Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Freitag, 10. April 2020

Locked up

"Lock her up"  scandierten Trumpisten während des Wahlkampfes und meinten Hillery Clinton.

Lock them up.... rief niemand, bevor die Landesregierung von Schleswig-Holstein am 15.3. entschied, die Inseln zu schließen für Gäste, Touristen und auch Zweitwohnungsbesitzer.
Seit dem 16.3. sind wir hier auf der Insel unter uns... Ganz selten mal ein Gesicht, das ich nicht kenne. Handwerker kommen und natürlich die Fahrer der Versorgung Fahrzeuge.

Gestern schrieb der Bürgermeister von Sylt einen eindringlichen Appell an seine Sylter, aber auch an die 100 Menschen, die sich auf die Insel geschmuggelt hatten... mit fingierten Arbeitserlaubnissen, als "Verwandtschaft vom Vermieter oder Zweitwohnungsbesitzer mit Wasserrohrbruch. Wasserschaden ist "ein triftiger Grund, seine Zweitwohnung zu besuchen und dafür zu sorgen, dass größerer Schaden von ihr genommen wird. "Haltet durch und habt Verständnis, dass wir jetzt keine Gäste hier haben können. Die medizinische Versorgung mit Beatmungsgeräten im Krankenhaus ist aufgrund von Corona erweiterte, würde aber bei weitem nicht ausreichen, wäre die Insel wieder voller Gäste.

Ostern kommt und irgendwie ist die Spannung langsam spürbar: was kommt nach dem 19.4.? Wie werden Lockerungen aussehen, gibt es sie auch für die Inseln? Große Schüler und Kindergärten, kleine Läden... Aber wer soll einkaufen auf der Insel, wenn keine Gäste kommen.
Und, wenn Gäste kommen, bringen sie den Virus mit? Sind wir auf der Insel gewappnet? Eher nicht.
Manche Virologen meinen, Abstand und Händewäschen reicht. Und wenn Symptome da sind, dann Masken...Die sind da, heute habe ich sie auch schon getragen. Das geht, ich muss sie nur nehmen.
Und fühl mich vielleicht ein wenig sicherer. Dass ich nicht anstecke und darauf achte, wirklich mindestens 1 1/2 Meter vom Anderen entfernt zu sein.

Oma allein auf der Insel... "Und, wie geht es Dir?" Ich sag mir immer (und anderen als Antwort) "Es geht mir gut".  Tolles Wetter, mit Hund unterwegs und neuerdings mit dem E-Esel. immer mal morgens mit Helen im Ohr beim Stöckern. Bis nach Süddorf und über Steenodde zurück. Dann sind wir beide wieder zuhause.
Auf Amrum grüßen wir uns freundlich,  freundlicher? persönlicher? Irgendwie verbundener, das fühlt sich gut an.

Corona macht einsam, sagt gerade jemand in der ARD.  Ich empfinde es nicht so. Aber vielleicht ist es ja ein Single-Ding, dass wir nicht so zur Einsamkeit neigen.
Herr Schmid ist da, mein ständiger Begleiter. Mit Hund allein ist weniger allein.

Und locked up fühle ich mich noch nicht. Mal sehen, wann der InselKoller kommt.