Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Freitag, 8. Juni 2012

Silberstreif am Horizont

So sah das heute morgen hier an der Südspitze aus....
 
Es ist der Silberstreif am Horizont... fast Barfußwetter, fast kein Wind, fast ganz warm. Statt dicker Jacke reichte die Daunenweste, in den festen Schuhen keine Strümpfe mehr, die Hose bis kurz vorm Knie.... Geht doch.

Schmid und ich fahren heute nach Föhr... dort gibt es eine Kathi, die Hundehaare schneidet oder trimmt. 3 Stunden Zeit. Die Insel will in Teilen erkundet werden... das Fahrrad bietet sich an, auch um die Einkäufe mitzunehmen. Lidl lässt grüßen. Könnt mich kaputt lachen.  Insulaner, die große Familien zu versorgen haben, düsen wöchentlich mit Trolley rüber und machen ihren Großeinkauf. Hier 50 cts, da 20, hier mal en ganzer Euro... das läppert sich. Bei Großfamilien. Nicht bei einer einzelnen Frau mit Hund. Aber - man weiß ja nie. Probieren geht über studieren. Und die Fähre nimmt uns auch mit Gepäck nach Hause.
Abenteuertag auf Föhr.


Mittwoch, 6. Juni 2012

Eigenartig...

Heute - an meinem 1. freien Tag - habe ich drei 1/2 Termine. Eigentlich nichts Besonderes?
Ich panikte schon bei dem bloßen Gedanken. Und das nur,  weil ich mir 1/2 Stunde länger Bett gönnte, bis um 8.00 Uhr.

Mit tief durchatmen, eins nach anderen machen, einmal richtig überlegen, statt panikartig "umanand" schwirren, bin ich schon vorbereitet... auf beide Tagestermine.
Manchmal bin ich blöd und IMMER mache ich mir den Druck allein.

Und so blöd, weil es schöne Termine sind:
um 1/2 12 kommt Dana, eine liebe Kollegin aus dem Hotel, die im Festlandsleben Friseurin ist. Sie macht mir neue Strähnen und schneidet... dazu gibt's Prosecco und Spargel, der jetzt aufs Schälen wartet. Na und?

Am Nachmittag ist der Steuerberater dran... ich mit neuem Kopf und alten Kopien bewaffnet. Den StB will ich mir heuer leisten, weil mich nicht die Lust auf Steuer anspringt. Und... weil er vielleicht nur soviel kostet, wie er mir mehr rausholt? Mal sehen, wenn er sagt, er kostet 400 Euro.. werde ich wohl die Lust irgendwo suchen und sie bestimmt finden. Haha....

Abends ist es eine Essenseinladung in Nebel... dazwischen noch Rückenschule. Ist doch ein
ganz normaler Rentnertag - ohne Verantwortung, ohne Schlimmes, ohne Kummer

Ich mag mich nicht, wenn ich hektisch werde. Weil es gar keinen Grund gibt? Weil ich alles in Ruhe besser schafft? Weil ich eh nicht so viel zu tun habe, dass Hektik nötig wäre? Ist das das Alter? Werde ich immer unflexibler? Will ich so gar nicht!!!!

Was lerne ich daraus mal wieder: wenn ich die Hektik spüre, will ich künftig tief durchatmen, nochmal tief atmen, das ICH BIN suchen, denn darin liegt die Ruhe.
Und in der Ruhe liegt die Kraft.

Danke für den Raum, es ist wie auf der Stelle treten, damit die Seele nachkommen kann, die sich in Ruhe bewegt.



Samstag, 2. Juni 2012

Das ICH BIN...

Wenn ich mich mit dem ipod und Kopfhörern auf den Weg mache, will ich beim Laufen "was" hören.

Heute wollte ich meinem ICH BIN begegnen... mit einer Aufnahme von Frank Kinslow...
"Achten Sie auf Ihre Gedanken, folgen Sie ihnen, woimmer sie Sie auch hinführen.
Bewerten Sie sie nicht. Beobachten Sie sie einfach nur.
Und stellen Sie sich folgende Frage: Woher kommt mein nächster Gedanke?" Immer wieder, alle 15 min.

Also stapfte ich durch den Wald, beobachtete meine Gedanken und stellte mir die Frage, woher wohl der nächste Gedanke kommt.... der kam nicht. Es gab eine Gedankenpause, eine Stille und ein Friede, Kinslow bezeichnet diesen "Zustand" als mein Selbst, mein ICH BIN.

