Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Donnerstag, 8. Juli 2010

Vom Wachsen und Werden

Ein Haus, ein ganz bestimmtes Haus in Nebel, fotografiere ich fast jedes Mal, wenn ich an ihm entlang radele. Für mich ist es "Gradmesser" der Botanik. Hier kann ich den Stand des Sommers erkennen - auch wenn ohne Händchen für Ackerbau, Viehzucht und Gartenbau. Das Wachsen ist es, was mich betört, das Werden und auch das Pflegen, Züchten und Sorgen.
Ganz selten ist niemand im Garten, ganz selten scheint die Natur sich selbst überlassen - hier an der Ecke zum Watt.
Meistens treffe ich jemanden, der das Unkraut jätet, um den Pflanzen neuen Raum zum Atmen und Werden zu geben, der jemanden, der unermüdlich sprengt und Wasser spendet. Die Herrin des Hauses ist die "Rösnerin". Sie beschneidet die Rosen, sprengt sie und hat sie gehegt und gepflegt.





Spannend war das erste Bild... ordentlich, frühlingshaft und winterfern, einladend wirkte der Garten. Sparsam und in keiner Weise auf den Reichtum hinweisend, den er im Laufe des Sommers entwickeln würde.









Wachsen ist Arbeit.Für den, der wächst und für den, der möchte, dass es wächst. Ist Fürsorge. Ist Ordnen. Ist Nähren und Lenken.
Wachsen ist Vision. Wenn die Eignerin dieses wundervollen Gartens nicht eine Vision hätte, wie es im Sommer aussehen sollte, würde nichts wachsen ausser Unkraut und vielleicht Tulpen, die sie eh gesetzt hatte.

Hier erlebe ich einen Garten, eine kleine Welt, die organisch perfekt ineinander passt, die sich nährt und befruchtet, die Freude bereitet ( zugegeben: auch Arbeit), die eine Augenweide ist für jeden Wanderer und Ansporn zugleich.

Ein Wunder ist es, ein Geschenk.

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