Ganz banale Gedanken begleiteten mich durch den Tag.
Neulich ging es um Erben und Nachbarhund. Der bloße Gedanke verselbständigt sich und dreht mit einer irren Eigendynamik einen schlechten Film. Doof ist nur, dass ich ganz selten sofort den Aus-Knopf finde, sondern es gewinnt die Eigendynamik.
Etwa so wie bei Watzlawick's "Geschichte vom Hammer"
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!"
Erst der lange Strandspaziergang mit Schmid und Nachbar’s Hund pustete mir den Kopf frei von diesem Gedanken-Müll.
Ach, wenn es doch nur immer schneller ginge mit dem Klären.
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