Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Donnerstag, 24. Juni 2010

Und wie geht es Dir wirklich?....

... das fragte mich gestern meine liebe Freundin Evi, die lange nichts von mir gehört hatte und sich Sorgen machte und dachte, ich will vielleicht ganz dolle, dass es mir gut geht und überhörte dabei Signale... und leide.
Es geht mir wirklich richtig gut!!! Ehrlich.




Am ersten wirklichen Sommertag (nicht nur kalendarisch, sondern temperaturmäßig) fuhr ich mit dem Rad am Watt lang und dachte: Hier lebt es sich gut. Ich habe endlich den Punkt im Leben erreicht, in dem ich nichts Großes, die Welt Bewegendes, erreichen will. Glücklich sein will ich und es mir gut gehen lassen. Das bewegt meine Welt am meisten. Das erste Mal flackerte nicht mehr hinten drin im Kopf ein schlechtes Gewissen, das mich mahnte, der Mensch wäre zu Höherem geboren als nur glücklich sein zu wollen.

Und weil ich heute am Watt mein Sein so genießen konnte, erkläre ich den heutigen Tag zum echten Urlaubstag, zu einem Tag, an dem ich mich treiben lasse und nur die Dinge tue, die mir Freude machen. Wie jetzt das Schreiben.

Ja, es geht mir wirklich gut. Ehrlich.

PS: Ich war drin - im Wasser - Hose runter, Pulli aus und rein ins Nass, kurz entschlossen und spontan - das Wasser war gut zu mir: 18 Grad.

Das Ding ist drin!!! Public Viewing auf der Insel...






„haben Sie einen Tisch reserviert?“ war die erste Frage unserer Lieblings-Service Frau Anna, die eigentlich schon längst Hebamme in Berlin werden wollte . Da sie aber leider keinen Ausbildungsplatz bekam, pampert sie uns, ihre Lieblingsgäste im Strand 33.
Anne und ich schauen uns an, denken; essen? Wollten wir eigentlich nicht aber... Fußball macht hungrig, und wenn alle essen, dann eben wir auch.

Auf der Sonnenterrasse tranken wir uns warm... Riesling aus Südafrika aus dem Barique, lecker. Zum Essen vor dem Spiel gab es einen wunderbaren Salat und es war spannend bis zum „ Der Ball ist drin! Der Ball ist drin“ in der 60. Minute. Welch eine Befreiung für alle im Raum. Nun konnte man miteinander reden und auch lachen, vorher war die Spannung so spürbar, dass sie fast schmerzte. Alle starrten auf die Riesenleinwand, wanden sich mit den laufenden Spielern, die wieder einen Pass oder einen Schuss nicht verwandeln konnten, zollten dem Neuner im Tor Beifall, der wieder eine Attacke der Ghana-esen vereitelte und alle litten wir – unter der Spannung, der Spannung und auch ein wenig unter der Angst, sie führen vielleicht doch heim.

Andi aus dem Remstal saß mit uns am Tisch: „wie gut, dass sie auch die Ergebnisse des Spiels AUS : SBE einspielten.... und welche Freude, als AUS zwei Tore in Folge gegen die Freunde aus Serbien erzielte. Das war ja schon fast die Rettung für die Deutsche Mannschaft. Warum, kann ich bis jetzt nicht sagen.

Mit der Befreiung des einen Tores in der 60. Min. und der Vorfreude auf das nächste Public Viewing am Samstag um 16.00 Uhr schwang ich mich auf das Rad, düste in Begleitung des Fast-Vollmondes durch den Wald direkt nach Hause.

Nach dem Tor waren wir alle Freude, vorher Urlauber, die sich nicht kannten.
Ich mag Public Viewing, ehrlich.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Bin doch kein Held....

Ja, ich wollte ganz heroisch heute morgen - nackig - in die Nordsee steigen.
Aber - heute war Nordsee Mordsee, denn bei 11 Grad Lufttemperatur und gefühlten 10 Grad Wasser (in Wirklichkeit sollen es 14 gewesen sein), stand ich bis zum Knie im Nass und spürte meine Zehen schon nicht mehr.
Und wisst Ihr, wie sich grober Sand unter eiskalten Füßen anfühlt? Schmerzend.

Und so beschloss ich, heute nicht ins Wasser zu gehen, sondern vielmehr mit dem Wind bis Hörnum zu kämpfen... also eher gegen ihn - auf dem Rad.
Für die gesamte Strecke Westerland bis zum Schiff brauchte ich letzte Woche bei sehr freundlichem Rückenwind eine knappe Stunde... easy.
Heute startete ich am Bahnhof (das sind 2 km weniger) um 9.00 Uhr.
Mit dem Wind von vorne und der Abfahrtszeit des Schiffes um 10.00 im Nacken strampelte es sich vorzüglich... In Sansibar ( DIE Strandbar auf Sylt, 8 km von Hörnum Hafen entfernt) brüllte ich nur noch SCH....., weil ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war... dachte ich. Als der Leuchtturm in Sicht kam, Amrum damit schon ziemlich nahe, konnte ich die Restressourcen mobilisieren.. und siehe da: 9.57 Uhr raste ich wie ne Wilde fast bis auf's Schiff. Geschafft. Das war mindestens so gut wie Schwimmen in 14 Grad, fand ich.

