Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Mittwoch, 4. Juli 2012

Ich hab doch nur ein tiefes Loch gebuddelt

Leider kann der kleine Sebastian das nicht mehr erzählen.

Nein Tina, die Polizei geht, aber das habt Ihr alle schon in den Nachrichten gehört,
davon aus, dass er ein so tiefes Loch und eine Sandhöhle gebuddelt hat und dabei
der Sand über ihm zusammen gebrochen sein muss. Ein schreckliches Unglück ist auf der Insel passiert. Meine Gedanken gehen von "welchen schrecklichen Todeskampf muss er kleine Kerl gekämpft haben" bis "wie kann ich als Eltern und Schwester mit diesem Unglück und dem Verlust des geliebten Sohnes weiterleben?"

Und andererseits ist da auch eine Art Erleichterung, die der quälenden Ungewissheit weicht.Wir alle auf der Insel trauern, Sebastian ist in aller Gedanken. Heute abend war ein Gedenkgottesdienst in der kleinen Kapelle in Wittdün. Ich habe für ihn am Kniep gebetet und mir mit Schmid die Füße vertreten, nach einem ziemlich bunten Tag auf Föhr.

Vielleicht kann ich heute Nacht mal wieder ruhiger schlafen. Ich wünsche es mir.

Es ist traurigruhig auf der Insel.

1 Kommentar:

  1. Liebe Sigrid, schlaf gut!

    Ich glaube, dass Sebastian einen Engel hatte, der ihn begleitet.

    Ich möchte nur nicht in der Haut der Eltern stecken. Auch wenn sie sich nichts vorzuwerfen haben, kann man mit dieser Schuld/diesem Ereignis leben?

    Finden sie einen Weg in ihrer Trauer sich als Restfamilie nicht zu verlieren? Ich wünsche es ihnen so sehr!

    Auf der anderen Seite herrscht jetzt Klarheit! Und es war nicht deine Insel. Es war ein tragisches Unglück!

    Ich wünsche dir, dass du schnell wieder in deinen Frieden kommst!

    Lieben Gruß, Petra

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