Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Sonntag, 29. August 2010

Mit der roten Geburtstagsjacke...




... wird jeder Regen immer schöner.
Wir sitzen jetzt mitten in der Regenfront, die eigentlich gen Südost ziehen soll.

Kragen hoch, Kapuze fest ins Gesicht, Hände in die Taschen... und los. Gegen den Wind am Strand. Dumm ist nur, dass so eine Jacke keine Regenrinne hat und zwangsläufig die Hosenbeine und Oberschenkel allein schon von vom Goretex ablaufenden Wasser nass werden.

Einmal nass - wir hatten das in dieser Woche schon -läuft und fährt es sich prima.
Helen und Christoph sind auch nass...die trocknen jetzt in ihrer kleinen Ferienwohnung, ich im Wohnclo und später

... gehen wir dem "großen Löffel" beim Weltenbummler essen.



Es ist schön, Helen hier zu haben. Und irgendwie fühlt es sich für mich noch kompletter an, meine Tochter nah bei zu wissen. Helens Kommentar zu diesem meinem Gefühl: na prima, nimm ne Wohnung, kauf Dir nen Hund und ich komme regelmäßig Euch besuchen....

Freitag, 27. August 2010

Kalt und klamm....

Es ist Freitag.
Ende August.
So langsam
ist
die
Luft
raus,

dachte ich heute... auf dem Heimweg.

Hannah hat ne Absage für die Wohnung bekommen, die wir uns neulich anschauten.
Und nun?

Die da oben werden es schon richten, denke ich.

Ich freue mich auf Helen, die kommt morgen um 18.00 mit der Fähre.
froifroifroi

Donnerstag, 26. August 2010

Ein spätsommerlicher Tag...

...und wenn ich den Wetterberichten traue, einer der lezten für die kommenden Tage.
Schade eigentlich, denn Helen kommt am Samstag und die Prognosen sind nicht soooo rosig.



Mit ZEIT und Zeit ein Pott Kaffee in KaffeeFlut, während die Waschmaschine im einzigen Waschsalon der Insel läuft... sitze in der Sonne, die sich wirklich, allen Unkenrufen zum Trotz, zeigt und lange bleibt. Wie warm sie noch ist an diesem klaren Tag.



Meine Fahrt mit dem Rad längs des Watts: klare Luft, Stille, die Idee der letzten warmen Sonne. Kindheitserinnerungen an klare Spätsommertage, die, morgens kühl und feucht, doch noch zu wundebaren warmen Tagen gegen Mittag werden. Die Klarheit ist es, die mich erinnert. Auch daran, dass meine Tage hier gezählt sind.






Und wieder fühle ich mich wie Fréderic, der Farben für den Winter sammelt... und ich liebe dieses dunkle Blau das Meeres, das lichte Blau des Himmels und das satte Grün der Salzwiesen. Eine wahre Augenweide, die ich wieder und wieder knipsen muss, als wollte ich sie wirklich für immer konservieren wollte.




Der kleine Bodensee... im flachen Land, mitten in den Salzwiesen.

Drei schöne freie Tage liegen hinter mir. Mit einer Wanderung um die Odde, lecker Essen und viel Bewegung, Luft und Sonne, obwohl Regen vorausgesagt war... was will ich mehr. Morgen gibt's wieder Frühstück...

Dienstag, 24. August 2010

Regenhose, Kapuze und Schal...

Statt Dusche Platzregen am Morgen, Wasser von allen Seiten. Warm und mild. Aber beständg. Schlimm ist nur die erste Minute. Regenhosen sind toll... an denen perlt jedes Wasser ab - auch das, was von der Regenjacke abläuft. Und dann ist Regen gar nicht mehr schlimm sondern toll. Wie ein Kind patsche ich in die Pfützen, laufe von Westerheide nach Steenodde. Gestern ließ ich dort das Rad stehen. Ich hatte keine Regenhose mit - gestern.

Sandstrahl-Peeling gab es heute vormittag. Gegen das Vermummungsgesetz verstieß ich definitiv... aber besser vermummt als Sand zwischen den Zähnen, in der Nase, in dem Augen und Ohren...


Von der Aussichtsdüne den Strand rangezoomt... noch ist nur zu ahnen, wie weit das Wasser an diesem Sturmtag kommen würde. Die Strankörbe sind weg, der Clowagen steht schon im Wasser... Niedrigwasser zu dieser Zeit - und schon der halbe Strand voll.



Windtolle auf dem Heimweg... die Sonne fand tatsächlich Amrum. Lange saß ich vor diesem Foto auf einer Bank in den Dünen neben einer Frau und ratschte. Gemütlich in der Sonne, die bei aller Herbstlichkeit eine Wahnsinnskraft und Wärme hat.



