Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Mittwoch, 11. August 2010

Watt-Impressionen...



Schon der erste Priel ließ die wackeren Watt Wanderer nass bis zum Bauchnabel werden..



Die Salzwiesen sind jetzt alle lilablau durch die wunderbaren Salznelken.



Wolkenspiele bei 5 Windstärken...

Dienstag, 10. August 2010

Xenia sei Dank

Es regnet, es regnet, die Erde wird nass...
Wetter-online Amrum sagt, es höre heute Mittag auf. Ben Wettervogel sagt mehr Regen an und tiefere Temperaturen... 21 Gräden in Berlin, bei uns um die 20.
Die Inselfrau flackt im Bett, Glotze an, Tee am Bett und schreibt. Ein Lob der Ruhe... diese Inschrift fand ich auf einer AussichtsDüne... und fühlte mich sofort eingeladen...



Solche Bilder kenne ich nur aus meinem Lieblingsfilm "Out of Africa"... Ruhe, Weite und die Umrisse eines einsamen Baumes. Mein Blick, wenn ich morgens zum Arbeiten fahre.
Ich weiß, ich wiederhole mich... aber er ist doch so schön und einzigartig.



Und ich höre meine Helen sagen, dass die Sonne im Wasser glitzere wie Millionen von Diamanten. Ich liebe diese Stimmung und halte sie fest, fest, fest.
Wie Frederic sammele ich schon wieder Farben und Stimmungen für den Winter, für die dunkle Zeit, für die Zeit in der Großstadt.

Pläne für den nächsten Sommer gibt es auch schon. Allerdings eröffnete mir meine Wunderwirtin gestern, dass sie mein "Wohnclo" vielleicht nicht wieder langfristig vermieten will... aber es sei noch nicht sicher. Also beginnt jetzt schon die Suche nach einer neuen Bleibe... Im nächsten Leben werde ich Hausbesitzer auf Amrum...


Tiefgang.... Der Amrumer Leuchtturm von innen...



Immer wenn ich hierher fahre, denke ich, ich müsste nach innen gehen, in die Tiefe, müsste mich und meine Motive, meine Gefühle beleuchten, immer tiefer tauchen in das Land meiner Seele ... und merke, dass ich stattdessen immer höher steige, leichter werde, gerne in den Wolken hänge, mich in Wolkenbildern verliere, mich eigentliche gar nicht mit Problemen beschäftigen möchte und am liebsten keine habe...



Am liebsten hänge ich in den Wolken, schaue zu, wie sich die Wolkengebilde weiterentwickeln, finde Kuschelhund, Pudel und Engel, Drachen und Schlangen, denke mir Geschichten dazu aus und verliere mich im Unendlichen....
Hier zum Beispiel Frau Spitz aus Hollywood mit großer Sonnenbrille.. schon entdeckt?

.



Noch mindestens 50, maximal 65 Tage... dann ziehe ich wieder ein in meine heimatliche Kemenate mit Platz, Luft, mit viel Platz, viel Luft!!! Ein Grund zur Freude! Wahrlich

Montag, 9. August 2010

Neues von der Insel




Das ist Van André, mein neuer Mitbewohner. André meinte, die Ente ist so klein, dass sie gut in mein Wohnclo passt und mich erfreut. Nun bin ich hier nicht mehr allein und habe liebe Gesellschaft. Van André ist aus André's Fundus und schon lange mit ihm...
Freunden schenkt man Freunde.




Mein iPhoto-Programm macht Mätzchen, seit die Festplatte neu ist und alles wieder re-istalliert. Neue Bilder kann ich nicht mehr speichern, alte finde ich zum Teil nicht.... Bei der Durchsicht meiner Bilder dachte ich: eh wurscht, denn die vielen Himmels, Sonnen und Dünen wiederholen sich immer wieder. Nur für den leidenschaftlichen Amrumer (als wie mich) sieht das immer anders aus. Ihr das drüben auf dem Festland meint sicher schon, die spinnt, wenn sich wieder ein neues Wolkengebilde an-blogged. Deshalb mal eine Impression aus Westerland... bei Nacht.
Ein Spiel mit Licht und spiegelnder Fensterscheibe. So sieht das aus, wenn ich meine heißen Nächte auf Sylt verbringe... keine Sansibar, kein Gosch mit Schampus... dafür gemütlich mit heimeligem Licht.

