Kleine Insel, große Freiheit

Kleine Insel, große Freiheit

Montag, 9. August 2010

Neues von der Insel




Das ist Van André, mein neuer Mitbewohner. André meinte, die Ente ist so klein, dass sie gut in mein Wohnclo passt und mich erfreut. Nun bin ich hier nicht mehr allein und habe liebe Gesellschaft. Van André ist aus André's Fundus und schon lange mit ihm...
Freunden schenkt man Freunde.




Mein iPhoto-Programm macht Mätzchen, seit die Festplatte neu ist und alles wieder re-istalliert. Neue Bilder kann ich nicht mehr speichern, alte finde ich zum Teil nicht.... Bei der Durchsicht meiner Bilder dachte ich: eh wurscht, denn die vielen Himmels, Sonnen und Dünen wiederholen sich immer wieder. Nur für den leidenschaftlichen Amrumer (als wie mich) sieht das immer anders aus. Ihr das drüben auf dem Festland meint sicher schon, die spinnt, wenn sich wieder ein neues Wolkengebilde an-blogged. Deshalb mal eine Impression aus Westerland... bei Nacht.
Ein Spiel mit Licht und spiegelnder Fensterscheibe. So sieht das aus, wenn ich meine heißen Nächte auf Sylt verbringe... keine Sansibar, kein Gosch mit Schampus... dafür gemütlich mit heimeligem Licht.

Ja, es wiederholt sich alles, meint man. 100 Tage Amrum... und (noch) immer (mehr) mein Zuhause. Dass ich nicht genug kriege, wundert mich selber.. Die Arbeit ist witzig, die Gäste sind zum Teil sehr nett. "Frau Tadsen" hieß ich neulich oder " Frau Autzen"... ein Gefühl des "hier gehöre ich hin, hier bin ich richtig", anders als im letzten Jahr, wo ich das Arbeitstier war...

Gedanklich planen wir jetzt schon Weihnachten und Silvester... Über Weihnachten könnte ich für Helen und mich ein Zimmer haben... ich würde natürlich den Frühstücksservice übernehmen... bin ja schließlich zuhause.

Es ist ein wirklich erfüllendes Gefühl, zu wissen, dass es ein Fleckchen Erde gibt - mal total unabhängig von den Menschen - auf dem ich mich ganz zuhause fühle.



Das Bild musste jetzt noch sein... Auf dem Weg nach Sylt. Es gibt keine schönere SBahn als den Adler-Express bei Sonne.

Auf München freue ich mich schon - auf den Wiedereinstieg in die "Erdatmosphäre", auf Singen, Sport, Schlanktanten, auf Kino mit Renate, Essengehen mit Lutz, Ratschen mit Rosi, Weintrinken mit Angela, Monis neue Wohnung gucken, Theater mit Helen ... Kürbissüppchen mit Lachs, Möhrensuppe mit Chili, meine schöne Küche...Weihnachtsessen mit der lieben alten HypoTruppe, Novemberbesuch bei Mutti... Ach, es gibt auf dem Festland so viel zu tun.

Für alles gibt es eine Zeit. Und - das ist gut so.

Donnerstag, 5. August 2010

5. AUGUST 2010

EINS ZWEI DREI IM SAUSESCHRITT...

DAS schrieb mein Chef auf meine Gehaltsabrechnung Juli.
Es ist wahr... drei Monate Insel sind schon vorbei.

eins-zwei-drei im Sauseschritt
Der Blog ruht und komm' nicht mit.

Am Wochenende werde ich mich mal wieder rausnehmen aus allem
und einfach nur.... sein und schlunzen und auch schreiben.

Bis dahin liebe Grüße

Dienstag, 27. Juli 2010

Endlich oben - nach fast 2 Sommern...



Der höchste Leuchtturm an der friesischen Nordseeküste...



... von innen


.. der Blick nach Süden


.. und auf den FKK Zeltplatz


Heute morgen - blauer Himmel, kein Wind und ich endlich mal ausgeschlafen!
Ich fahre zum Leuchtturm. Ein MUST, Pflichtprogramm für alle Familien, wie ich heute lernte. Und dabei gehen alle Kinder mit, auch die, die noch nicht gehen geschweige denn klettern können. Das führt dann unweigerlich zu einem Stau im Turm... Und wenn Du dann oben stehst und die wunderbare Aussicht genießen könntest, stupft und stößt und schubst Dich immer irgendwer. Nicht bösartig. Nein, aber weil es dort oben so eng ist.

Schade, denn ich hatte mir vorgestellt, mich dort oben einfach nur am weiten Blick bis über alle Halligen bis zum Festland im Süden und bis nach Dänemark im Norden zu erfreuen.
Kommt auf den Zettel: Programmpunkt für den September, wenn all die lieben Kinder wieder zur Schule gehen.

