Ja, ich wollte ganz heroisch heute morgen - nackig - in die Nordsee steigen.
Aber - heute war Nordsee Mordsee, denn bei 11 Grad Lufttemperatur und gefühlten 10 Grad Wasser (in Wirklichkeit sollen es 14 gewesen sein), stand ich bis zum Knie im Nass und spürte meine Zehen schon nicht mehr.
Und wisst Ihr, wie sich grober Sand unter eiskalten Füßen anfühlt? Schmerzend.
Und so beschloss ich, heute nicht ins Wasser zu gehen, sondern vielmehr mit dem Wind bis Hörnum zu kämpfen... also eher gegen ihn - auf dem Rad.
Für die gesamte Strecke Westerland bis zum Schiff brauchte ich letzte Woche bei sehr freundlichem Rückenwind eine knappe Stunde... easy.
Heute startete ich am Bahnhof (das sind 2 km weniger) um 9.00 Uhr.
Mit dem Wind von vorne und der Abfahrtszeit des Schiffes um 10.00 im Nacken strampelte es sich vorzüglich... In Sansibar ( DIE Strandbar auf Sylt, 8 km von Hörnum Hafen entfernt) brüllte ich nur noch SCH....., weil ich ziemlich am Ende meiner Kräfte war... dachte ich. Als der Leuchtturm in Sicht kam, Amrum damit schon ziemlich nahe, konnte ich die Restressourcen mobilisieren.. und siehe da: 9.57 Uhr raste ich wie ne Wilde fast bis auf's Schiff. Geschafft. Das war mindestens so gut wie Schwimmen in 14 Grad, fand ich.
Das Schönste an Sylt ist für mich immer wieder die Vorfreude auf Amrum.... das Beschauliche, das Langsame, das Ursprüngliche, die netten offenen Menschen. Wie Zuhause halt. Heute lernte ich eine Hamburgerin kennen, die nach einem langen Prozess ihre Wohnung in HH aufgab und ganz auf die Insel zog. Die schien ziemlich zufrieden mit der Lösung...
Heute abend...O Schland, O schland, gehe ich public Fußball viewen im Strand 33. Ich glaube, das wird spannend und lustig. Mit anderen gemeinsam - und dann dabei Sonnenuntergang gucken und knipsen... (alle meine alten Bilder sind mit der kaputten Festplatte wech) ....
Weinchen trinken, bangen, hoffen, Daumen drücken, brüllen und "Huch" machen, schimpfen, gröhlen und klatschen....
Und wenn das vorbei ist, sind wir im Viertelfinale? Na hoffentlich, sonst gehen hier alle mit gesenkten Häuptern durch die Gegend. Und das wollen wir ja nicht.
Also, geben wir uns gemeinschaftlich der nationalen Hoffnung hin.