
.... aber Dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht....
Mein Inselsommer geht zu Ende. Noch dreimal Frühstück, dreimal schlafen... und dann sitze ich auf der Fähre.
Viel ist passiert in den letzten zwei Wochen:
Die Wohnung wird in Gedanken schon immer mehr meine.... Finanzierungsangebote liegen vor, meine Hausbank in München ist bisher unschlagbar... die Kosten halten sich so gering, dass ich nicht NEIN sagen kann und.... selbst wenn ich nicht auf Dauer hier wohnen wollte.... eine gute Anlage ist es allemal.
Wenn ich hier weiterhin auf 400 Euro Basis arbeite, kann ich - solange ich das will - München halten.
Schon alleine bei dem Gedanken: "Ich habe ein Haus am Meer"... springt mein Herz und es geht so weit auf... Das fühlt sich an wie Kind vor Weihnachten... ganz aufgeregt und euphorisch. Wie wenn ein Traum sich wirklich erfüllen soll. Wobei das Haus natürlich für die Wohnung steht.... Wir wollen mal nicht übertreiben ;-)
Den Rosenheimer Unternehmen traf ich jetzt jeden Tag irgendwo auf der Insel.. beim Einkaufen, vorm Bäcker... kaum kennt man sich.... Ihn werde ich in Rosenheim besuchen. Mal schauen, wie sich eine Zusammenarbeit gestalten ließe... und auf den Grundriss seiner Wohnung in Nebel bin ich neugierig. Aber wie Astrid sagt: Reethäuser sind teuer und... wie ich weiß: dunkel, wenn man nicht im ersten Stock wohnt.
Vorgestern erlebte ich eine Nachtfahrt.... mit dem Rad, es war stockdunkel, auf dem Wirtschaftsweg von Norddorf nach Nebel. Wenn ich durch den Englischen Garten bei Nacht fahre, gruselt es mich. Auf der Insel fühle ich mich sicher. Mutterseelenallein durch die Nacht. Links von mir sah ich die Lichter von Föhr und Wittdün... das mutete irgendwie auch italienisch an. Und schräg rechts zeigte mir der Amrumer Leuchtturm, wohin ich will. Mein Rad kennt den Weg. So kamen wir gemeinsam ohne größere Anstrengungen zu Hause an. Schade, dass ich solche Fahrten nicht öfter gemacht habe... Frühstücksfeen gehören halt früh ins Bett. Vielleicht ändert sich das ja noch.
Als ich mal in einem Dorf lebte - mit Mann und Familie - liebte ich die eine Seite der Medaille... an jeder Ecke jemanden kennen, ratschen und für Besorgungen von vorneherein die doppelte Zeit einrechnen. Das fühlte sich für mich wie Zuhause an, aus München kannte ich es nicht mehr und aus Freudenstadt auch nicht.
Dieses Phänomen erlebte ich am Mittwoch:
An jeder Ecke ein kleiner Ratsch... bis hin nach Norddorf, wo ich mich zu zwei Frauen in meinem Alter gesellte... "Sigrid, wir sprechen gerade über Mütter..."
Ich hatte wirklich das Gefühl, alle guten Mächte zeigen mir noch einmal, wo ich mich zuhause fühlen kann.
Gestern nun im Weltenbummler: Jes zeigt ein wenig Abschiedswehmut. Das allerdings bringe ich mit seinem neuen Job des Frühstücksmannes ab nächsten Dienst in Verbindung. Aber... vermisst zu werden tut schon gut.
André von der Post organisiert ein Sigrid-Abschieds-Flammkuchen-Essen im Strand33.
Dieses Mal tut Scheiden nicht weh, macht, dass mir das Herze lacht und steigert die Vor-Freude auf Meehr. Denn - sätestens zum Jahreswechsel sind wir wieder hier - Helen und ich.