Ja, es wiederholt sich alles, meint man. 100 Tage Amrum... und (noch) immer (mehr) mein Zuhause. Dass ich nicht genug kriege, wundert mich selber.. Die Arbeit ist witzig, die Gäste sind zum Teil sehr nett. "Frau Tadsen" hieß ich neulich oder " Frau Autzen"... ein Gefühl des "hier gehöre ich hin, hier bin ich richtig", anders als im letzten Jahr, wo ich das Arbeitstier war...

Gedanklich planen wir jetzt schon Weihnachten und Silvester... Über Weihnachten könnte ich für Helen und mich ein Zimmer haben... ich würde natürlich den Frühstücksservice übernehmen... bin ja schließlich zuhause.

Es ist ein wirklich erfüllendes Gefühl, zu wissen, dass es ein Fleckchen Erde gibt - mal total unabhängig von den Menschen - auf dem ich mich ganz zuhause fühle.



Das Bild musste jetzt noch sein... Auf dem Weg nach Sylt. Es gibt keine schönere SBahn als den Adler-Express bei Sonne.

Auf München freue ich mich schon - auf den Wiedereinstieg in die "Erdatmosphäre", auf Singen, Sport, Schlanktanten, auf Kino mit Renate, Essengehen mit Lutz, Ratschen mit Rosi, Weintrinken mit Angela, Monis neue Wohnung gucken, Theater mit Helen ... Kürbissüppchen mit Lachs, Möhrensuppe mit Chili, meine schöne Küche...Weihnachtsessen mit der lieben alten HypoTruppe, Novemberbesuch bei Mutti... Ach, es gibt auf dem Festland so viel zu tun.

Für alles gibt es eine Zeit. Und - das ist gut so.

Donnerstag, 5. August 2010

5. AUGUST 2010

EINS ZWEI DREI IM SAUSESCHRITT...

DAS schrieb mein Chef auf meine Gehaltsabrechnung Juli.
Es ist wahr... drei Monate Insel sind schon vorbei.

eins-zwei-drei im Sauseschritt
Der Blog ruht und komm' nicht mit.

Am Wochenende werde ich mich mal wieder rausnehmen aus allem
und einfach nur.... sein und schlunzen und auch schreiben.

Bis dahin liebe Grüße

Dienstag, 27. Juli 2010

Endlich oben - nach fast 2 Sommern...



Der höchste Leuchtturm an der friesischen Nordseeküste...



... von innen


.. der Blick nach Süden


.. und auf den FKK Zeltplatz


Heute morgen - blauer Himmel, kein Wind und ich endlich mal ausgeschlafen!
Ich fahre zum Leuchtturm. Ein MUST, Pflichtprogramm für alle Familien, wie ich heute lernte. Und dabei gehen alle Kinder mit, auch die, die noch nicht gehen geschweige denn klettern können. Das führt dann unweigerlich zu einem Stau im Turm... Und wenn Du dann oben stehst und die wunderbare Aussicht genießen könntest, stupft und stößt und schubst Dich immer irgendwer. Nicht bösartig. Nein, aber weil es dort oben so eng ist.

Schade, denn ich hatte mir vorgestellt, mich dort oben einfach nur am weiten Blick bis über alle Halligen bis zum Festland im Süden und bis nach Dänemark im Norden zu erfreuen.
Kommt auf den Zettel: Programmpunkt für den September, wenn all die lieben Kinder wieder zur Schule gehen.

Montag, 26. Juli 2010

Die Touristen sind da...

Heute abend, 17.15 im Teehaus Burg...

geplant hatte ich meinen Kaffee bei Schult in Norddorf - in der Sonne, besann mich anders und fuhr entlang des Wattes in Richtung Teehaus Burg - meinem Lieblingsort an schönen klaren Abenden. Das Watt und Föhr liegt vor mir, das Wolkenspiel tut meiner Seele gut... zum Baumeln also.
Ich hatte Glück und konnte an einem Tisch Platz nehmen, an dem ein nettes Schweizer Ehepaar schon im Begriff war zu gehen - die Euros lagen schon zum Begleichen der Rechnung parat... schon genoss ich meinen Blick und entdeckte, dass sich in Mitten der Wolkenschichten ein kleiner Regenbogen gebildet hatte - den ich nur mit der Sonnenbrille richtig sehen konnte. Oh, wie dankbar bin ich für die neue GleitsichtSonnenbrille, die ich auf Sylt bei Fielmann erstanden hatte... Den Regenbogen konnte ich sehen...

