hätte ich eine Wohnung auf Amrum... unter Reet, auf zwei Ebenen, Miete wie München... ab Oktober frei. Aber wie gesagt: um ein Haar.
Alles beim Alten, also?
Nicht wirklich, denn mit dieser Wohnung kam auch wieder das Nachdenken: München oder Amrum, Amrum oder München, beides....
Wenn ich an München denke, denke ich an meinen sehr lieben Freudeskreis, an mein Singen, meine Küche und meine Möbel. Ich denke an meine polternde Obernachbarin und daran, dass ich in der Stadt nicht mehr zuhause bin. Ich denke an Helen, die mich gerne auf Amrum besucht. Ich denke an Skype, WLAN und Festnetztelefone, an emails und an Bahnkarten. An Nachtfahrten und an Wohnungstausch, aber auch an Vermissen und Sehnsucht nach lieben Menschen, an Kultur und DVD's.
Ich denke an die Sehnsucht, die ich schon jetzt habe, wenn ich retour muss, an den Kloß im Hals, wenn es die Kasseler Berge raufgeht....
An Mutti denke ich und an Gisela... Festnetz ist gut, Bahncard ist wichtig, den Nachtzug im Kopf haben, die Fähre schnell kriegen und Zeit haben... immer wieder eine Stippvisite...
Ich denke an Singen und muss grinsen, denn gestern abend lernte ich "Hexe" kennen, eine Frau, die in zwei Chören auf Amrum im Tenor singt und mich gleich eingeladen hat...
Und ich denke an: ich fühle mich zuhause.
München ist mir vertraut, ich bin dort wie zuhause... aber mein Herz, meine Seele bleibt hier, wenn ich fahre, und das fühlt sich dann wie verloren an.
Der Prozess ist ins Rollen gekommen. Ich kenne hier inzwischen die richtigen Menschen, die die Ohren in Sachen "Schöner Wohnen" offen haben... die eher, weil integrierte Nicht-Insulaner, ein wenig jünger als ich, an die Informationen kommen, selber suchen - aber mehr Platz als ich brauchen, und auch als Makler tätig sind.
Ich lege es in Gottes Hand (und hoffe insgeheim, dass die Eignerin der verpassten Wohnung doch noch meint, an einer solventen Rentnerin habe sie mehr Freude als an einem Pärchen).