So sah der Strand in Nebel aus... bei ablaufendem Wasser. Bis zu den Dünen stand das Wasser... der Strand schmal wie an der Ostsee... Und so schön, so kraftvoll.
Klein kommt sich Mensch vor, wenn er an den Wassermassen steht... Klein und unbedeutend.

Freitag, 20. August 2010

May the road rise to meet you......


.... May the wind be always at your back.

So soll es sein, meine Lieben...
Danke für Eure mitfühlenden und aufbauenden Kommentare.

Es gibt da eine Wohnung in München-Solln, ganz im Süden, grün und fast wie auf der Insel, mit Garten und viel Holz und alles neu und überhaupt.... Leisten könnte ich sie mir auch, wenn ich weiterhin einen 400 Euro Job annehme.
Und doch: es ist nicht die Zeit dafür.

Tina hat Recht... ein Umzug mit 60 ist bestimmt nicht der letzte... ganz und gar nicht.

Ich denke viel nach, spüre mich auf der Insel, versuche mir den langen kalten, dunklen Winter vorzustellen, in dem nur zwei Fähren am Tag fahren, kein Adler Express nach Sylt; ausgeflogen wird nur, wer akut erkrankt ist... Carepakete (bitte alle notieren ;-))mit Grundnahrungsmitteln, wenn alles wieder so zufriert wie 2009/2010...
Und wünsche mir, für ein paar Wochen eine bezahlbare Bleibe zu finden, in der ich den Winter ausprobieren kann. Tja, so weit war ich schon mal... vor genau einem Jahr. Da dachte ich auch: einen Inselwinter erleben und dann mal schauen.

Irgendwie glaube ich, dass es hier (m)eine Wohnung für mich gibt... eine, in die ich hineingehe, mich wohl fühle und denke: darauf hast Du immer gewartet. Fast wie eine Liebe fühlt sich das in meiner Phantasie an.

May the road rise to meet me....

Samstag, 14. August 2010

Um ein Haar....

hätte ich eine Wohnung auf Amrum... unter Reet, auf zwei Ebenen, Miete wie München... ab Oktober frei. Aber wie gesagt: um ein Haar.

Alles beim Alten, also?
Nicht wirklich, denn mit dieser Wohnung kam auch wieder das Nachdenken: München oder Amrum, Amrum oder München, beides....

Wenn ich an München denke, denke ich an meinen sehr lieben Freudeskreis, an mein Singen, meine Küche und meine Möbel. Ich denke an meine polternde Obernachbarin und daran, dass ich in der Stadt nicht mehr zuhause bin. Ich denke an Helen, die mich gerne auf Amrum besucht. Ich denke an Skype, WLAN und Festnetztelefone, an emails und an Bahnkarten. An Nachtfahrten und an Wohnungstausch, aber auch an Vermissen und Sehnsucht nach lieben Menschen, an Kultur und DVD's.

Ich denke an die Sehnsucht, die ich schon jetzt habe, wenn ich retour muss, an den Kloß im Hals, wenn es die Kasseler Berge raufgeht....

An Mutti denke ich und an Gisela... Festnetz ist gut, Bahncard ist wichtig, den Nachtzug im Kopf haben, die Fähre schnell kriegen und Zeit haben... immer wieder eine Stippvisite...

Ich denke an Singen und muss grinsen, denn gestern abend lernte ich "Hexe" kennen, eine Frau, die in zwei Chören auf Amrum im Tenor singt und mich gleich eingeladen hat...

Und ich denke an: ich fühle mich zuhause.
München ist mir vertraut, ich bin dort wie zuhause... aber mein Herz, meine Seele bleibt hier, wenn ich fahre, und das fühlt sich dann wie verloren an.

Der Prozess ist ins Rollen gekommen. Ich kenne hier inzwischen die richtigen Menschen, die die Ohren in Sachen "Schöner Wohnen" offen haben... die eher, weil integrierte Nicht-Insulaner, ein wenig jünger als ich, an die Informationen kommen, selber suchen - aber mehr Platz als ich brauchen, und auch als Makler tätig sind.

Ich lege es in Gottes Hand (und hoffe insgeheim, dass die Eignerin der verpassten Wohnung doch noch meint, an einer solventen Rentnerin habe sie mehr Freude als an einem Pärchen).

Mittwoch, 11. August 2010

Watt-Impressionen...



Schon der erste Priel ließ die wackeren Watt Wanderer nass bis zum Bauchnabel werden..



Die Salzwiesen sind jetzt alle lilablau durch die wunderbaren Salznelken.



Wolkenspiele bei 5 Windstärken...