Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Donnerstag, 10. Mai 2012

Regentag...

Regen bringt Segen... Ja ich regte mich heute. Arbeitete, obwohl ich frei habe. Der Personalnotstand im Hotel ließ auch mich nicht ungerührt und ich bot an, früh aufzustehen (bin's ja inzwischen eh gewöhnt). Und weil es eben drinnen trockner und wärmer als draußen, sortierte ich auch gleich noch Cheffes Belege für die Steuerberaterin... Ich möchte gern meinen Teil zur Entschärfung und damit mein Scherflein beitragen.. Regen bringt Segen... und Zeit für Dinge, für die an Sonnentage nicht viel Zeit bleibt. Meine Woche Schwarzwald ist im Kasten... Edel geht die Welt zugrunde. Das erste Mal in meinem Leben fahre ich 1. Klasse Deutsche Bahn... mit Piccolöchen und Internet und freundlicher Betreuung. Die kommt dann auch Schmid zugute, der in seiner Reisetasche natürlich mitfährt. Und weil das erst der Anfang ist, buchte ich auch gleich noch für eine ganze Woche ein Mietauto. Damit es für mich entspannt zugeht, verbringe ich die Nächte nach und wieder vor der langen Zufahrt bei einer Freundin in Karlsruhe... sie freut sich, dass ich komme und ich habe noch Verschnaufpause. Ich finde, ich bin gut zu mir und freue mich, trotz Regen. Regen bringt Segen.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Sie wollte es so...

Ich bin noch immer bei meiner Mutter bester Freundin. Bis zum letzten Atemzug ist sie sich treu geblieben - und ich denke, da oben wird sie zeigen, wer und vor allem wie sie ist. Soviel innere Stärke, Kraft durch ihren Glauben und die Überzeugung, nie tiefer als in Gottes Hand fallen zu können. Für diesen festen Glauben haben sie viele beneidet. "Ich will keine Trauerfreier"... eine Abschiedsfeier dürft Ihr feiern... feiern!!! heisst es. Mann und Tochter bereiten ein Abschiedsfest mit allen Freunden vor - in der kleinen Friedhofskapelle. Allein das Wissen um das Wie und wann und wo ließ meine Mutter ruhig werden... Gesa bestrahlt alle, auch nach ihrem Tod. Und wie ich hier so sitze, habe ich das Gefühl, sie ist mir ganz nahe, hat hier grad mal die Wolken weggeschoben, sodass man bei allem Sprühregen auch Helligkeit hat... Schau ich hör dich, will sie sagen. Gut so. "Wolkenschieben" muss sie jetzt noch tüchtig üben, denn der Clou kommt jetzt: Hermann (72) fährt nun mit meiner Mutter (86) und mit seiner Schwester (76) mit dem Wohnmobil Ende Juni nach Amrum - Gesa wollte das! Gesa wollte das so! Nun soll sie bitte auch für adäquates Wetter sorgen ;-) Die Stornierung des Platzes für das Wohnmobil konnte ich heute schon rückgängig machen... Muttern ist bei mir... sie können mein Auto nutzen. Ich denke, die drei werden bei aller Traurigkeit ein gutes Reiseteam sein... Hermann hat zwei patente Alte neben sich, er macht den Reiseführer... göttlich. Und Gesa schaut von oben zu und fliegt mit. Mich rührt die Entschlossenheit an, mit der Hermann an der Reise festhält, die die beiden im letzten Winter geplant hatten, nicht zuletzt, weil meine Mutter eine Reise alleine nicht mehr machen würde... und sie ja eh an die Nordsee fahren wollten.... dann konnte es eben auch Amrum sein... Und nun macht Gesa postum noch alles, damit meine Mutter in die Puschen kommt und hierher. Alle Bestrebungen im vergangenen Jahr.... sie abholen und wieder bringen... nutzen nichts. Gesa schafft es. Sie wollte es so. Ganz besonders freu ich mich, dass es Gesa über ihren Tod hinaus gelingt, meine Mutter zu bewegen, eine Frau, die eigentlich schon das Progamm fährt "lieber wär ich tot". Diese Frau tut jetzt alles, was in Gesa's Sinne gewesen wäre. Das ist das eigentlich Fantastische, dass Gesa die richtigen Zeichen für ihre Lieben gesetzt hat, dass das Leben weitergeht... mit ihr als Schutzengel.

