foto von ihnen mache, fühle ich mich. Verbunden und mit mir. Das ist Amrum (für mich).

Warum Amrum????



... fragte mich heute ein Gästeehepaar beim Frühstück. Ja, warum eigentlich? Es hätte auch Juist oder Sylt werden können – oder nicht?

Meine erste Begegnung mit der Nordsee hatte ich in der Nähe von Wilhelmshaven. 1984, Helen, meine Tochter, damals fast 2 Jahre alt, landete nach 15 Minuten kopfüber und total im schwarzen Schlick – aus der Traum vom Tag an der Nordsee und Watt fand ich doof und dreckig.

1990, immerhin 6 Jahre später, gewannen wir einen Sechse im Lotto, nein: erhielten einen Platz zur Mutter-Kind-Kur in Keitum auf Sylt – wieder am Watt. Wie oft fuhren wir mit dem Fahrrad an die „schöne“ Seite, wo das große weite tosende Meer Dir zeigt, wie klein du wirklich bist, wo der blanke Hans seine Kraft immerwährend zeigt, wo Du nie ein selbes Bild siehst, wo sich immer was tut, wo die Weite des Himmels Deine Seele befreit und dein Herz erleichtert, wo die Bronchen frei werden und
Ab 1993 verlebten wir einige Mutter-Kind-Ferien auf Wangerooge. Eine schöne Familieinsel mit vielen Ponies. Helen war glücklich und ich fuhr immer mit dem Rad um die Insel. Auch schööööön.

„Lass uns mal nach Amrum fahren“, meinte 1994 ein Mann, den ich kennengelernt hatte. Letzte Oktoberwoche – Friesenhaus mit Reet, eine gesunde Mischung aus Sturm, Sturmflut und sonniges ruhiges Oktoberwetter, Radfahren durch den wunderbaren Wald. Den Mann vergaß ich schnell – die Insel diente meiner Klärung – der Inselwald war als Bild im Gedächtnis verankert.
Danach kam nur noch Kur an der Ostsee – auch schön....

Als ich die Altersteilzeit als mein optimales Berufsaustiegsprogramm definierte und entschieden anging, gab es im Freundeskreis Stimmen, die meinten, ich sei zu jung, um alt zu werden. „Stimmt“ entgegnete ich und philosophierte, ich könne ja, wenn ich was anderes im Leben haben wollte, Frühstück auf einer Nordseeinsel machen. Von diesem Zeitpunkt an (und die Idee des Frühstücks war so dahin gelabert) traf ich nur noch Menschen, die auf Amrum glücklich sind, dort her kommen, dort immer wieder hinfahren, die Insel kennen und lieben. Es gab kein Entrinnen mehr, keine andere Insel als AMRUM.
Immer wieder ist es Zuhause - ein HierSEIN. Immer wieder und jeden Tag neu.
Ja, es gibt eine lenkende Energie, die einen Sog ausübt, dem ich mich nicht entziehen kann.

Und warum das so ist? Egal.

Freitag, 7. Mai 2010

Und jeden Morgen wieder...



freue ich mich schon auf meinen Weg zur Arbeit... mit dem Fahrrad am Watt lang.
Wenn es nicht regnet, klar ist und fast wolkenlos, dann sieht es so aus
im "Land der aufgehenden Sonne", am Watt zwischen Nebel und Steenodde.
Der frische Morgenwind bläst durch meinen ondolierten Schopf. Dank Wella sitzt die Frisur den ganzen Tag.

Ich kann mich von dem Anblick nur lösen, weil ich weiß, dass der Blick vom
Frühstücksraum auf das morgendliche Watt im gleißenden Sonnenlicht noch viel
betörender ist.

Und dabei denke ich immer an Helen, die ihr Amerikanistik-Institut in Paris suchte, von der Ile über die Seine zurück musste und mich mit Handy anrief und beschrieb:
"und die Seine glitzert im Morgenlicht wie Millionen von Diamanten"...
Mit diesem Bild hatte sie damals IHR Paris gefunden, in dem sie ein Semester studieren
wollte.
Es gibt Momente im Leben, die vergesse ich nie.

Einmal Sylt und zurück...




Wer seinen Traum vom Inselleben realisieren darf, kann auch Ehrenamt. Gestern gab ich meinen Einstand in Westerland... In regelmäßigen Abständen werde ich mit sehr sympathischen, meist Syltern zusammen arbeiten. Ich fühlte mich gestern sehr wohlwollend und fast liebevoll, ganz offen und freudig aufgenommen in deren Kreis. Ein gutes Gefühl. Ein sehr gutes Gefühl. Die Arbeit wird mich nun in regelmäßigen Abständen nach Sylt führen. Für einen Tag und eine Nacht. Meine Schiffspassagen werden bezahlt und eine Jahresgästekarte für die Gemeinde Sylt (ALLE Strände!!!!!) habe ich auch in der Tasche. Es gibt schlimmere Arbeitsbedingungen.
„Die Friedrichstraße in Westerland ist wie Kaufhof am Meer“, beschrieb ein Gast seine Syltimpressionen im vergangenen Jahr. Das Gute ist, wir brauchen Kaufhof nicht täglich Gleichwohl entspannt es ungemein zu wissen, wenn ich ganz wirklich dringend etwas bräuchte, was ich hier nicht bekomme, dann kriege ich es in Westerland. Und schon bäumt sich in mir die Frage auf: und was bräuchst Du soooo dringend, dass Du es in Westerland besorgen musst? Nüx, gar nüx. Und das ist das viel bessere Gefühl.

