Kleine Insel, große Freiheit
Sonntag, 18. Juli 2010
Jobtalk...
Arbeiten war bisher eigentlich fast kein Thema: es macht Spaß, ist fein, gibt meinen hiesigen Tagen eine Struktur und - welch ein Geschenk - muss mich nicht ernähren, sondern erfreuen.
Inzwischen hat die Saison uns fest im Griff... die Gäste können fast rund um die Uhr bestellen: Coffee to go, Kaffee und Kuchen, Essen aus der Mittagskarte... und dann das Abendgeschäft, das unserem guten Jes noch immer nicht frommt...
Viele Service Kräfte gibt es bei uns - aber nur Hannah ist immer da... "Brauchst Du mich noch? fragt Dana. "Nein", Hannah in ihrer gutmütigen Art... und schwupps ist sie wieder allein mit all den Gästen, die kommen oder nicht, ihren Kaffee zu trinken, Kuchen zu möchten oder ganz einfach nur unterhalten zu werden.
Alles nicht schlimm, meint Ihr? Wenn dann noch pausenlos das Telefon dazu klingelt, Hannah ins Buchungsprogramm geht, zwischendurch das Wiener Schnitzel an Tisch 36 bringt, sich dabei anhören muss, dass die Karte früher viel besser war.... dann würdet Ihr wahrscheinlich beim bloßen Gedanken auch atemlos sein. Wie ich.
Und ich trage nun, seit die Saison auch uns eingeholt hat, ein schlechtes Gewissen mit mir rum... dass Hannah soviel tut - und immer... (tunwillmussmöchte?), immer allein ist mit allem...
Ich weiß, dass es ihre Entscheidung ist und die ist in Ordnung.
Ich vermiese mir grad meine freie Zeit mit dem schlechten Gewissen. Schade, denn eigentlich bin ich für netto 150 euro (Miete geht auf meine Rechnung) 20 Stunden mindestens im Laden. Das ganze Thema kommt mir bekannt vor und war auch letztes Jahr im Schwange. Da war es die Kyra, die soviel arbeiten musste... Also liegt es an mir, das Gefühl zu neutralisieren. Denn das ist wirklich nicht angebracht.
Beim Schreiben wird man schlauer... denn erst jetzt sehe ich Parallelen zum letzten Jahr - und kann damit aufhören. Wie schön.
Sch...rand, Sonne, Welken (Summe aus Wellenundwolken). Wasser und Buch lesen, laufen und nicht denken. Oh wie schön ist Panama, nein AMRUM.
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