Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Donnerstag, 26. August 2010

Ein spätsommerlicher Tag...

...und wenn ich den Wetterberichten traue, einer der lezten für die kommenden Tage.
Schade eigentlich, denn Helen kommt am Samstag und die Prognosen sind nicht soooo rosig.



Mit ZEIT und Zeit ein Pott Kaffee in KaffeeFlut, während die Waschmaschine im einzigen Waschsalon der Insel läuft... sitze in der Sonne, die sich wirklich, allen Unkenrufen zum Trotz, zeigt und lange bleibt. Wie warm sie noch ist an diesem klaren Tag.



Meine Fahrt mit dem Rad längs des Watts: klare Luft, Stille, die Idee der letzten warmen Sonne. Kindheitserinnerungen an klare Spätsommertage, die, morgens kühl und feucht, doch noch zu wundebaren warmen Tagen gegen Mittag werden. Die Klarheit ist es, die mich erinnert. Auch daran, dass meine Tage hier gezählt sind.






Und wieder fühle ich mich wie Fréderic, der Farben für den Winter sammelt... und ich liebe dieses dunkle Blau das Meeres, das lichte Blau des Himmels und das satte Grün der Salzwiesen. Eine wahre Augenweide, die ich wieder und wieder knipsen muss, als wollte ich sie wirklich für immer konservieren wollte.




Der kleine Bodensee... im flachen Land, mitten in den Salzwiesen.

Drei schöne freie Tage liegen hinter mir. Mit einer Wanderung um die Odde, lecker Essen und viel Bewegung, Luft und Sonne, obwohl Regen vorausgesagt war... was will ich mehr. Morgen gibt's wieder Frühstück...

Dienstag, 24. August 2010

Regenhose, Kapuze und Schal...

Statt Dusche Platzregen am Morgen, Wasser von allen Seiten. Warm und mild. Aber beständg. Schlimm ist nur die erste Minute. Regenhosen sind toll... an denen perlt jedes Wasser ab - auch das, was von der Regenjacke abläuft. Und dann ist Regen gar nicht mehr schlimm sondern toll. Wie ein Kind patsche ich in die Pfützen, laufe von Westerheide nach Steenodde. Gestern ließ ich dort das Rad stehen. Ich hatte keine Regenhose mit - gestern.

Sandstrahl-Peeling gab es heute vormittag. Gegen das Vermummungsgesetz verstieß ich definitiv... aber besser vermummt als Sand zwischen den Zähnen, in der Nase, in dem Augen und Ohren...


Von der Aussichtsdüne den Strand rangezoomt... noch ist nur zu ahnen, wie weit das Wasser an diesem Sturmtag kommen würde. Die Strankörbe sind weg, der Clowagen steht schon im Wasser... Niedrigwasser zu dieser Zeit - und schon der halbe Strand voll.



Windtolle auf dem Heimweg... die Sonne fand tatsächlich Amrum. Lange saß ich vor diesem Foto auf einer Bank in den Dünen neben einer Frau und ratschte. Gemütlich in der Sonne, die bei aller Herbstlichkeit eine Wahnsinnskraft und Wärme hat.



So sah der Strand in Nebel aus... bei ablaufendem Wasser. Bis zu den Dünen stand das Wasser... der Strand schmal wie an der Ostsee... Und so schön, so kraftvoll.
Klein kommt sich Mensch vor, wenn er an den Wassermassen steht... Klein und unbedeutend.

Freitag, 20. August 2010

May the road rise to meet you......


.... May the wind be always at your back.

So soll es sein, meine Lieben...
Danke für Eure mitfühlenden und aufbauenden Kommentare.

Es gibt da eine Wohnung in München-Solln, ganz im Süden, grün und fast wie auf der Insel, mit Garten und viel Holz und alles neu und überhaupt.... Leisten könnte ich sie mir auch, wenn ich weiterhin einen 400 Euro Job annehme.
Und doch: es ist nicht die Zeit dafür.

Tina hat Recht... ein Umzug mit 60 ist bestimmt nicht der letzte... ganz und gar nicht.

Ich denke viel nach, spüre mich auf der Insel, versuche mir den langen kalten, dunklen Winter vorzustellen, in dem nur zwei Fähren am Tag fahren, kein Adler Express nach Sylt; ausgeflogen wird nur, wer akut erkrankt ist... Carepakete (bitte alle notieren ;-))mit Grundnahrungsmitteln, wenn alles wieder so zufriert wie 2009/2010...
Und wünsche mir, für ein paar Wochen eine bezahlbare Bleibe zu finden, in der ich den Winter ausprobieren kann. Tja, so weit war ich schon mal... vor genau einem Jahr. Da dachte ich auch: einen Inselwinter erleben und dann mal schauen.