Dienstag, 8. Mai 2012

Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde! ...aus einem meiner Liebelingsgedichte. In zweifacher Hinsicht sind es Tage des Abschieds. Forum ist aus... es lebe der Blog. Aber auch: die beste Freundin meiner Mutter starb am Sonntag. Sie durfte ruhig einschlafen nach langem Kampf. Wie oft nahm ich sie in den letzten Wochen in meinen Gedanken mit über die Insel. Sie liebte Amrum und kämpfte während ihrer Krankheit um einen letzten geplanten Besuch hier... nun schicke ich zwei dicke Muscheln als letzten Gruss mit auf die Reise. Wie eine Befreiung wirkte das Schreiben eines langen Briefen an den Mann, der nun ohne sie weiterleben muss. Ein Ehepaar, das so liebevoll und tief einander zugeneigt gemeinsam alt geworden ist. Es war eine Freude, sie zu erleben, in ihrer Nähe zu sein. Warm ums Herz wurde es mir immer. Ihr Licht nehme ich mit in mein Leben und lasse mich immer wieder von ihm wärmen und auch leiten. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
So sitze ich auf meinem Guckestuhl, schaue raus in den Regen, sehe die dunkelgraue Nordsee hinter dem weißen Kniepsand, höre die kreischenden Möwen und denke: alles ist gut. Mehr und mehr gelingt es mir, meine Gedanken und meine Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken, mir näher zu kommen, innere Ruhe zu spüren und anzukommen. Jeder Tagebucheintrag soll, so Ralf, mit einem Fazit enden... Wohl an denn Herz... Innere Ruhe mal wieder gespürt, lässt sie sich immer leichter wieder finden. Das könnte ja eine gute Gewohnheit werden... 1 x täglich die Beine auf das Fensterbrett, mit dem Laptop auf den Oberschenkeln, schreiben, schreiben, schreiben. Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde

Was mach' ich hier eigentlich?

Vor zwei Jahren, in meinem 2. Inselsommer 2012, diente der Blog als Nchrichteninstrument. Meine Freunde zuhause wollte ich an meinem Leben, an meinem Inselsommer teilhaben lassen. Als der Sommer zuende war, ich meine Füße wieder auf festem Boden hatte, die Zeiten mit mir allein immer knapper wurden, die Großstadteinflüsse mich immer hektischer werden ließen... verlor ich die Lust und die Ruhe am Inselsommer-Blog. Der Neustart ist schwer... die Themen flogen mich nicht an. Bis heute. Habe mir einen neuen zzl Kurs geleistet ... Tagebuchschreiben. Damit hoffe ich, wirklich ins regelmäßige Schreiben und damit auch zu Zeit mit mir zu kommen. Den ersten Inselwinter erlebte ich, begleitet durch ein Forum... innere Stärke. Ein Thema, das mich durch die Fragestellungen und die Beiträge der Anderen schnell zu mir brachte. Ich durfte erkennen, wie gut ich auf der Insel lebe, wie wunderbar sich alles gefügt hatte, wie perfekt die Wohnungsauflösung in München geklappt hatte. Erfolge wurden sichtbar und beschrieben. Manchmal auch schlechte Tage.. aber das war eher selten. Ganz wichtig waren die Menschen, mit denen ich in Kontakt kam, wunderbare Gefährten aus allen Lebensbereichen... jünger, änlich alt und älter... Eines hatten sie gemeinsam... sie wollten sich weiterentwickeln und ganz bewusst auch nach innen gucken.
Das jähe Ende eines Anschlussversuches verursachte Ärger und Wut ... die langsam verraucht. Unser neuer Gastgeber entpuppte sich als Sonnenkönig und authoritärer ForumsChef, der weder kritikfähig ist noch integrativ wirken kann. Eine dumme Bemerkung und man flog raus. So auch ich, was mich heute freut. Denn meine Abschiedsmail an ihn musste sein. Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde! Inzwischen keimt die Freude auf, dass ich jetzt Zeit finde und Muße, mich im Blog auszutoben, meinen Gedanken hier freien Lauf lasse und meine Inseltage reflektiere. Dazu wird mir vielleicht der eine oder ander Tip im Tagebuchschreiben dienen.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Gegen den Wind...