Das Schönste an Sylt ist für mich immer wieder die Vorfreude auf Amrum.... das Beschauliche, das Langsame, das Ursprüngliche, die netten offenen Menschen. Wie Zuhause halt. Heute lernte ich eine Hamburgerin kennen, die nach einem langen Prozess ihre Wohnung in HH aufgab und ganz auf die Insel zog. Die schien ziemlich zufrieden mit der Lösung...

Heute abend...O Schland, O schland, gehe ich public Fußball viewen im Strand 33. Ich glaube, das wird spannend und lustig. Mit anderen gemeinsam - und dann dabei Sonnenuntergang gucken und knipsen... (alle meine alten Bilder sind mit der kaputten Festplatte wech) ....
Weinchen trinken, bangen, hoffen, Daumen drücken, brüllen und "Huch" machen, schimpfen, gröhlen und klatschen....

Und wenn das vorbei ist, sind wir im Viertelfinale? Na hoffentlich, sonst gehen hier alle mit gesenkten Häuptern durch die Gegend. Und das wollen wir ja nicht.

Also, geben wir uns gemeinschaftlich der nationalen Hoffnung hin.

Dienstag, 22. Juni 2010

So frei wie sie.......



Heute führt mich mein Weg wieder nach Sylt. Die Möwe fährt mit. Sie ist ständiger Gast auf dem Adler Express, sitzt auf dem Schornstein, fliegt zweimal über die Fahrgäste, lässt sich knipsen zum heimischen Angeben und... hat sicherlich einen heimlichen Vertrag mit der Reederei, dass es bei Ankunft in Wittdün einen dicken Fisch extra gibt.

Für Sylt bekam ich einen Aufgabenzettel mit: Hagebaumarkt, Aldi... außerdem werde ich dort morgen früh heroisch anschwimmen.... ich arbeite direkt hinter dem FKK Strand, morgens ist es leer und frisch, einmal rein und wieder raus.
Wenn ich das nicht mache, hole ich mir Schimpf und Schande... Da bist Du schon an der Nordsee und gehst nicht mal ins Wasser. In Westerland ist das Wasser meistens da, wenn ich da bin, außerdem schlägt es andere Wellen als hier auf der Insel. Es gibt keinen Knießsand und damit auch keinen Kilometer wadentiefe Lauferei, bis das Wasser bis zu den Hüften reicht.... grrrrrrrrr... das ist das KaltFeeling. In Westerland fällt man schnell in die Tiefe... also Stehhöhe und kann sich dann in die Wellen schmeissen.

Morgen, morgen werde ich berichten, wie heroisch ich denn wirklich war.

Heute, morgen und übermorgen ist wieder frei für mich. Und es ist Sommer hier: blauer Himmel, 20 grad und fst kein Wind. Das kann ich aber erst schreiben, wo ich weiß, dass der Rest der Republik auch schönes Wetter bekommt.
Wir werden am kommenden WE wieder Regen haben... sagten sie heute im Radio.
Na dann, Herz genieß, was Du genießen kannst.

Mit diesen Morgengedanken verabschiede ich mich von Euch - für heute.

Montag, 21. Juni 2010

Ich war nicht allein ...

... am Strand, wie Ihr seht. Sigrid in der ersten Reihe.

Midsommer-Feuer



Um 20.00 Uhr kam der Feuer-Meister und entzündete das Feuer - völlig unspektakulär.
Eigentlich hätte ich es mir dunkel gewünscht, der Halbmond am Himmel, die Sonne im Untergehen begriffen und dazu schöne Musik... also Romantik pur... man kann nicht alles haben.

So gab es bei Helligkeit Bratwürste mit Senf und Ketchup aus dem "Euter", da hängen die Flaschen kopfüber runter und Du hast einen Gummieuter in der Hand, aus dem Du Senf oder Ketchup "melkst"... witzig. Dazu ein Flens, das ploppt...


Und leider: von nun an geht's bergab.

Ich bin wieder da, wie-hie-der hiiieer

Hallo an alle lieben und geneigten LeseeInnen!!!

Mein MacBook ist wieder heile, eine neue Festplatte und ein neueres Betriebssystem...
fast wie eine Herztransplantation ;-))

Jetzt läuft er wieder und wartet darauf, mein Unterstützer in allen Kommunikationssituationen zu sein. Wie schön, dass ich mich - über das iphone hinaus -
wieder äußern darf und mich bemerkbar machen kann.

Es war schon ein komisches Gefühl des "Abgeschnittenseins", ich fühlte mich am ersten Tage wie amputiert... als hätte ich einen lieben Weggefährten verloren.
Mac der Weggefährte. Und die Freude erst, als ich merkte, was der kleine Bruder alles kann. So war ich mit Euch und obwohl weit weg doch ganz nah dran.

Heute ist Sonnwend... Feier am Strand mit großem Feuer, Tanz und Musik.
Ich werde Euch nachher das Feuer schenken...