Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines namens Willen.
Welch eine Freude! Er führte mich zum frischen Wasser, durch grünende Dünen, an einem Kaffee mit Pflaumenkuchen vorbei... und ich dankte der inneren Stimme, die einfach sagte: los jetzt.
Die Kälte war einer wohligen Bestrahlung gewichen, der Himmel blau, der Wind lau. Also ideal für einen langen ausgiebigen Spaziergang, der mich ans große weite Meer führte, 1 Stunde am Kniepsand, über das Quermarkenfeuer zurück zur Vogelkoje und dann nach Nebel. Drei Stunden war ich draußen.
Faszinierend meine Pause auf einer Sonnenbank. Meine Augen hielt ich geschlossen, die Sonne lud mich – ähnlich einem Akku – auf, ganz langsam, aber nachhaltig. Ich lauschte der Stille: kein Auto, kein Flugzeug, keine Rasenmäher, keine Stimmen. Nur der Wind in den Bäumen und ganz hinten im Hintergrund vermischte sich mit diesem Rauschen das Rauschen des Meeres (fast schemenhaft, ganz weit hinten und doch wahrnehmbar). Zwischendurch das Kreischen einer Möwe, das böse Zischen eines Graugänserichs, der seine Familie gegen eine große schwarze Krähe verteidigt, ein paar Enten und wieder ne Möwe.... Der Hahn der Vogelkoje meldete sich zu Wort, dann wieder nichts, gar nichts, kein Auto, kein Mensch, kein Flugzeug, kein Rasenmäher... dann – meine Augen waren immer noch zu – Fahrräder, die an meiner Bank vorbeifahren und entfernte Stimmen.
Als ich meine Augen öffnete, sah ich in die Äste einer sehr alten hohen Kiefer und in einen strahlend azurblauen Himmel und wusste, ich habe auch Urlaub.
Diese Nachmittage sind es, die meinen Inselsommer bereichern. Sie entschleunigen, zentrieren und machen dankbar und zufrieden.