Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Donnerstag, 28. Juni 2012

So viel Landschaft und Stille...

Mutti meinte heute morgen, als sie auf dem Guckestuhl saß, während ich mit Schmid am Strand zum Toben war: "Gott sei Dank hörte ich die Müllmänner mit ihrem lauten Wagen. Hier ist alles so still, dass ich schon dachte ich sei taub."

Stille überall. Und Landschaft. Und Himmel... leider immer nur grau. Wunderbare Gärten mit Rosen in allen Variationen, bepflanzte Friesenwälle, total ermüdendes Reizklima, den leckersten Apfelkuchen von der ganzen Welt, Fischbrötchen und nette Menschen, ein super bequemes Bett und Ausschlafen bis zum Aufwachen. Muttern schlief wirklich von gestern 18.00h bis heute morgen 1/2 9. Ganz benommen vom vielen Schlafen schmeckte das Frühstück trotzdem. Kleine Sightseeing Tour nach Nebel mit obigen Eindrücken. Und schon wieder ist sie in ihr Bett geklettert. Heute abend muss sie ein bisschen durchhalten... FuBall...Also ist Vorrats-Schlaf angesgt.
Sie fühlt sich wohl und das ist wichtig.

Die "Schwarzwaldtruppe" schaut heute abend bei mir. So ein Spiel kann man nicht alleine gucken, oder?
Damit die Jungs und Mädels neben Fisch- und anderen Brötchen auch noch was Warmes in den Bauch kriegen, koche ich eine Gemüsesuppe, hänge ein paar Würstchen rein und gut ist. Dazu kühles Bier mit Plopp Verschluss... dann müssen die Fußball Jungs nur noch zeigen, was in ihnen steckt und dass sie die Angst gegen die Angstgegner wirklich verloren haben.
Ganz treffend gestern abend in einer Talkrunde ein Vergleich:
"Bei unseren Jungs, wenn die mit Inbrunst unsere Nationalhymne singen, denkst Du immer, die haben sich grad noch den Gutenachtkuss von Mutti abgeholt. Schau Dir die Italiener an: kernige MÄNNER, Machos, die getrieben sind und vor Kraft strotzen."

Juhuuuu, die Sonne lugt aus den grauen Wolken und macht gleich alles ganz fein hell.
Zeit, um die Suppen Ingredenzien zu besorgen und Schmid wieder zu bewegen.

Wer immer dieses liest, möge unseren FuBall Jungs die Daumen drücken und an sie glauben.

Alles ist gut auf der Insel.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Angekommen...

Als hätte tatsächlich "anderen Orts" jemand für die Inszenierungen gesorgt.

Schmid und ich entstiegen gestern der W.D.R. Fähre in Dagebüll, um meine "VIPS" persönlich in Empfang zu nehmen. Eigentlich wollte ich Schmid noch ne Runde von allem gönnen. Ging aber nicht, denn.... just als wir an Land gingen, erschien an der Einfahrt ins Fährgelände.... das Freudenstädter Wohnmobil... welch ein Timing.

Schmid und ich schlichen uns an, klopften ans Fenster: "Die Amrum-Touristik heisst Sie herzlich willkommen. Für Besondere Gäste haben wir den Service der persönlichen Fährbegleitung. Seien Sie also von nunan unsere Gäste"....
Die haben gestaunt.

Die Sonne lugte raus, als wir auf die Insel kamen und sogar gestern abend in meinem Lieblingslokal lachte die Sonne aus dicken Wolkenbäuschen... nur für uns.

Das viele graue Wasser ums Schiff machte Mutti Angst... "Wie kann man nur hier leben?"
Die herzlichen, frischen und sehr sehr netten Menschen um mich rum lassen sie verstehen.
Ich muss gestern vor lauter Freude, dass sie die Reise wirklich gemacht hat und hier ist, so gestrahlt haben, dass die beiden Mitreisenden aus der "Schwarzwaldtruppe" nicht glauben konnten, das "des Määdle" schon 62 ist.
Muttern auch: Du siehst so gut aus, so jung, Deine Haare so toll... man sieht keine Falten... Na, wer sagt's denn!