Montag, 26. Juli 2010

Die Touristen sind da...

Heute abend, 17.15 im Teehaus Burg...

geplant hatte ich meinen Kaffee bei Schult in Norddorf - in der Sonne, besann mich anders und fuhr entlang des Wattes in Richtung Teehaus Burg - meinem Lieblingsort an schönen klaren Abenden. Das Watt und Föhr liegt vor mir, das Wolkenspiel tut meiner Seele gut... zum Baumeln also.
Ich hatte Glück und konnte an einem Tisch Platz nehmen, an dem ein nettes Schweizer Ehepaar schon im Begriff war zu gehen - die Euros lagen schon zum Begleichen der Rechnung parat... schon genoss ich meinen Blick und entdeckte, dass sich in Mitten der Wolkenschichten ein kleiner Regenbogen gebildet hatte - den ich nur mit der Sonnenbrille richtig sehen konnte. Oh, wie dankbar bin ich für die neue GleitsichtSonnenbrille, die ich auf Sylt bei Fielmann erstanden hatte... Den Regenbogen konnte ich sehen...

"Ist Platz an dem Tisch? Oh, Sie bezahlen, das ist prima" sagte eine große schlanke selbstbewusste Frau zum Schweizer... und rauschte mit ihren 3 halbwüchsigen Kindern und ihrem durchgeistigt aussehenden Mann an. "Ich bleibe hier sitzen an diesem Tisch", meinte ich, lächelte sie an... "Oh, sie bleiben? " sagte die Damen, mich abschätzig von oben musternd. "Wenn ich darf.." hob ich ironisch an.
Familie Lautstark enterten den Tisch ohne "Moin, moin", ohne Guten Tag.... und ich hatte einen dicken Hals. Ich merkte direkt, wie er mir anschwoll...Ich kriegte fast keine Luft mehr. Wenn Ärger erstickt... fühlt sich das so an, dachte ich, stand auf, sagte, ich suche mir einen anderen Platz. Pralle war ich und fühlte mich um meine heiligen Momente am Watt betrogen...So benehmen sich Touristen, keine Gäste auf Amrum...oder war ich zu empfindlich und wollt einfach nur wahrgenommen werden?
Wie auch immer... schlechtes Benehmen und Rücksichtslosigkeit macht mich sauer.
Schade eigentlich, dass ich nicht soooo entspannt war, dass ich einfach diese geballte Familienenergie an mir abfließen lassen konnte. Aber muss ich das können?
Nein - künftig achte ich wieder mehr darauf, wohin ich mich setze.

Dienstag, 27.7...
der wärmste Tag dieser Woche, sagt der NDR, strahlende Sonne und fast kein Wind.
Ein Strandtag mit Buch und Lesen und Laufen und Schwimmen....

In diesem Sinne stürze ich mich unter die Touris und grüße herzlich.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Das Labyrinth der Wörter...

Donnerstag, 22.07.2010
Ich habe ein Buch ausgelesen, fast in einem Rutsch. Das erste auf der Insel.
Beschämend? Nein, finde ich nicht...
Hier sitzt man einfach nur und schaut.. und lässt Gedanken fließen .. und schaut und denkt und schaut...

Gestern schaute ich in Westerland... um 10.00 Uhr morgens hingen die dicken Wabbelbäuche von "Neckermann Touris" (Anmerkung der Redaktion: dies ist kein Angriff auf Neckermann, sondern steht als Synonym für eine bestimmte Art von Urlaubern)schon bei Gosch über'm Stehtisch, die ersten Biere flossen in die Bäuche und die ersten Fischsemmeln wurden regelrecht zermalmt. Beidhändig bissen sie rein, die Soße lief aus den Mundwinkeln abwärts, mit den stark beringten Fingern versuchten sie, der Soße Herr zu werden. Vergeblich, sie war schneller... Regelrecht zum Abgewöhnen, dieses Bild. Künftig werde ich meine Fischbrötchen erst nach 12.00 Uhr mittags, bitte ohne Soße und Bier zu mir nehmen und nicht in Westerland. Sonst schaut wer anders und sieht mich so, grrrrrrrrrrrrrrr.