Irgendwie glaube ich, dass es hier (m)eine Wohnung für mich gibt... eine, in die ich hineingehe, mich wohl fühle und denke: darauf hast Du immer gewartet. Fast wie eine Liebe fühlt sich das in meiner Phantasie an.

May the road rise to meet me....

Samstag, 14. August 2010

Um ein Haar....

hätte ich eine Wohnung auf Amrum... unter Reet, auf zwei Ebenen, Miete wie München... ab Oktober frei. Aber wie gesagt: um ein Haar.

Alles beim Alten, also?
Nicht wirklich, denn mit dieser Wohnung kam auch wieder das Nachdenken: München oder Amrum, Amrum oder München, beides....

Wenn ich an München denke, denke ich an meinen sehr lieben Freudeskreis, an mein Singen, meine Küche und meine Möbel. Ich denke an meine polternde Obernachbarin und daran, dass ich in der Stadt nicht mehr zuhause bin. Ich denke an Helen, die mich gerne auf Amrum besucht. Ich denke an Skype, WLAN und Festnetztelefone, an emails und an Bahnkarten. An Nachtfahrten und an Wohnungstausch, aber auch an Vermissen und Sehnsucht nach lieben Menschen, an Kultur und DVD's.

Ich denke an die Sehnsucht, die ich schon jetzt habe, wenn ich retour muss, an den Kloß im Hals, wenn es die Kasseler Berge raufgeht....

An Mutti denke ich und an Gisela... Festnetz ist gut, Bahncard ist wichtig, den Nachtzug im Kopf haben, die Fähre schnell kriegen und Zeit haben... immer wieder eine Stippvisite...

Ich denke an Singen und muss grinsen, denn gestern abend lernte ich "Hexe" kennen, eine Frau, die in zwei Chören auf Amrum im Tenor singt und mich gleich eingeladen hat...

Und ich denke an: ich fühle mich zuhause.
München ist mir vertraut, ich bin dort wie zuhause... aber mein Herz, meine Seele bleibt hier, wenn ich fahre, und das fühlt sich dann wie verloren an.

Der Prozess ist ins Rollen gekommen. Ich kenne hier inzwischen die richtigen Menschen, die die Ohren in Sachen "Schöner Wohnen" offen haben... die eher, weil integrierte Nicht-Insulaner, ein wenig jünger als ich, an die Informationen kommen, selber suchen - aber mehr Platz als ich brauchen, und auch als Makler tätig sind.

Ich lege es in Gottes Hand (und hoffe insgeheim, dass die Eignerin der verpassten Wohnung doch noch meint, an einer solventen Rentnerin habe sie mehr Freude als an einem Pärchen).

Mittwoch, 11. August 2010

Watt-Impressionen...



Schon der erste Priel ließ die wackeren Watt Wanderer nass bis zum Bauchnabel werden..



Die Salzwiesen sind jetzt alle lilablau durch die wunderbaren Salznelken.



Wolkenspiele bei 5 Windstärken...

Dienstag, 10. August 2010

Xenia sei Dank

Es regnet, es regnet, die Erde wird nass...
Wetter-online Amrum sagt, es höre heute Mittag auf. Ben Wettervogel sagt mehr Regen an und tiefere Temperaturen... 21 Gräden in Berlin, bei uns um die 20.
Die Inselfrau flackt im Bett, Glotze an, Tee am Bett und schreibt. Ein Lob der Ruhe... diese Inschrift fand ich auf einer AussichtsDüne... und fühlte mich sofort eingeladen...



Solche Bilder kenne ich nur aus meinem Lieblingsfilm "Out of Africa"... Ruhe, Weite und die Umrisse eines einsamen Baumes. Mein Blick, wenn ich morgens zum Arbeiten fahre.
Ich weiß, ich wiederhole mich... aber er ist doch so schön und einzigartig.



Und ich höre meine Helen sagen, dass die Sonne im Wasser glitzere wie Millionen von Diamanten. Ich liebe diese Stimmung und halte sie fest, fest, fest.
Wie Frederic sammele ich schon wieder Farben und Stimmungen für den Winter, für die dunkle Zeit, für die Zeit in der Großstadt.