Grad nieselt es noch ein wenig... hoffentlich ist das bald wech... und Muttern hat ausgeschlafen... sie macht grad ein Nickerchen auf meinem Lieblings-Nickerchen-Platz...
dann wollen wir ein Stündchen laufen, vor dem nächsten Nickerchen. Mit 85 ist der Radius eben nicht mehr so groß. Muss er ja auch nicht mehr.

Alles ist gut auf der Insel.

Sonntag, 24. Juni 2012

Schön getrunken...

haben wir uns den Regentag... es schüttete wie aus Kübeln...

Käsekuchen, Tee, dann Rotwein und Käse.
Es war wirklich sehr sehr nett mit den Freunden von Pellworm. Lange hatten wir uns nicht gesehen. Und nun war es wieder, als hätten wir uns gestern erst verabschiedet. Ein kuscheliges Gefühl, Gespräche da fortzusetzen, wo man vor 1 Jahr aufgehört hat.

Freundin U präsentierte mir ihre neue Liebe. U ist eine Frau, die im Leben nicht daran gedacht hatte, es je wieder mit einem Mann zu teilen. Ein Appartment hatte sie bei ihm gemietet... auf Pellworm. Ein offenes Budget gab er ihr, diese Sommerresidenz einzurichten... es sollte auch für ihn als Ferienwohnung dienen, wenn sie in Hamburg lebt...Er richtete mit ihr ein, sie trafen sich bei Ikea, suchten gemeinsam Möbel, Gardinen und sonstiges Interieur und... fanden einander. Statt in die Sommerresidenz zog sie bei ihm ein... und traute sich hinein in die neue Liebe. Schön ist sie, locker ist sie... die Liebe steht ihr gut zu Gesicht.

Ich genoss den Nachmittag, die Gespräche. Spürte die Dankbarkeit, mit der ich hier lebe.

Alles ist gut auf der Insel.



Samstag, 23. Juni 2012

Rentner's Berufsleben....

kann auch schon ganz schön vielfältig sein.

Heute zum Beispiel verließen Schmid und ich das Haus um 6.30h mit dem Fahrrad.
Um 1/2 12 war das Frühstückmachen vorbei, bis 1/2 5 Zahlenschubsen, wie Santa das so schön nennt, danach bei tollem Wetter (5 Windstärken von Südwest, blauer Himmel und strahlende Sonne) mit dem Rad längs dem Wattenmeer (kraftvoll blaues Wasser lief gerade auf) bis nach Nebel. Noch in "Hut und Jacke" begann ich, den Schlage stehenden ebenfalls Rentnern Wein zu verkaufen.  Noch nicht mal "für kleine Mädchen" konnte ich gehen.
Um 1/2 7 verließ ich die Post gen Heimat. Das war ein 12 Stunden Arbeitstag. Spaß hat er gemacht. Erfolgreich war er auch, der Tag.
An Herrn Schmid erfreue ich mich an solchen Tagen besonders... der Gute macht alles mit... Büro, mit Josh toben, dann wieder Sofaecke im Büro. Er flirtet mit Gästen, er bellt auch mal kurz andere Hunde an. Und ist dabei fröhlich. Nach Hause lief er den größten Teil der Strecke am Rad... braver Hund. Und als ich sagte: jetzt fahren wir nach Hause, begann er, mich zu ziehen.... Wer ist nun der Rentner? 

Am Ende dieses schönen Tages buk ich nun noch fröhlich meinen legendären Käsekuchen ohne Boden. Am längsten dauerte dabei die Rezeptsuche im Internet, denn neulich hatte ich alle Lesenzeichen gelöscht... Nun ist er im Ofen und entwickelt sich. Und wenn er schön aussieht, gibt's auch ein Bild davon.

