.... Worte einer Insulanerin, als wir gemeinsam mit 1,5 Meter Abstand vor der Post warteten. Neusser Handwerker für eine Baustelle.... und damit kommt die Angst auf die Insel?
Ich beobachte mich:
Allein mit mir und der Insel und natürlich Herrn Schmid bin ich morgens, wenn wir die erste große Runde laufen. Den ersten Menschen begegne ich, wenn ich zum Einkaufen muss. Handschuhe an, zwischen uns bewusst so ungefähr 2 Armlängen. Einen Schal könnte ich über Mund und Nase ziehen, sollte jemand in meiner Nähe husten. Gestern kam mir auf dem Bohlenweg ein Ehepaar entgegen. Schmid und ich waren schon zur Seite gehüpft. Er dann: " ich hatte ein Bonbon verschluckt und deshalb gerade eben gehustet". Das fand ich sehr rücksichtsvoll. Das Husten war mir entgangen.
Eine Freundin in der Nachbarschaft wird leider jetzt von Sozialstation, Inselärztin und Krankenschwester palliativ begleitet. "Siggi, könntest Du bitte mit einer anderen gemeinsamen Freundin nachmittags mal nach A. schauen" Wir kommen alle 4-5 Stunden, am Nachmittag ist die Zeit sehr lang". Klar, gerne... aber Maske? Schutz? Fehlanzeige.
Es entstand das Gefühl, dass Corona noch nicht wirklich auf der Insel angekommen sei. Die Pflegekräfte erscheinen mir arglos, mir gegenüber und überhaupt. 1,5 Meter sind lang, Berührungen... mich direkt ansprechen... sie kommen mir "zu nah". Ist das meine Angst? Seh' ich schon Gespenster? Mach ich mich verrückt? Ich habe es angesprochen. Und nun kann ich immer meine beiden Arme vor mich strecken und damit zeigen: bleibt ein wenig weg von mir.
Heute der erste bestätigte Fall auf der Nachbarinsel. Vielleicht braucht es gar eine Handwerker aus Neuss?