Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Montag, 14. Mai 2012

Aus dem Tritt...

Irgendwie bin ich gerade ein wenig aus dem Tritt geraten. Habe mehr gearbeitet, als mir gut tut, sehne mich mal wieder nach Ausschlafen, müßte dringend bügeln und bräuchte gerade mehr Anschub als ich habe.

Wie äußert sich das?
Heute morgen zum Beispiel weigerte ich mich, gegen 6 Windstärken mit dem Rad und Schmid daneben über den Deich zu fahren. Statt dessen nahmen wir das Auto, liefen noch ein paar Minuten in den Wald, aber immer schon mit dem Gedanken, das darf jetzt nicht so lange dauern... ich muss um 8.00 mit dem Frühstück fertig werden. Damit war die innere Ruhe dahin, ich vergaß die große Espressomaschine anzustellen, die ersten Gäste waren dann auch schon viertel vor 8 da... Ich fand meinen gewohnten meditativen Morgenrythmus nicht, stand mir selbst im Weg. Das macht unzufrieden und unlustig. Schade um den Tag. Außerdem hatte ich, wie sollte es anders sein an solchen Tagen, eine Hose an, die kneift.. und eine viel zu lange Bluse. Allein die Haare saßen, weil genug Kleber drin war und wir das Auto genommen hatten. Na toll.

Was hatte gefehlt?
Die Bewegung in Ruhe über den Deich... die ersten 20 Minuten ganz für mich in der Natur. Die innere Ruhe und das "sich durchpusten lssen". Eitelkeit... pure Eitelkeit.. die Haare sitzen dann nicht mehr. Und Faulheit... so viel Kraftaufwand für die paar Kilometer, das schaffe ich heute nicht. Ich hatte mir selbst ein Bein gestellt.

Warum konnte ich heute morgen mitten in der "merde" (so sagt mein Chef, wenn's nicht läuft) nicht einfach innerlich STOP sagen, tief durchatmen, achtsam sein, zu mir zurück kommen und mit einem Lächeln auf den Lippen weitermachen?
Ich hatte mich so tief in die Negativschleife gefressen, dass ich es gar nicht merkte, zunächst, und später gefiel mir das bisschen Selbstmitleid auch ein wenig.

Inzwischen läuft die Waschmaschine, nachher stelle ich gleich das Bügelbrett auf, damit ich heute abend keine Ausrede habe. Und.. ich nehme mir Renate' s Hinweis zu Herzen... die Selbstwirksamkeit durch Tun zur Entfaltung zu bringen.
Schmid will nachher raus, mir tut eine große Runde gut, auch gegen 6 Windstärken. Heute mal kein Treffen mit Freund A, sondern nur ich und ich und Schmid. Dann bin ich wieder im richtigen Tritt.

Und morgen, egal, wie das Wetter ist, geht's wieder über den Deich.