Für Rentner's Berufsleben machte ich heute eine schon lange gährende Entscheidung öffentlich:
Auf der Frage der Hoteleigner, ob ich im nächsten Jahr noch dabei sei, antwortete ich: "Nein, ich mache kein Frühstück mehr. Ich denke, ich möchte jetzt mal freier sein in meiner Sommerzeit, mich weniger fremd gesteuert "verdingen". Frühstück werde ich nicht mehr machen." Juhuuuuuuuuuu.
Und wenn sie dann darum bitten, ich machte ihnen die Buchhaltung, wunderbar.
Ein gutes Gefühl, dies nun wirklich ausgesprochen zu haben.

Alles ist gut in Rentner's Berufsleben.




Freitag, 22. Juni 2012

Der Count Down läuft...

Schade, dass kein Bild, das ich bisher vom Guckestuhl aus geschossen habe, das funkelnde Meer mit den Schaumkronen zeigt, das ich jetzt sehe und genieße. Die kleinen Digicams kriegen das einfach nicht hin? Kriegen sie nicht?
DOCH!!!!!  Bei Hochwasser kann ich es so nah sehen. Gigantisch, oder?




Wenn Freie Tage dennoch mit ein wenig Arbeit und Struktur gefüllt sind, fühlen sie sich frei UND erfüllt an, so wie die letzten drei... vormittags 2 1/2 Stunden bei A im Laden gestanden. Was schließe ich daraus? Neue Arbeitszeiten? Selber Struktur schaffen an freien Tage ...Tun ist immer besser als nicht tun ;-)))

Bei mir läuft der Countdown bis Muttern kommt. Nach neuen Erkenntnissen erwarten wir am Wochenende bis zu 6 Windstärken mit vereinzelten Regenschauern. Fensterputzen verschoben.
Was ist schon erledigt?
Kühlschrank sauber, Duschkabine auseinander genommen, geputzt und tatsächlich wieder zusammen gebracht. Clo glänzt und duftet. Küchenschränke außen abgewischt, Bettwäsche gewaschen, Gästebett gelüftet, Ecken aufgeräumt, schon ein wenig eingekauft...gewaschen und gebügelt...

Für Sonntag sagten sich Freunde an, die sich den regnerischen Tag (aller Voraussicht nach) "schön trinken" wollen... Käsekuchen wird da sein, Käsebrett, Brot und Wein...

Was ist noch zu erledigen?

Noch einmal durchsaugen, Gästebett beziehen, Blümchen für's Gästezimmer besorgen, Brot kaufen, Bier für Hermann besorgen,  Abendbrot für allemann überlegen... zuhause oder draußen.

Ansonsten: Wind, Sonne, wärmlich...
Alles ist gut auf der Insel




Mittwoch, 20. Juni 2012

Diese Tage sind es....

die mein Inseldasein glücklich machen.

Früh aufgestanden, pünktlich los gekommen, zu Fuß am Watt bei schon hochstehender Sonne. Dabei glitzert das ganze Meer... je windstiller es ist, desto glitzer. Meine Tochter H würde wieder schwärmend sagen: " wie millionen funkelnder Sterne.."  Die Gänsefamilien nahmen vor uns Reisaus... die Väter beschützend immer hinterher als letzter im Gefolge. Heute dachte ich das erste Mal, sie häben auch Angst vor mir. Bisher meinte ich immer, sie suchten vor Hr. Schmid Schutz. Wie überheblich von mir, dachte ich heute morgen...


Schon Mittwoch
Wieder Sonne und wieder schön. Heute morgen bei Freund A geholfen, Wein und Kaffee verkauft, Zahlen geschubst, aufgeräumt.
Wäsche von der Maschine waschen lassen.... der Trockner hilft weiter.

Es geht mir gut. Wirklich. Ich genieße die Wärme und danke Gott, dass sich die Insel aufwärmt, bevor Muttern anrückt.... Ja, sie kommt am Dienstag und ich freue mich schon sehr sehr sehr.