Je öfter ich mir die Frage stelle, woher mein nächster Gedanke kommt, bin ich ganz bewusst, ganz achtsam und meiner Gedanken "gewahr", ich werde innerlich ruhig und entspannt. Die Gedankenpausen wurden länger.

Eine tolle Übung, die ich überall und immer machen kann.

Eine andere Übung von ihm ist: mir aus vielen Wörtern (Freude, Friede, Liebe, Demut, Dankbarkeit etc,.) das Wort auszusuchen, was  mich am meisten anspricht. Dieses Wort habe ich dann im Kopf, eigentlich schon im Bewusstsein.... und keine anderen Gedanken schwirren mehr, weil MEIN Wort die Oberhand hat... und mit dem Wort das dazu gehörende Gefühl sich in mir breit macht.
So einfach und so wirkungsvoll.


Wie ruhig und friedlich ein Tag mit diesen Übungen endet.

Freitag, 1. Juni 2012

Tacheles reden....

Gut ist es, einem Grummeln im Bauch, Gedankenkarussels und ärgerbedingtem Herzklopfen  gleich den Garaus zu machen.... Tacheles reden war eigentlich noch nie meine Stärke.

Die Wahl hatte ich zwischen einem unruhigen Wochenende mit s.o. oder einem ehrlichen Gespräch, das reinigend, klärend und lösungsorientiert ist. Für selbiges entschied ich mich heute morgen, als ich merkte, dass die Gedanken immer wieder um dasselbe Thema kreisten.

Klarschiff! Gut gemacht.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Was sollte ich heute tun?

Guten Morgen lieber Tag....
(danke troth, welch schöner Anfang für eine todo liste)

Der Himmel sieht nicht nach Regen aus... also doch:                        Fenster putzen
Die Reisewäsche ist gewaschen und trocken... also:                          Bügeln
Der Monat ist am Ende... also:                                                           Buchhaltung für Freund A

Das Finanzamt hat die Frist verlängert;... die Steuer ruft, die sollte ich heute vorbereiten.
Denn... der Juni huscht wahrscheinlich ähnlich schnell über den Kalender. 

Es ist 7.00h, das Wetter ist überraschend. Herrlich, dass die Morgensonne lugt. Hr. Schmid wartet auf die ersten Möglichkeit, seiner Geschäfte nachzugehen.

Das bisschen Haushalt werde ich bis 10.00 h fertig haben.
Nach einem schönen Strandgang werde ich über die Mittagszeit die Buchhaltung machen...

Merke gerade, dass so eine Liste was hat.... der  Handlungsmodus ist auf "go and do" gestellt und...
das hilft, den A hochzukriegen.

Wunderbar, lieber Tag. Dann werden wir mal starten.


10.00 Uhr... Fenster geputzt, gebügelt, Bett bezogen.... geht doch :-))



Mittwoch, 30. Mai 2012

Was macht mich glücklich?

Aus Ralf's Triggerfragen für's Tagebuchschreiben zog mich nur diese an...

Ich war verreist. Im Süden. Über Pfingsten.
Das erste Mal während der letzen 4 Jahre nahm ich mir über Pfingsten FREI... besuchte meine Familie und genoss die Wärme im Süden. 28 Grad fühlt sich an wie Süditalien, wenn man von der Insel kommt. "Sooo warm kann es sein", dachte ich. So warm hatten wir es in den letzten 3 Jahren ganz selten. Ich genoss es und ... fand es schnell zu warm.

Was macht mich glücklich? Zu erleben, dass es Mutti gut geht, dass sie sich auch nach Gesa's Tod wacker hält, ihre Rückenschmerzen (ISG) annimmt, dagegen Pillen einnimmt und läuft. Dass sie sich nicht vom Verlustschmerz auffressen lässt sondern dankbar ist dafür, dass  und was Gesa für sie war...
Dass sie ihren Rythmus wieder findet und sich nun auch auf die Tage auf der Insel freut... bei aller Zurückhaltung und berechtigtem Bammel vor einer so langen Reise... Ich freue mich auf die Zeit, die sie hier bei mir verbringt und freu mich, dass sie die Strapazen einer so langen Fahrt auf sich nimmt... weil es Gesa's letzter Wille war und weil sie meinen Platz in der Welt endlich kennen lernen kann.

Was macht mich glücklich? Tochter H. zu erleben, wie sie entspannt, gut erholt, blendend aussehend und in innerer Balance geerdet ihr Leben lebt, ihre Beziehung reflektiert und total guter Dinge ist. Soooo frei, so froh und so zufrieden habe ich sie lange nicht erlebt. Das macht mich glücklich.

