Kleine Insel, große Freiheit
Dienstag, 8. Mai 2012
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
...aus einem meiner Liebelingsgedichte.
In zweifacher Hinsicht sind es Tage des Abschieds. Forum ist aus... es lebe der Blog.
Aber auch: die beste Freundin meiner Mutter starb am Sonntag. Sie durfte ruhig einschlafen nach langem Kampf.
Wie oft nahm ich sie in den letzten Wochen in meinen Gedanken mit über die Insel. Sie liebte Amrum und kämpfte während ihrer Krankheit um einen letzten geplanten Besuch hier... nun schicke ich zwei dicke Muscheln als letzten Gruss mit auf die Reise. Wie eine Befreiung wirkte das Schreiben eines langen Briefen an den Mann, der nun ohne sie weiterleben muss. Ein Ehepaar, das so liebevoll und tief einander zugeneigt gemeinsam alt geworden ist. Es war eine Freude, sie zu erleben, in ihrer Nähe zu sein. Warm ums Herz wurde es mir immer. Ihr Licht nehme ich mit in mein Leben und lasse mich immer wieder von ihm wärmen und auch leiten.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
So sitze ich auf meinem Guckestuhl, schaue raus in den Regen, sehe die dunkelgraue Nordsee hinter dem weißen Kniepsand, höre die kreischenden Möwen und denke: alles ist gut.
Mehr und mehr gelingt es mir, meine Gedanken und meine Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken, mir näher zu kommen, innere Ruhe zu spüren und anzukommen.
Jeder Tagebucheintrag soll, so Ralf, mit einem Fazit enden...
Wohl an denn Herz... Innere Ruhe mal wieder gespürt, lässt sie sich immer leichter wieder finden.
Das könnte ja eine gute Gewohnheit werden... 1 x täglich die Beine auf das Fensterbrett, mit dem Laptop auf den Oberschenkeln, schreiben, schreiben, schreiben.
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde
Was mach' ich hier eigentlich?
Vor zwei Jahren, in meinem 2. Inselsommer 2012, diente der Blog als Nchrichteninstrument. Meine Freunde zuhause wollte ich an meinem Leben, an meinem Inselsommer teilhaben lassen. Als der Sommer zuende war, ich meine Füße wieder auf festem Boden hatte, die Zeiten mit mir allein immer knapper wurden, die Großstadteinflüsse mich immer hektischer werden ließen... verlor ich die Lust und die Ruhe am Inselsommer-Blog.
Der Neustart ist schwer... die Themen flogen mich nicht an. Bis heute.
Habe mir einen neuen zzl Kurs geleistet ... Tagebuchschreiben. Damit hoffe ich, wirklich ins regelmäßige Schreiben und damit auch zu Zeit mit mir zu kommen.
Den ersten Inselwinter erlebte ich, begleitet durch ein Forum... innere Stärke. Ein Thema, das mich durch die Fragestellungen und die Beiträge der Anderen schnell zu mir brachte. Ich durfte erkennen, wie gut ich auf der Insel lebe, wie wunderbar sich alles gefügt hatte, wie perfekt die Wohnungsauflösung in München geklappt hatte. Erfolge wurden sichtbar und beschrieben. Manchmal auch schlechte Tage.. aber das war eher selten. Ganz wichtig waren die Menschen, mit denen ich in Kontakt kam, wunderbare Gefährten aus allen Lebensbereichen... jünger, änlich alt und älter... Eines hatten sie gemeinsam... sie wollten sich weiterentwickeln und ganz bewusst auch nach innen gucken.
Das jähe Ende eines Anschlussversuches verursachte Ärger und Wut ... die langsam verraucht.
Unser neuer Gastgeber entpuppte sich als Sonnenkönig und authoritärer ForumsChef, der weder kritikfähig ist noch integrativ wirken kann. Eine dumme Bemerkung und man flog raus. So auch ich, was mich heute freut. Denn meine Abschiedsmail an ihn musste sein.
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
Inzwischen keimt die Freude auf, dass ich jetzt Zeit finde und Muße, mich im Blog auszutoben, meinen Gedanken hier freien Lauf lasse und meine Inseltage reflektiere. Dazu wird mir vielleicht der eine oder ander Tip im Tagebuchschreiben dienen.
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