Fensterputzen ist noch angesagt und ordentlich putzen. Ich will ja ein gutes Gefühl haben, wenn sie mit mir wohnt. Alles an seinem Platz, jede Ecke aufgeräumt... Das will schon sein.
Heute abend ist wieder Rückenschule dran... Mein lieber R signalisiert: tu mal wieder was für mich.
Und ich gehorche.

Alles gut auf der Insel. 

Montag, 18. Juni 2012

net... die Erde wird nass... es regnet, es regnet, reg

Die Erde braucht es... und Schmid und ich genießen es, heute drinnen zu sein.

Gestern war unser Draußen und Bayerntag... draußen 4 Stunden am Strand bei Wind und Sonne... richtige Seeurlaubstag. Fein, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, den Sand überall zu finden, von den Haarwurzeln bis zu den Zehen. Bis zum Knie war ich im 15 Grad warmen Wasser, und oh Wunder, Schmid immer hinterher. Bis zum Bauch war er nun schon nass und fand das patschen ganz schön lustig.
Gelaufen sind wir mindestens 5 1/2 Stunden mit netten Päuschen zwischendurch... mal beim Italiener, wo drei nette bekannte Frauen saßen "Komm setz Dich zu uns"... danach im Teehaus am Watt. Wieder hatte ich Glück: "setz Dich zu uns..." den schönsten Platz in der Sonne bekam ich.
Der Preis: Sonnenbrand. Sehe aus wie eine Eule, große helle Kreise um die Augen, wo die Sonnenbrille sitzt...

Fazit: tolles Sommerwetter, sehr nette Inselmenschen mit mir, Hund hatte die pure Lebensfreue.
Herz was willst Du mehr?

Bayerntag weil wir gestern fast nur Bayern trafen.
Sehr nette Begegnungen. Am Strand, am Watt, im Bus... die Bayern sind halt ein reisefreudiges Volk.
Mir tat es gut, mal wieder bayerisch zu hören und auch mal wieder "die Sau" rauszulassen, klangfärbungsmäßig meine ich. Das fühlte sich auch an wie zuhause.
Also bin ich jetzt eine reingeschmeckte bayerische Friesin... reingeschmeckt allemal und überall.
Und das ist gut so.

Regentag ist Aufräumtag...
Aufgeräumt, Steuer fast fertig, Rest der Zeit faul gewesen.
Um 6 hörte der Regen auf.
Und dann sah es draußen soooo aus

Regen weg,  Sonne da... Abend-Stimmung an der Südspitze der Insel






Freitag, 15. Juni 2012

Die Zeit, sie rast....

... und ich immer mit ihr...

Ruhe?  Zur Ruhe kommen, Ruhe suchen,  Ruhe finden? ... Eine never ending Story.

Gelernt habe ich, innezuhalten, wenn ich es merke... und manchmal merke ich schon ziemlich schnell, dass mich die Unruhe ganz innen drin erwischt hat.

Genauso ziemlich schnell lasse ich mich aber auch  von äußerer Unruhe anstecken,  die um mich rum herrscht. Dann kreist es im Kopf, das Herz klopft und ich kann nichts achtsam tun... es fühlt sich irgendwie seelenlos an, wenn ich hektike.
Gestern zum Beispiel wollte ich am Nachmittag im Hotel aushelfen, die Terrasse saß voll, da wir Gastgeber der http://www.kultour-amrum.de/ waren... Die Kassenfunktionen kenne ich nicht, nicht die ganzen Getränkepreise, die kleine Speisekarte erfuhr ich im Vorbeigehen...
Richtig am Platz fühlte ich mich erst, als ich die Initiative ergriff und einfach das machte, was ich kann... Vorbereiten, nachbereiten....

Im Tun wurde und werde ich ruhiger ... Renate, da geht's mir wie Dir.
Dieses Hineingehen ins Tun aber... dieser erste Schritt ist der längste. Vorher verharre ich in Untätigkeit... starre die berühmten Löcher in die Luft, surfe durch's Netz... alles unnützer Kram, der hilft, Zeit TOT zu schlagen aber nicht zu erfüllen....

