Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Dienstag, 19. Oktober 2010

Das Wandern ist.....


... der Sigrid Lust.

Gestern nachmittag, als der Herbst sich noch von seiner allerschönsten Seite zeigt. Und das Beste daran war, dass meine Füße, meine kleinen schönen Füßchen nicht mehr so dolle wehtun. Denn - es gibt hier eine Frau Heinl, die für heilende Hände hat und nun endlich mal meinen Schmerzen auf den Grund gegangen ist....

Eine Sehne ist mit Muskeln verklebt...
Der Große Onkel gewegt sich gen 2. Zeh und der darunter liegende Muskel tut zu wenig
Bei einem Verknacksen haben sich wohl einige klitzekleine Fußknöchelchen verschoben.

Viel zu tun für eine Physiotherapeutin. Nach zwei Sitzungen konnte ich schon wenigstens 1 1/2 Stunden schmerzfrei laufen und erfreute mich am Herbstwald... bis dicke Nebelschwaden aufzogen - Vorboten für das gruselige Regenwetter, was sich nach Angaben von Kachelmann's Kollegen bis zum WE hier in der Rhöhn festsetzen soll.
Schöne Aussichten sind das. Ich hätte mir gestern doch ein Strickzeug kaufen sollen...

Sonntag, 17. Oktober 2010

Konditionsschub....

5 Tage Fasten und regelmäßig Sport - auch wenn es nur der Pflichtteil war.... und ich habe wieder Puste, kann 2 Stunden sporteln ohne zu schwächeln. Das ist doch was.

Bad Brückenau ist ein ziemlich verschlafener Kurort, und schon 60jährige senken das Durchschnittsalter erheblich. Mit dem Staatsbad - Kurmittelhaus zu Königs Zeiten - machen sie wirklich Staat. Ein Erlebnis. Wie heute: unverhofft eine Dali Ausstellung, bei der uns der Galerist höchst persönliche mit seinen diversen Techniken vertraut machte. Gemerkt habe ich mir:
Die Flügel des Engels entstammen dem Abdruck eines nackten Damenhinterns. Zur Gestaltung seiner Apokalypse ließ er eine Bombe mit Nägeln basteln, die in einem Kupferkasten explodierte. Die Kupferplatten nach der Explosion dienten ihm als Vorlage.
Er arbeitete mit Analogien und.... Genie und Wahnsinn, das zeigen die Lithographien, liegen wahrlich dicht bei einander.
Das Buch über sein Haus an der Costa Brave - Case Museo - erinnerte mich an eine Woche Spanien, den Besuch im Haus und das köstliche Essen danach, mit Blick auf Meer.

Habt Ihr schon mal Pfefferminztee im Dorint Hotel der Edelsorte getrunken? Die Lobby ist schön, die Leute interessant, der Tee lecker und den Keks.... musste ich leider zurück geben. Das tat weh. Und der Preis? Angemessene Inselpreise.

Morgen gehts in die nächste Runde, noch weitere 5 Tage Fasten, das Beste am Abfasten wird nicht die Kartoffelsuppe sein, sondern der nettere Speiseraum... vielleicht sollte ich früher?????

Nun, mit ohne Essen habe ich einen klaren Kopp, kann mich an meine Träume erinnern,
richte ab nachts um 4 im Geiste die neue Wohnung ein (Schlafbedürfnis ist nach 7 Stunden gestillt). Eigentlich könnte ich ja schon einziehen... aber noch ist kein Kaufvertrag unterschrieben und.... bezahlt habe ich auch noch nicht.
Gut Ding will Weile haben.

Samstag, 16. Oktober 2010

Darf ich eigentlich noch.....

... hier bloggen unter Inselsommer, wo doch sowohl die Insel passée als auch der Sommer vorbei sind? Eine Schwester von hier muss morgen zu ihrer Mutter nach Thüringen und fährt über Oberhof.... na wenn da kein Schneee liegt... meinte sie gerade.

Nun, ich werde ihn als Tagebuch und Vorbereitung für die nächsten Inselsommer nehmen. Denn - die Inselfrau bleibe ich, das spüre ich ganz deutlich.