"Ist Platz an dem Tisch? Oh, Sie bezahlen, das ist prima" sagte eine große schlanke selbstbewusste Frau zum Schweizer... und rauschte mit ihren 3 halbwüchsigen Kindern und ihrem durchgeistigt aussehenden Mann an. "Ich bleibe hier sitzen an diesem Tisch", meinte ich, lächelte sie an... "Oh, sie bleiben? " sagte die Damen, mich abschätzig von oben musternd. "Wenn ich darf.." hob ich ironisch an.
Familie Lautstark enterten den Tisch ohne "Moin, moin", ohne Guten Tag.... und ich hatte einen dicken Hals. Ich merkte direkt, wie er mir anschwoll...Ich kriegte fast keine Luft mehr. Wenn Ärger erstickt... fühlt sich das so an, dachte ich, stand auf, sagte, ich suche mir einen anderen Platz. Pralle war ich und fühlte mich um meine heiligen Momente am Watt betrogen...So benehmen sich Touristen, keine Gäste auf Amrum...oder war ich zu empfindlich und wollt einfach nur wahrgenommen werden?
Wie auch immer... schlechtes Benehmen und Rücksichtslosigkeit macht mich sauer.
Schade eigentlich, dass ich nicht soooo entspannt war, dass ich einfach diese geballte Familienenergie an mir abfließen lassen konnte. Aber muss ich das können?
Nein - künftig achte ich wieder mehr darauf, wohin ich mich setze.

Dienstag, 27.7...
der wärmste Tag dieser Woche, sagt der NDR, strahlende Sonne und fast kein Wind.
Ein Strandtag mit Buch und Lesen und Laufen und Schwimmen....

In diesem Sinne stürze ich mich unter die Touris und grüße herzlich.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Das Labyrinth der Wörter...

Donnerstag, 22.07.2010
Ich habe ein Buch ausgelesen, fast in einem Rutsch. Das erste auf der Insel.
Beschämend? Nein, finde ich nicht...
Hier sitzt man einfach nur und schaut.. und lässt Gedanken fließen .. und schaut und denkt und schaut...

Gestern schaute ich in Westerland... um 10.00 Uhr morgens hingen die dicken Wabbelbäuche von "Neckermann Touris" (Anmerkung der Redaktion: dies ist kein Angriff auf Neckermann, sondern steht als Synonym für eine bestimmte Art von Urlaubern)schon bei Gosch über'm Stehtisch, die ersten Biere flossen in die Bäuche und die ersten Fischsemmeln wurden regelrecht zermalmt. Beidhändig bissen sie rein, die Soße lief aus den Mundwinkeln abwärts, mit den stark beringten Fingern versuchten sie, der Soße Herr zu werden. Vergeblich, sie war schneller... Regelrecht zum Abgewöhnen, dieses Bild. Künftig werde ich meine Fischbrötchen erst nach 12.00 Uhr mittags, bitte ohne Soße und Bier zu mir nehmen und nicht in Westerland. Sonst schaut wer anders und sieht mich so, grrrrrrrrrrrrrrr.

Aber nun zu meiner Lektüre - "DAS LABYRINTH DER WÖRTER"

"Germain ist ein Bär von Mann und nicht der Schlauste. Außer für seinen Gemüsegarten und das Schnitzen von Holzfiguren interessiert er sich nur für Tauben im Park. Als er dort eine reizende alte Dame kennenlernt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn die feinsinnige Margueritte beschließt, den ungebildeten Hünen für die Welt der Bücher zu gewinnen"

Die Autorin schreibt als Germain...so gekonnt unbeholfen und einfach, dass es richtig Freude macht, ihn zu erleben, den Germain. Seine Veränderungen in homöopathischen Dosen mitzubekommen und zu spüren, wie aus dem ungehobelten, ungebildeten fast analphabetischem Dorftrottel ein Mann wird, der für andere da sein will, seine Gefühle spürt, sie auszudrücken lernt - in seiner einfachen und damit frappierenden Art - und der erfährt, wie es ist, geliebt zu werden - mit 45.

Eine wunderbare Geschichte, die einfach nur anrührt und wirklich zum Lesen UND Denken anregt. Zum Nachdenken über sich, über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen.

Passt also auf die Insel.