Zur Zeit ist mein Ruhepolster das Buch von Frau Mannschatz über Buddahs Anleitungen zum Glücklichsein ...Fast auf jeder Seite erkenne ich mich wieder, spüre nach und erkenne. Sie hilft mir, achtsam zu sein und mich im wahrsten Sinne von innen zu begucken.

Nachtrag um 5
Frau Mannschatz spricht davon, dass unsere inneren Widerstände Baumkuchen-gleich in Schichten auf unserer Seele liegen. Diese gilt es durch "aushalten und annehmen der damit verbundenen Gefühle" zu überwinden. Ein schönes Bild. Baumkuchen mag ich sehr und esse ihn auch am liebsten in Schichten... Heute am Strand, Wind, warm und grau, Schmid war beschäftigt, näherte ich mich der letzten Schicht... es fehlt  die Liebe. Zu mir und zu anderen. Liebe findet grad mal wieder im Kopf statt. Mein Unruhe wundert mich nicht...

Manchmal wünschte ich mir, anzukommen im Zustand der Ruhe und dort zu bleiben...
einfach nur dort bleiben.  Im Zustand der Glückseligkeit.... Und dann, gäbe es kein Suchen mehr.
Kann noch nicht sein. Es irrt der Mensch solang er lebt... also irre ich weiter durch Un-und Ruhe.

Die Liebe fand ich bisher ganz gut wieder in der ICH BIN Übung, im deutlichen Spüren meiner Dankbarkeit und im Annehmen meinerselbst. Renate, ja, ICH bin das Beste was ich haben kann.

Nachtrag um 1/2 8
MonsunRegen... seit 4 Stunden pladdert es - unaufhörlich.  Meine Fensterscheiben sind schon blank, das Auto glänzt... die Insel putzt sich raus für das Wochenende, das hoffentlich trockener ist.
Trostlos, könnte ich jetzt sagen... tue ich aber nicht, denn ich weiß, dass jetzt all der Regen runterkommt, der eigentlich geplant war, wenn meine Mutter hier ist.



Montag, 11. Juni 2012

Geduld und Langmut...

Als Gast nehme ich es - mit erhöhten Augenbrauen und leicht genervt - hin, wenn Eltern mit ihren lauten, ungeduldigen Kindern, die ständig motzen und immer "neeeeeeeeeeeeiiiiiiin" blöken, beim Frühstück sitzen, lange ... von ganz früh bis zum Ende.
Als Frühstücksfee sehe ich mich auch in der Verantwortung, den 16 "BestAger"- Gästen gerecht zu werden, die genervt sind und mitunter nicht gute Miene zum Spiel machen.
Bitte ich die Eltern, ein wenig dafür zu sorgen, dass die Kinder zur Ruhe kommen, diskrimiere ich die Eltern und stelle mich als kinderfeindlich hin. Bitte ich die Kinder, schaltet sich die Mutter ein.

So heute geschehen. Maddox, ein 1 1/2 Jähriger mit ziemlich lautem Organ, passte beim Frühstück nix. Ein hartgekochtes Ei hatte  ich ihm bemalt, er hatte seinen Stuhl und wollte immer das, was andere gerade hatten. Hätte sie ihn doch mit der Salamischeibe spielen lassen... So musste er sie weg tun und quakte wieder rum.
Irgendwann hatte meine Geduld und Langmut ein Ende und ich bat den Jungen um Ruhe. Er schaute mich an und verstummte. Er quakte weiter, als Muttern das nicht stehen lassen konnte. Es gab eine Unterhaltung mit ihr, die ich gar nicht wollte. Und.... sie kündigten das Frühstück und die Halbpension. Nicht bei mir, sondern bei unserer Hotelfrau... Ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen, weil ich denke, wäre ich geduldiger gewesen, hätte ich ihnen den Urlaub nicht versaut.
Andererseits: Abendgäste beschwerten sich schon. Und irgendwann wäre mir der Kragen eh geplatzt.