Auf die Insel-Wohnung freue ich mich. Ohne die genauen Maße zu kennen, errichte ich in Gedanken schon Podeste - stelle Betten und Couchen drauf, damit ich den wunderbaren weiten Blick genießen kann, höre ins Haus hinein - und oh Wunder: kein Trampel über mir. Nur mitunter der Regen, der auf die Dachfenster prasselt. Das stört mich nicht wirklich. In der neuen Küche koche ich die leckersten Weckbecker-Gerichte, lasse mich von Föhrer Bauern mit frischem Gemüse beliefern.... und fühle mich dort zuhause.

Und immer klarer wird mein Bild: ich verkleinere mich in München und werde meinen Lebensmittelpunkt auf der Insel haben. München und den Rest der Republik von November bis März, dann wieder Insel... das fühlt sich stimmig und wohl an. Und in beiden Bleiben sind meine Sachen, meine Dinge... ich komme also immer irgendwo an.
Was nur tue ich mit meinen wunderbaren alten Familienmöbeln, die ich nun aus dem Haus meiner Eltern geerbt habe? Die passen da gar nicht rein.... und extra für sie ne Wohnung für teuer Geld als Lager erhalten....
Ach, auch da wird es eine gute Lösung geben, bisher kam alles zur rechten Zeit.

Jetzt gibt es den beliebten Organgensaft Cocktail.... lecker.
Guten Morgen und einen schönen Tag wünscht die Inselfrau

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Ankommen....

Dag Hammerskjöld hat ein Gedicht über ANKOMMEN geschrieben.

.....
Du wagst dein Ja -
Und erlebst einen Sinn.
Du wiederholst Dein Ja -
Und alles gekommt Sinn.
Und wenn alles Sinn hat -
Wie kannst Du anders leben als ein Ja?

Das nehme ich in die nächsten Tage mit und denke, es
ist ein gutes Mantra für niedrigen Blutdruck

Das Festland hat mich wieder....

Und die erste Station war - wie geplant - unser Vater...
Wir hatten das Grab neu gestalten lassen. Und so sieht es jetzt aus:



Das Bild hänge ich rein, weil Mutti es nicht runterladen konnte - und hier kann sie es gucken....
@ Mutti: das Eisenband wird schwarz gestrichen und die Schrift auf Vatis Platte wird mit Gold belegt.... dann sieht alles bestens aus. Und - was unserer Mutter am allerwichtigsten ist - es sieht jetzt ganz ganz ordentlich aus. Und der neue Gärtner ist ein guter. Gott sei Dank.

Die Inselfrau ist jetzt mal kurz Fastenfrau. Chinesisches Gemüse im City Carée in Magdeburg war die Henkersmahlzeit. Mitten rein in das frugale Mahl kamn der Anruf von meiner alten Amrumer Chefin: die Satteldüne hat die Wohnungen gekündigt und es werden nun wirklich welche frei und vorher renoviert....

Aber - wie schön: ich hatte schon JA gesagt und bin sehr gespannt auf das Telefonat mit meiner Bankerin morgen von hier aus.

Sigrid grüßt aus der Sonne.

Montag, 11. Oktober 2010

10.10.10

Welch ein Datum zum JA sagen?
Auch ich sagte JA, aus vollem Herzen letztendlich:
zur Wohnung auf Amrum.

Der liebe Gott hat sie mir gewiesen, gewissermaßen.
Sein "Götterbote", der "alte Pastor Kiene", ein wunderbar aufrechter und ehrlicher Mann, den ich schon aus Erzählungen kenne, ist der Verkäufer.
Mit ihm wurde ich auf der Fähre vor 1 1/2 Jahren bekannt gemacht... als ich das erste Mal auf die Insel fuhr, um meinen ersten Areitgeber kennenzulernen.
Schon damals fand ich ihn bemerkenswert, aufrecht und gerade.

Nachdem ich ihn als Verkäufer erkannte, war mir auch klar, dass ich in ihm einen aufrichtigen und fairen Verhandlungspartner habe. Und konnte mich einlassen.

Denn deutlicher hätte mir das Universum, der liebe Gott und überhaupt alle guten Mächte nicht zeigen können, dass ich hierher gehören.