Aber nun zu meiner Lektüre - "DAS LABYRINTH DER WÖRTER"

"Germain ist ein Bär von Mann und nicht der Schlauste. Außer für seinen Gemüsegarten und das Schnitzen von Holzfiguren interessiert er sich nur für Tauben im Park. Als er dort eine reizende alte Dame kennenlernt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn die feinsinnige Margueritte beschließt, den ungebildeten Hünen für die Welt der Bücher zu gewinnen"

Die Autorin schreibt als Germain...so gekonnt unbeholfen und einfach, dass es richtig Freude macht, ihn zu erleben, den Germain. Seine Veränderungen in homöopathischen Dosen mitzubekommen und zu spüren, wie aus dem ungehobelten, ungebildeten fast analphabetischem Dorftrottel ein Mann wird, der für andere da sein will, seine Gefühle spürt, sie auszudrücken lernt - in seiner einfachen und damit frappierenden Art - und der erfährt, wie es ist, geliebt zu werden - mit 45.

Eine wunderbare Geschichte, die einfach nur anrührt und wirklich zum Lesen UND Denken anregt. Zum Nachdenken über sich, über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen.

Passt also auf die Insel.

Sonntag, 18. Juli 2010

Jobtalk...



Arbeiten war bisher eigentlich fast kein Thema: es macht Spaß, ist fein, gibt meinen hiesigen Tagen eine Struktur und - welch ein Geschenk - muss mich nicht ernähren, sondern erfreuen.
Inzwischen hat die Saison uns fest im Griff... die Gäste können fast rund um die Uhr bestellen: Coffee to go, Kaffee und Kuchen, Essen aus der Mittagskarte... und dann das Abendgeschäft, das unserem guten Jes noch immer nicht frommt...

Viele Service Kräfte gibt es bei uns - aber nur Hannah ist immer da... "Brauchst Du mich noch? fragt Dana. "Nein", Hannah in ihrer gutmütigen Art... und schwupps ist sie wieder allein mit all den Gästen, die kommen oder nicht, ihren Kaffee zu trinken, Kuchen zu möchten oder ganz einfach nur unterhalten zu werden.

Alles nicht schlimm, meint Ihr? Wenn dann noch pausenlos das Telefon dazu klingelt, Hannah ins Buchungsprogramm geht, zwischendurch das Wiener Schnitzel an Tisch 36 bringt, sich dabei anhören muss, dass die Karte früher viel besser war.... dann würdet Ihr wahrscheinlich beim bloßen Gedanken auch atemlos sein. Wie ich.

Und ich trage nun, seit die Saison auch uns eingeholt hat, ein schlechtes Gewissen mit mir rum... dass Hannah soviel tut - und immer... (tunwillmussmöchte?), immer allein ist mit allem...
Ich weiß, dass es ihre Entscheidung ist und die ist in Ordnung.

Ich vermiese mir grad meine freie Zeit mit dem schlechten Gewissen. Schade, denn eigentlich bin ich für netto 150 euro (Miete geht auf meine Rechnung) 20 Stunden mindestens im Laden. Das ganze Thema kommt mir bekannt vor und war auch letztes Jahr im Schwange. Da war es die Kyra, die soviel arbeiten musste... Also liegt es an mir, das Gefühl zu neutralisieren. Denn das ist wirklich nicht angebracht.
Beim Schreiben wird man schlauer... denn erst jetzt sehe ich Parallelen zum letzten Jahr - und kann damit aufhören. Wie schön.

Sch...rand, Sonne, Welken (Summe aus Wellenundwolken). Wasser und Buch lesen, laufen und nicht denken. Oh wie schön ist Panama, nein AMRUM.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Lichtspiele

Mittwoch abend, 18.00 Uhr am Strand. Familien mit Kind und Kegel, Luftmatratzen, Sonnensegeln und -schirmen, mit Hunden und Bollerwagen ziehen ab. Müde Kinder quengeln, ganz müde schlafen schon in den Bollerwagen, verbrannte Nasen, Rücken und Füße, nasse Handtücher sind über die Schultern gelegt. "Fredrieke, nun komm, lass Dich nicht so ziehen", oder "Lena, gleich gibt es was zu essen, beeil Dich, der Papi wartet". "Mami, wenn ich jetzt nicht gleich was zu essen kriege, bleibe ich hier sitzen. Du musst mir den Keks geben", dabei heulte sie los und Muttern kapitulierte.
Bei alle den Szenen aber geschah das, worauf ich inniglich gehofft hatte: Der Strand leerte sich, die allabendliche Ruhe setzte ein und der Himmel verwöhnte mich mit wunderschönen Bildern:


Und erquicket meine Seele... gefiltertes Licht nach einem prallen Sonnentag, an dem die Sonne vor Hitze stach... wirkt wie eine erfrischende Lichtdusche.



Ein wahrer Wolkenteppich - gezoomt


Abendstille überall... mit ganz viel Phantasie guckt der erleuchtete Schutzengel durch die Wolken und das Licht auf mich.

Getragen fühle ich mich an diesen Abenden im Wasser, getragen vom Salzwasser, vom Leben und von der Ruhe, die mich umfängt.