Ich weiß, dass mir die "BestAger"  dankbar sind. Ich weiß, dass abends jetzt wieder Friede im Restaurant herrscht und die Lage entspannt ist. Muss also mit der Buhmannrolle leben.

Was an mir nagt, ist, dass ich nicht die liebe Frühstücksfee bin, die alles mit Geduld und Langmut begleitet, lacht, wenn es am hektischsten ist. Ich ärgere mich, dass ich eigentlich die Mutter zurecht gewiesen habe, was mir nicht zusteht. Das hat sie ganz sicher, und mit Recht, als übergriffig erlebt.
Schließlich zahlen sie für ihren Urlaub, das Essen und den guten Service.
Aber... sie haben nicht das ganze Hotel gekauft.
Ihre Freunde, mit denen sie reisen, können ihre Kinder wunderbar mit zum Essen nehmen. Die Kinder haben ihre Freude am Essen, zicken nicht rum... und wirken dabei weder angepasst noch dressiert, sondern einfach gut erzogen, gelassen und fröhlich.

Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen?
Ich mag wohlerzogenen Kinder. Ich will Mütter erziehen, die ihre Kinder nicht erziehen... , was mir nicht zusteht. Ich werde mich mit noch mehr Geduld wappnen, denn die Saison fängt ja erst an.  In die Küche gehen, tief durchatmen und weiter machen. Lächeln hilft vielleicht.
Und annehmen, dass ich hier einen Fehler gemacht habe, den ich schlecht revidieren kann.

Es fühlt sich für mich nicht gut an, jemanden enttäuscht und verletzt zu haben. Ja, ich will die Gute sein... wann lerne ich, mich mit gutem Gewissen abzugrenzen?

Vielleicht sollte ich auch mit mir Langmut und Geduld haben.




Samstag, 9. Juni 2012

Mitten im Irland-Tief

Heute morgen auf dem Weg zum Hotel... 6.30 h


Es sieht aus, als wollte der liebe Gott den Tag segnen. Das hat er denn auch getan, denn viele brauchen ihn heute... die Segler, die auf dem Meer bei 8-10 Windstärken schippern. Die Seeleute, die sich mitten im Auge des Irland-Tiefs befinden....
Ich sitze gemütlich am GuckeFenster, betrachte den querstehenden Regen, der an die Scheiben klatscht, lausche dem Sturm und warte, bis es einen Baum umlegt. Ja, 8 Windstärken, Pladderregen und der Sommer ist Lichtjahre entfernt. Wie gut, dass ich ein heiles Dach über dem Kopf habe, mein Hund geduldig in seiner Ecke liegt und nicht raus will, die Heizung funktioniert und ich zu Hause bleiben kann. Wie gut, dass hier keine FuBallWM gespielt wird... die würde heute glatt ins Wasser fallen. Wasserball würden sie spielen und wie Harry Potter durch die Lüfte fliegen.

Mein gestriger Hingucker zur Trägheit hat schon gewirkt... trinke heute viel Wasser, aß Spargel mit wenig Kartoffeln, lasse den Zucker weg und bilde mir ein, ich sei im Kopf schon wieder beweglicher.
Wie schön.

Es ist das richtige Wetter, weiter an der Steuer zu arbeiten... mühsam nährt sich das Eichhörnchen.


22.38h
das Spiel der Deutschen Mannschaft ist fast gelaufen... 1:0 Freude
"Nicht gut gespielt, aber gewonnen"...
Keine Steuer, aber viel Spaß. Guter Rotwein und jetzt geht's ins Bett!!!!!


Freitag, 8. Juni 2012

Die eigene Trägheit überwinden...

Wege aus der Trägheit... kraftvolle Ausdauer entwickeln.