Neulich, als in der gesamten Republik der Blitzsommer ausgebrochen war, blies bei uns der Wind mit geschätzten 7 - 8 Windstärken von Südwest nach Nordost. Das sieht dann ungefähr so aus. Auf dem Foto weht der Wind the other way round.
Herr Schmid s(w)ollte an den Strand, laufen und toben. Instinktiv ging ich... mit dem Wind... mit den Energien. Für eine gute Weile (ca. 35 min) machte das auch großen Spaß... sich treiben lassen. Auf dem Rückweg - hinter den Dünen - kämpften wir uns wirklich durch. Gegen den Wind zu laufen, bringt nicht wirklich Freude, frustriert, strengt tierisch an. Es kam mir der Gedanke: Du kämpfst gegen den Wind... magst das eigentlich nicht. Aber - das war die Erkenntnis - Du hast ein Ziel... der heiße Tee im kuscheligen Sofaeck. Damit war alles in Ordnung. Und so schweiften meine Gedanken ab ins Leben... In welchen Situationen hatte ich gegen den Wind gekämpft? Wann musste ich und was habe ich erreicht? Wann hätte ich es leichter haben können und einfach mit den Energien, mit dem Strom gehen? Viele Situationen fielen mir ein... aus dem Berufsleben, aus der Zeit meiner Trennung/Scheidung und Neubeginn als alleinerziehende Mutter, im Abnabeln vom Elternhaus. Jeder dieser Kämpfe machte mich stärker. Seit wann gehe ich lieber mit den Energien?... muss im Leben nicht mehr kämpfen? Ist "sich treiben lassen" immer der bessere Weg? Zumindest der, der weniger anstrengend ist. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick fühlt es sich wesentlich kraftvoller an, ein Ziel zu haben, das ich auch gegen den Wind erreichen kann. Mit diesen Gedanken wurde der Weg gegen den Wind auch ein Weg der Erkenntnis... und ein guter Heimweg

Sonntag, 29. April 2012

Süß und kuschelig...

Besuch war da - eine Freundin aus München, die maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass 1. ich hier auf Amrum gelandet bin... sie wurde hier geboren 2. Frühstück im Hotel ihrer Schwester mache (es lebe der Klüngel ;-)) 3. mich mit ihrer hiesigen Familie gut verbunden fühle... ein bisschen wie zuhause erlebe. Sie schlief hier, weil zur Konfirmation der Nichte die GANZE Familie angereist war... alle Betten, die die der Fammillich zur Verfügung stehen, waren schon besetzt... "Kann ich bei Dir schlafen?" Na klar. Ich freute mich auf einen langen Ratsch und Austausch.
Zum Abschied ließ sie mir einen Gruß da (ich war schon in Hotel)... "Du hast eine so süße Wohnung". Über solche Rückmeldungen freue ich mich noch immer, denn ich habe mir ein kleines Paradies geschaffen, hoch über den Dächern, mit leichtem Seeblick und im Sommer nur in Grün. Zwischen den Häusern am Horizont (Obere Wandelbahn) blitzt das Meer durch, ganz weit am Horizont, denn wir liegen am fast 2 km breiten Kniepsand.
In vielen Wohnungen habe ich gewohnt in meinem Leben. Im Norden, im Osten und im Süden unserer Republik. Richtig wohl und zuhause fühlte ich mich in meinen Dachwohnungen, die kuschelig und "um mich rum" waren. Die Liebe auf den ersten Blick gibt es auch bei Wohnungen, weiß ich heute. Es passt, wenn ich gleich beim ersten Besichtigen die Ideen habe, wie alles mal werden wird, wo was wie eingerichtet ist und vor allem, wie ich mich fühlen werde. Zuhause, weiß ich heute, ist keine Adresse, sondern viel mehr... Es ist das Gefühl. Zuhause ist kuschelig. Zuhause ist geborgen, eingebettet und leicht. Und genau so fühle ich mich hier. Wunderbar.

Freitag, 27. April 2012

Der Blog erhielt eine Verjüngungskur... nein, nicht die Inselfrau. Das Layout ist fröhlicher geworden. Dank Blogger ;-)) Geöffnet habe ich ihn für alle Interessierten. Bin sehr gespannt, wer sich hier verläuft. Ein konkrete Ausrichtung will ich meinem Geschreibsel nun auch geben: (M)ein Inselleben hat viele Facetten... Natur pur, Hund und Frauchen, Aufgaben und Pflichten, Zusammensein mit Einheimischen und Gästen, mich besuchende FreundInnen... Vielleicht gelingt es mir, durch das Schreiben und Reflektieren meinem Insel L(l)eben eine neue Tiefe, Dimension, ein noch bewussteres Sein hier zu geben. Wenn ich ein Ziel beschreiben sollte, ist es das. Erreichen möchte ich es durch Schreiben, Nachspüren und, wenn es ganz wunderbar ist, durch die Rückmeldungen von geneigten, genervten oder enttäuschten Zu-Lesern. Inselfrau freut sich auf alle Rückmeldungen!