Was macht mich glücklich? Zufrieden in der Familie zu sein, alle meine Lieben um mich zu haben und dennoch gerne wieder auf meine Insel zu fahren. Die Sehnsucht ergriff mich... tippte mir leicht auf die Schulter.  Es fühlt sich gut an, an so vielen Orten zufrieden zu sein, sich wohl zu fühlen und dennoch den EINEN zu haben, wo man hingehört.
Es fühlt sich verdammt gut an, sich mit den Seinen wohlzufühlen....geborgen und aufgehoben, geliebt und angenommen. Und das alles über große Distanzen.

Japp, das alles macht mich glücklich.  Und vieles mehr... hier anzukommen, zu erleben, wie Schmid nach den langen Zugfahrten am Strand geradezu aus dem Häuschen ist, wie  er rast und tobt.
Das erste Glas Wein bei André... liebevoll von guten Freunden umarmt und begrüßt. Die erste Nacht im eigenen Bett. Selbst Schmid, der heute morgen schon um 6.00 h rauswollte. Das alles macht mich glücklich.


Und immer zu wissen, da ist ein Schutzengel mit mir, der mich behütet und trägt. Wenn er mir nicht,  wie kürzlich geschehen,  aus Bronze geschickt wird - aus heiterem Himmel (Danke Petra, ich freu mich so)  - dann finde ich ihn in den Wolken.

Sonntag, 20. Mai 2012

Frühstücks-Rampensau?

Hallo?????

Mein Chef meinte dies heute sicherlich als Kompliment...
Goggelte und fand folgende Definition für Rampensäue


 "Bezeichnet wird damit ein Darsteller, der dazu neigt, sich bei einer Aufführung vor Publikum gerne in den Vordergrund zu spielen, auch wenn die Darstellung seiner Rolle dies eigentlich nicht vorsieht. Er untergräbt also die Ensembleleistung bzw. den Inhalt des Stückes und betont seine persönliche Rolle. Er präsentiert sich dem Publikum als „Star“ der Darbietung.
Nicht zwangsläufig ist der Begriff „Rampensau“ dabei negativ (z.B. neidisch) besetzt. Oft wird er sogar als Kompliment benutzt, um einen Schauspieler zu charakterisieren, der dazu in der Lage ist, auch mit einer kleinen oder undankbaren Rolle noch spektakulären Effekt zu erzielen. Gerade bei der Aufführung von schwachen Stücken sind es oft die Rampensäue, welche die Vorstellung vor der totalen Langeweile retten können......"




Als ich vorgestern hörte, dass wir 34 Frühstücke haben werden... träumte ich nachts, dass ich ins Hotel komme, alles anders ist, neuer Tresen, neues Geschirr, neuer Gastraum. Ich finde nichts, irre wir ein hilfloses Etwas durch die Gegend, kriege nichts gebacken, die Gäste kommen und nicht mal ein Kaffee ist gekocht... Aufgewacht, früh aufgestanden, fertig gemacht und mit einem großen Maß an Achtsamkeit alles vorbereitet. Alles ging gut... siehe gestern.

Heute morgen kamen sie nicht "kleckerles"weise, sondern in Massen um 8.00h.... eigentlich standen sie schon um 7.40h auf der Terrasse. Sigrid, achtsam, bereitete wieder alles in RUHE vor und lud um 10 vor 8 zum Frühstück ein. Alles war fertig und ich hatte wenigstens einmal durchgeatmet.
Der Spaß dauerte heute wieder bis 12.00 Uhr und mittendrin meinte Chef in der Küche, als ich Rühreier für Tisch 5.1. machte: Du bist ja eine regelrechte Frühstücks-Rampensau.

Als Wort der Woche wurde die Rampensau mal so definiert: 
Schweine brauchen Essensreste und einen warmen Stall um zu überleben. Rampensäue brauchen nur das Scheinwerferlicht. 
  
Stimmt, wenn ich keine Gäste hätte, keine Kommunikation, keine Rückmeldungen und mal kleine Schnacks, wenn ich also "nur" als dienstbarer Hilfsgeist  in der Küche auf Anweisung Eier rühren und kochen müsste, Kaffee und Tee zubereiten, Brötchen backen.... dann wäre ich bestimmt nicht Frühstücksfee geworden auf meine alten Tage. Der Spaß liegt im Miteinandern und zugegeben, auch ein wenig in der Show. Mit Gästen, die nicht mip und map sagen, nicht Guten Morgen und Auf Wiedersehen, die nicht bitte sagen, wenn sie Rühreier wollen, mit denen habe ich keinen Spaß. Und sie nicht mit mir. Also doch Rampensau? Na, wenn schon.