Blätterte heute mal wieder in Buddahs Anleitung zum Glücklichsein und blieb bei der Trägheit hängen. Sie sprang mich förmlich an und ich las, wie ich mich gerade fühle... träääääge und wenig in der Lage,  meinen Allerwertesten hoch zu kriegen. Das Nötigste mache ich, liege lieber bis 8.00 h im Bett und muss mich dann sputen, obwohl ich schon im 6.30 wach bin (an freien Tagen).

Kraftvolle Ausdauer entwickeln... "Ein gesundes Gegengewicht zum trägen Geist bilden Sie, indem Sie Ihre Energie auf ein Ziel ausrichten und ein Vorangehen in kleinen Schritten planen...."
"Achten Sie darauf, wie Sie sich fühlen, wenn Sie einen Tag mit unbedeutenden Kleinigkeiten vertändelt haben, weil Sie es nicht wagten, die wichtigen Dinge anzupacken". Ich hatte das Gefühl, Frau Mannschatz war Mäuschen bei mir.

Ziele setzen, Innere Stärke entwickeln. Das hatten wir doch schon im Winter. So viel ist also davon hängen geblieben, von den Vorsätzen und Ideen.

Gerade lebe ich  in dem "Ich müsste"-Modus... weniger Kohlehydrathe essen, mehr Sport treiben, mehr Wasser trinken, mehr "Gutes" unternehmen, mich bei Kunst und Kultur auf der Insel einmischen...
Eigentlich ist das schon lange mein Thema, mal mehr mal weniger. Auch und besonders in München.
Irgendwann holt es mich immer wieder ein. Nun also auch hier. Ja. Seine alten Themen lässt man nicht zurück.

Statt darüber zu sinnieren,  setze ich mir kleine Ziele:
nur noch morgens Kohlehydrathe essen.  Schoki raus, Gurke und Möhre rein in den Kühlschrank.
IMMER Wasser parat stehen haben. Und... wöchentlich einen Programmpunkt haben aus dem Sommerkulturprogramm der Insel... also raus aus den alten Gewohnheiten hinein in Neues.

Silberstreif am Horizont

So sah das heute morgen hier an der Südspitze aus....
 
Es ist der Silberstreif am Horizont... fast Barfußwetter, fast kein Wind, fast ganz warm. Statt dicker Jacke reichte die Daunenweste, in den festen Schuhen keine Strümpfe mehr, die Hose bis kurz vorm Knie.... Geht doch.

Schmid und ich fahren heute nach Föhr... dort gibt es eine Kathi, die Hundehaare schneidet oder trimmt. 3 Stunden Zeit. Die Insel will in Teilen erkundet werden... das Fahrrad bietet sich an, auch um die Einkäufe mitzunehmen. Lidl lässt grüßen. Könnt mich kaputt lachen.  Insulaner, die große Familien zu versorgen haben, düsen wöchentlich mit Trolley rüber und machen ihren Großeinkauf. Hier 50 cts, da 20, hier mal en ganzer Euro... das läppert sich. Bei Großfamilien. Nicht bei einer einzelnen Frau mit Hund. Aber - man weiß ja nie. Probieren geht über studieren. Und die Fähre nimmt uns auch mit Gepäck nach Hause.
Abenteuertag auf Föhr.


Mittwoch, 6. Juni 2012

Eigenartig...

Heute - an meinem 1. freien Tag - habe ich drei 1/2 Termine. Eigentlich nichts Besonderes?
Ich panikte schon bei dem bloßen Gedanken. Und das nur,  weil ich mir 1/2 Stunde länger Bett gönnte, bis um 8.00 Uhr.

Mit tief durchatmen, eins nach anderen machen, einmal richtig überlegen, statt panikartig "umanand" schwirren, bin ich schon vorbereitet... auf beide Tagestermine.
Manchmal bin ich blöd und IMMER mache ich mir den Druck allein.

Und so blöd, weil es schöne Termine sind:
um 1/2 12 kommt Dana, eine liebe Kollegin aus dem Hotel, die im Festlandsleben Friseurin ist. Sie macht mir neue Strähnen und schneidet... dazu gibt's Prosecco und Spargel, der jetzt aufs Schälen wartet. Na und?