Pläne für den nächsten Sommer gibt es auch schon. Allerdings eröffnete mir meine Wunderwirtin gestern, dass sie mein "Wohnclo" vielleicht nicht wieder langfristig vermieten will... aber es sei noch nicht sicher. Also beginnt jetzt schon die Suche nach einer neuen Bleibe... Im nächsten Leben werde ich Hausbesitzer auf Amrum...


Tiefgang.... Der Amrumer Leuchtturm von innen...



Immer wenn ich hierher fahre, denke ich, ich müsste nach innen gehen, in die Tiefe, müsste mich und meine Motive, meine Gefühle beleuchten, immer tiefer tauchen in das Land meiner Seele ... und merke, dass ich stattdessen immer höher steige, leichter werde, gerne in den Wolken hänge, mich in Wolkenbildern verliere, mich eigentliche gar nicht mit Problemen beschäftigen möchte und am liebsten keine habe...



Am liebsten hänge ich in den Wolken, schaue zu, wie sich die Wolkengebilde weiterentwickeln, finde Kuschelhund, Pudel und Engel, Drachen und Schlangen, denke mir Geschichten dazu aus und verliere mich im Unendlichen....
Hier zum Beispiel Frau Spitz aus Hollywood mit großer Sonnenbrille.. schon entdeckt?

.



Noch mindestens 50, maximal 65 Tage... dann ziehe ich wieder ein in meine heimatliche Kemenate mit Platz, Luft, mit viel Platz, viel Luft!!! Ein Grund zur Freude! Wahrlich

Montag, 9. August 2010

Neues von der Insel




Das ist Van André, mein neuer Mitbewohner. André meinte, die Ente ist so klein, dass sie gut in mein Wohnclo passt und mich erfreut. Nun bin ich hier nicht mehr allein und habe liebe Gesellschaft. Van André ist aus André's Fundus und schon lange mit ihm...
Freunden schenkt man Freunde.




Mein iPhoto-Programm macht Mätzchen, seit die Festplatte neu ist und alles wieder re-istalliert. Neue Bilder kann ich nicht mehr speichern, alte finde ich zum Teil nicht.... Bei der Durchsicht meiner Bilder dachte ich: eh wurscht, denn die vielen Himmels, Sonnen und Dünen wiederholen sich immer wieder. Nur für den leidenschaftlichen Amrumer (als wie mich) sieht das immer anders aus. Ihr das drüben auf dem Festland meint sicher schon, die spinnt, wenn sich wieder ein neues Wolkengebilde an-blogged. Deshalb mal eine Impression aus Westerland... bei Nacht.
Ein Spiel mit Licht und spiegelnder Fensterscheibe. So sieht das aus, wenn ich meine heißen Nächte auf Sylt verbringe... keine Sansibar, kein Gosch mit Schampus... dafür gemütlich mit heimeligem Licht.

Ja, es wiederholt sich alles, meint man. 100 Tage Amrum... und (noch) immer (mehr) mein Zuhause. Dass ich nicht genug kriege, wundert mich selber.. Die Arbeit ist witzig, die Gäste sind zum Teil sehr nett. "Frau Tadsen" hieß ich neulich oder " Frau Autzen"... ein Gefühl des "hier gehöre ich hin, hier bin ich richtig", anders als im letzten Jahr, wo ich das Arbeitstier war...

Gedanklich planen wir jetzt schon Weihnachten und Silvester... Über Weihnachten könnte ich für Helen und mich ein Zimmer haben... ich würde natürlich den Frühstücksservice übernehmen... bin ja schließlich zuhause.

Es ist ein wirklich erfüllendes Gefühl, zu wissen, dass es ein Fleckchen Erde gibt - mal total unabhängig von den Menschen - auf dem ich mich ganz zuhause fühle.



Das Bild musste jetzt noch sein... Auf dem Weg nach Sylt. Es gibt keine schönere SBahn als den Adler-Express bei Sonne.

Auf München freue ich mich schon - auf den Wiedereinstieg in die "Erdatmosphäre", auf Singen, Sport, Schlanktanten, auf Kino mit Renate, Essengehen mit Lutz, Ratschen mit Rosi, Weintrinken mit Angela, Monis neue Wohnung gucken, Theater mit Helen ... Kürbissüppchen mit Lachs, Möhrensuppe mit Chili, meine schöne Küche...Weihnachtsessen mit der lieben alten HypoTruppe, Novemberbesuch bei Mutti... Ach, es gibt auf dem Festland so viel zu tun.

Für alles gibt es eine Zeit. Und - das ist gut so.