DANKE


Und heute? Heute ist mein letzter Tag hier auf der Insel.
Das letzte Frühstück und das letzten Mal nach Steenodde fahren, morgens von Westerheide.
Die Insel verabschiedete sich gestern von mir mit einem legendären Sonnenuntergang, mit einem Roséfarbenen Himmel, wie ich ihn im Leben noch nicht gesehen hatte.
André lud zum Flammkuchen ein - und ich zu den Getränken.
Ein schöner Abschlussabend mit Freunden auf der Insel. Ein gutes Omen.

Samstag, 9. Oktober 2010

Sommer ade, Scheiden tut weh.....


.... aber Dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht....

Mein Inselsommer geht zu Ende. Noch dreimal Frühstück, dreimal schlafen... und dann sitze ich auf der Fähre.

Viel ist passiert in den letzten zwei Wochen:

Die Wohnung wird in Gedanken schon immer mehr meine.... Finanzierungsangebote liegen vor, meine Hausbank in München ist bisher unschlagbar... die Kosten halten sich so gering, dass ich nicht NEIN sagen kann und.... selbst wenn ich nicht auf Dauer hier wohnen wollte.... eine gute Anlage ist es allemal.
Wenn ich hier weiterhin auf 400 Euro Basis arbeite, kann ich - solange ich das will - München halten.
Schon alleine bei dem Gedanken: "Ich habe ein Haus am Meer"... springt mein Herz und es geht so weit auf... Das fühlt sich an wie Kind vor Weihnachten... ganz aufgeregt und euphorisch. Wie wenn ein Traum sich wirklich erfüllen soll. Wobei das Haus natürlich für die Wohnung steht.... Wir wollen mal nicht übertreiben ;-)

Den Rosenheimer Unternehmen traf ich jetzt jeden Tag irgendwo auf der Insel.. beim Einkaufen, vorm Bäcker... kaum kennt man sich.... Ihn werde ich in Rosenheim besuchen. Mal schauen, wie sich eine Zusammenarbeit gestalten ließe... und auf den Grundriss seiner Wohnung in Nebel bin ich neugierig. Aber wie Astrid sagt: Reethäuser sind teuer und... wie ich weiß: dunkel, wenn man nicht im ersten Stock wohnt.

Vorgestern erlebte ich eine Nachtfahrt.... mit dem Rad, es war stockdunkel, auf dem Wirtschaftsweg von Norddorf nach Nebel. Wenn ich durch den Englischen Garten bei Nacht fahre, gruselt es mich. Auf der Insel fühle ich mich sicher. Mutterseelenallein durch die Nacht. Links von mir sah ich die Lichter von Föhr und Wittdün... das mutete irgendwie auch italienisch an. Und schräg rechts zeigte mir der Amrumer Leuchtturm, wohin ich will. Mein Rad kennt den Weg. So kamen wir gemeinsam ohne größere Anstrengungen zu Hause an. Schade, dass ich solche Fahrten nicht öfter gemacht habe... Frühstücksfeen gehören halt früh ins Bett. Vielleicht ändert sich das ja noch.

Als ich mal in einem Dorf lebte - mit Mann und Familie - liebte ich die eine Seite der Medaille... an jeder Ecke jemanden kennen, ratschen und für Besorgungen von vorneherein die doppelte Zeit einrechnen. Das fühlte sich für mich wie Zuhause an, aus München kannte ich es nicht mehr und aus Freudenstadt auch nicht.
Dieses Phänomen erlebte ich am Mittwoch:
An jeder Ecke ein kleiner Ratsch... bis hin nach Norddorf, wo ich mich zu zwei Frauen in meinem Alter gesellte... "Sigrid, wir sprechen gerade über Mütter..."

Ich hatte wirklich das Gefühl, alle guten Mächte zeigen mir noch einmal, wo ich mich zuhause fühlen kann.

Gestern nun im Weltenbummler: Jes zeigt ein wenig Abschiedswehmut. Das allerdings bringe ich mit seinem neuen Job des Frühstücksmannes ab nächsten Dienst in Verbindung. Aber... vermisst zu werden tut schon gut.

André von der Post organisiert ein Sigrid-Abschieds-Flammkuchen-Essen im Strand33.

Dieses Mal tut Scheiden nicht weh, macht, dass mir das Herze lacht und steigert die Vor-Freude auf Meehr. Denn - sätestens zum Jahreswechsel sind wir wieder hier - Helen und ich.