Am Nachmittag ist der Steuerberater dran... ich mit neuem Kopf und alten Kopien bewaffnet. Den StB will ich mir heuer leisten, weil mich nicht die Lust auf Steuer anspringt. Und... weil er vielleicht nur soviel kostet, wie er mir mehr rausholt? Mal sehen, wenn er sagt, er kostet 400 Euro.. werde ich wohl die Lust irgendwo suchen und sie bestimmt finden. Haha....

Abends ist es eine Essenseinladung in Nebel... dazwischen noch Rückenschule. Ist doch ein
ganz normaler Rentnertag - ohne Verantwortung, ohne Schlimmes, ohne Kummer

Ich mag mich nicht, wenn ich hektisch werde. Weil es gar keinen Grund gibt? Weil ich alles in Ruhe besser schafft? Weil ich eh nicht so viel zu tun habe, dass Hektik nötig wäre? Ist das das Alter? Werde ich immer unflexibler? Will ich so gar nicht!!!!

Was lerne ich daraus mal wieder: wenn ich die Hektik spüre, will ich künftig tief durchatmen, nochmal tief atmen, das ICH BIN suchen, denn darin liegt die Ruhe.
Und in der Ruhe liegt die Kraft.

Danke für den Raum, es ist wie auf der Stelle treten, damit die Seele nachkommen kann, die sich in Ruhe bewegt.



Samstag, 2. Juni 2012

Das ICH BIN...

Wenn ich mich mit dem ipod und Kopfhörern auf den Weg mache, will ich beim Laufen "was" hören.

Heute wollte ich meinem ICH BIN begegnen... mit einer Aufnahme von Frank Kinslow...
"Achten Sie auf Ihre Gedanken, folgen Sie ihnen, woimmer sie Sie auch hinführen.
Bewerten Sie sie nicht. Beobachten Sie sie einfach nur.
Und stellen Sie sich folgende Frage: Woher kommt mein nächster Gedanke?" Immer wieder, alle 15 min.

Also stapfte ich durch den Wald, beobachtete meine Gedanken und stellte mir die Frage, woher wohl der nächste Gedanke kommt.... der kam nicht. Es gab eine Gedankenpause, eine Stille und ein Friede, Kinslow bezeichnet diesen "Zustand" als mein Selbst, mein ICH BIN.

Je öfter ich mir die Frage stelle, woher mein nächster Gedanke kommt, bin ich ganz bewusst, ganz achtsam und meiner Gedanken "gewahr", ich werde innerlich ruhig und entspannt. Die Gedankenpausen wurden länger.

Eine tolle Übung, die ich überall und immer machen kann.

Eine andere Übung von ihm ist: mir aus vielen Wörtern (Freude, Friede, Liebe, Demut, Dankbarkeit etc,.) das Wort auszusuchen, was  mich am meisten anspricht. Dieses Wort habe ich dann im Kopf, eigentlich schon im Bewusstsein.... und keine anderen Gedanken schwirren mehr, weil MEIN Wort die Oberhand hat... und mit dem Wort das dazu gehörende Gefühl sich in mir breit macht.
So einfach und so wirkungsvoll.


Wie ruhig und friedlich ein Tag mit diesen Übungen endet.

Freitag, 1. Juni 2012

Tacheles reden....

Gut ist es, einem Grummeln im Bauch, Gedankenkarussels und ärgerbedingtem Herzklopfen  gleich den Garaus zu machen.... Tacheles reden war eigentlich noch nie meine Stärke.

Die Wahl hatte ich zwischen einem unruhigen Wochenende mit s.o. oder einem ehrlichen Gespräch, das reinigend, klärend und lösungsorientiert ist. Für selbiges entschied ich mich heute morgen, als ich merkte, dass die Gedanken immer wieder um dasselbe Thema kreisten.

Klarschiff! Gut gemacht.