Doch, meinte ich...und will es nun auch wieder in Angriff nehmen.
Mein "Insel L(l)eben" zieht grad immer den Kürzeren, wenn es ums Schreiben geht.
Es gibt da ein Forum mit tollen Frauen, die alle kunterbunt glücklich sein wollen und sich auf dem Weg dorthin gut unterstützen. Dort gelesen und geschrieben... und schon ist die Luft für den Blog draußen.
Was nicht ins Hintertreffen kommt, ist Gott sei Dank mein Leben auf der Insel. Es wird eigentlich immer schöner. Die Beziehungen und Bekanntschaften werden herzlicher und näher. Beim Autofahren komme ich aus dem Winken nicht raus. Helen meinte schon im Frühjahr hier: vor lauter Finger strecken (so begrüßen sich die Amrumer Autofahrer) könne sie sich gar nicht richtig auf den Verkehr konzentrieren.
Die Insel ist voll. Die Radfahrer kommen von vorne und hinten, rasen an Dir vorbei, sind entsetzt, wenn sie wegen Herrn Schmid langsamer tun müssen (wenn der mal nicht an der Leine ist). Gott sei Dank kann ich mich am Sommer mehr freuen als über die vielen Menschen ärgern. Geht auch gar nicht, denn die Insulaner leben von ihnen - die meisten nicht schlecht.
Die Nachmittage, wenn die größte Hitze vorbei ist, verbringen wir viel am Strand. Im Wasser war ich bisher einmal...und das war toll, ist aber schon 3 Wochen her. Grad vergesse ich mein Handtuch einzustecken und bedauere das dann auf dem Weg. Irgendwann werde ich es begriffen haben.
Es gibt einen Traum - aber noch nicht den richtigen Platz. Einen Strandkorb möchte ich haben, einen ganz für mich alleine. Einen, der mir das ganze Jahr (= den ganzen Sommer) über zur Verfügung steht und den ich platzieren kann, wo ich möchte. Dann einfach hinlaufen, mit Buch, Tuch und Getränken...
Gestern hatte ich einen Vorgeschmack: schönen Platz in den Wittdüner Vordünen gesucht, und nur genossen: die Sonne, den Wind, das Rauschen des Meeres, die Farben und die Stille. Buch gelesen - manchmal, geschlafen - meistens. Dank teurer Lotion keinen nennenswerten Sonnenbrand mitgebracht. Das ist Urlaub at it's best.
Inzwischen hatte auch meine Schwester den Weg auf die Insel gefunden. Sie radelte mal eben von Hamburg Altona durch das Alte Land nach Husum/Nordstrand, kam mit dem ADLER EXPRESS rüber und blieb 5 Tage. Rückwärts nahm sie die große Fähren, ließ sich von der DB bis Kiel fahren und radelte an der Ostsee längs bis Lübeck. Grad eben erfuhr ich, dass ihre neuerliche Diagnose zur Makula Degeneration erstmalig die einer trockenen sei, die nicht gespritzt werden muss. Große Freude und erste Reaktion: ich werde jetzt nur noch hunterte von km radeln.
Wir hatten eine schöne entspannte Zeit miteinander. Fühlte sich ringsrum gut an - und ist nun auch schon wieder 4 Wochen her.
Alles ist gut auf der Insel.