Highlight auf Sylt war zweifelsohne die heutige Radfahrt von Westerland bis Hörnum. Durch die Stadt, über 4-spurige Straßen, rot gepflasterte Radwege, Fußgängerampeln.
Zwanzig Kilometer, unterbrochen durch ein Frühstück mit Sabine aus Ingolstadt, die gerade mit Tochter Frauenferien in Rantum macht. – 20 km Radfahren mit Rückenwind Hey !! nur Fliegen ist wirklich schöner. Hätte nun auch noch die Sonnen geschienen statt des Regens, wäre es wärmer aber nicht spannender gewesen. Es ist wie immer: bist du einmal nass auf dem Rad, ist eh alles egal und es fährt und fährt und fährt. Nur die Gedanken an Nässe, Kälte und Unbehagen machen schlechte Laune.

Herzebuppern hatte, als sich mein Adler Express röhrend durch 6 Windstärken Amrum näherte. Warum das so ist? Keine Ahnung. Um das zu ergründen, bin ich hier.
Das Schönste zurück auf Amrum: auch hier kam der Wind mehr von hinten als von vorne – und flugs war ich durch den Wald bis nach Hause gefahren.

Eines noch zum Schluss für heute:
Ich friere wie im November, höre in der Natur die Maiklänge und wünschte, es wäre wenigstens "nur" Aprilfrisch.

Mittwoch, 5. Mai 2010

"Was machst Du eigentlich, wenn....



... Du nicht arbeitest?“ fragte meine Mutter. Sie erinnert sich an das Bild des Wohnclos: Pittoresk, ein wenig wie des Armen Poeten Behausung von Spitzweg... ein Dach über dem Kopf, aber nichts für wenn das Wetter inselgemäß gruuusig ist.

Nun, auch in 10 qm kann ich mich trefflich aufhalten, kann schreiben, denken, kochen schlafen, träumen und warten, bis sich die Sonne wieder in meinem Velux-Fenster zeigt.
Denn dann ist es Zeit, die warme Jacke, Handschuhe, Mütze und Schal zu schnappen und raus in die Natur zu eilen. Das kann mit dem Fahrrad sein, mit den Stöcken oder ganz einfach beim „altersgemäßen“ Spaziergang. Zu sehen, entdecken und genießen gibt es immer was... den weiten Himmel mit den skurrilsten Wolkenbildern, das zarte Grün der Birken, Buchen und anderer Laubbäume, die in den vergangenen Jahren im Kiefernwald neu aufgeforstet wurden. Kleine, nein Mini-Häschen gibt es schon, die noch keine böse Welt kennen und einfach den Fahrradweg überqueren. Eichhörnchen, die eh keine Scheu vor nix haben und Fasane, die ein Gezeter veranstalten, bis die Frau Gemahlin endlich an ihrer Seite ist.

Es gibt immer eine Bank, ein windgeschütztes Plätzchen, von dem aus ich einfach nur gucken und genießen kann. Meine Augenweide ist die Heide – noch dunkel vom Winter – dahinter Felder (grad mal frisch besät) und dann, dann das blaue, tiefblaue Watt, wenn das Wasser da ist, mit der Insel Föhr am Horizont. ... dunkelbraun, hellbraun, bisschen grün, dunkel-wasser-blau und hell-himmelblau bis gelbgold von Föhr.

Jeden Tag ein Highlight zu beschreiben, nahm ich mir vor für diesen Blog. Heute?
Holte ich André von der Fähre ab. André von der Post war 10 Tage auf Gran Canaria und ich spielte Taxi. Das war wie Helen vom Bahnhof abholen oder Mutti... es fühlte sich wie zuhause an und jemand Vertrautes kommt heim. Schön!





So richtig wohl fühle ich mich, wenn der Himmel weit ist und das Land flach, wie der Himmel über Schleswig-Holstein, der für mich der schönste ist... lauter Wattebausch- und Baiser-Wolken. Sie erzeugen eine Tiefe, wie ich sie sonst nirgendwo erlebe.

An meine Lieben und Freunde daheim!

Es bedarf schon einiger küstlicher Morgenstunde im Bett, um die Möglichkeiten eines Blogs zu ergründen...

Jetzt seid Ihr alle eingeladen, mitzulesen und mitzureisen.


Dank Mütze und Jacke seid Ihr eh überall dabei, wärmt und tragt mich - hier und anderenorts in jeder Beziehung.

4. Mai 2010

16 Tage und schon wieder wie "zu Hause".
Es ist, als wäre ich nie weg gewesen und doch ganz anders.

Lustjobben heisst in diesem Jahr: 4 Vormittage in einem kleinen netten Hotel in einer der schönsten Ecken der Insel Frühstück machen und danach aufräumen. Um 12.00 Uhr ist mein Dienst vorüber und die Insel gehört mir (natürlich allen anderen Gästen auch).

Die Insel ist, und darüber wundere ich mich wieder, ein Hort der Geborgenheit, eine Heimat.
In mir drinnen ist Ruhe, Stille und Entspanntheit, wie ich sie "zuhause" in München oder anderenorts nicht kenne in mir.

Vielleicht ergründe ich sie, diese Ruhe, während dieses Inselsommers.
Ich mag meinen kleinen feinen Freudeskreis, der mich schon im letzten Jahr liebevoll aufgenommen hatte. Ich fühle mich dort angenommen, angekommen und .... einfach prächtig.

Start in den Blog

(M) Ein Inseltagebuch wollte ich schreiben.
Nicht, wie im letzten Jahr, meine Bilder veröffentlichen.
Mein, mir schwebt für diesen Inselsommer eine Kombination vor:
Bilder der schönen und bemerkenswerten Momente und die will ich auch mit Worten festhalten.
So nehme ich Euch, die Ihr den Inselblog lest, mit auf die Reise.

Uns allen wünsche ich eine gute Reise und viel Freude hier im Inselsommer.